Small-Cap-Moment der Woche

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    Wie eine Durchsuchung 60% Börsenwert vernichtet

    Zur bereits bestehenden KI-Skepsis sind damit nun auch noch rechtliche Anschuldigungen hinzugekommen.

    Small-Cap-Moment der Woche - Wie eine Durchsuchung 60% Börsenwert vernichtet

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    Die Staatsanwaltschaft ließ auf Basis von Beschlüssen des Amtsgerichts Schwäbisch Gmünd (vom 3. August und 15. September) die Büros von innoscripta in Tutzing und München durchsuchen. Vorwurf: Beihilfe zur Erlangung eines nicht gerechtfertigten Steuervorteils bei der Beantragung von Forschungszulagen für Kundenmandate. Die Aktie brach am Donnerstag um 58% ein.

     

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    CEO Michael Hohenester erklärte, die Durchsuchung habe das Unternehmen völlig überrascht, man kooperiere vollständig mit den Behörden. Wichtige Botschaft: Der operative Geschäftsbetrieb sei nicht beeinträchtigt und keine Geschäftsvorfälle im laufenden Geschäftsjahr betroffen. Der involvierte Mitarbeiter habe das Unternehmen bereits vor Jahren verlassen, man habe bereits mehrere tausend Forschungszulagen erfolgreich und mehrfach durch Finanzämter geprüft bestätigt bekommen.

     

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    Warburg Research hat als Reaktion das Kursziel von 225€ und die Kaufempfehlung vorerst ausgesetzt – man könne die Risiken aktuell schlicht nicht quantifizieren.

     

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    Der Fall ist auch deshalb bitter, weil innoscripta erst seit Mai 2025 börsennotiert ist. Der Börsengang erfolgte zum Ausgabepreis von 120€ je Aktie (Bewertung ca. 1,2 Mrd.€), wobei das Unternehmen selbst keinen Cent der Erlöse erhielt – die rund 218 Mio.€ flossen komplett an die Gründer Michael Hohenester und Alexander Meyer. Nach einem durchwachsenen Start fiel die Aktie schon am ersten Handelstag unter den Ausgabepreis. Danach lief es für das hochprofitable SaaS-Geschäft (Software zur Dokumentation und Optimierung von Förderanträgen, u.a. Forschungszulagen) zunächst gut: Die Aktie kletterte bis auf ein 52-Wochen-Hoch von 137€. Bereits vor der Durchsuchung stand die Aktie allerdings unter Druck – am Markt gab es zunehmend Skepsis, ob Teile der Dokumentations- und Prüfprozesse von innoscripta künftig durch KI-Tools automatisiert werden könnten und damit das Geschäftsmodell margenseitig unter Druck geraten könnte. Mit dem aktuellen Kurs um 40€ (nachbörslich) steht die Aktie nun rund zweidrittel unter dem IPO-Preis und über 70% unter ihrem Hoch. Die Marktkapitalisierung beträgt nur noch rund 400 Mio. €.

     

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    Die Vorwürfe betreffen nach aktuellem Stand das Handeln einzelner Mitarbeiter bei einzelnen Kundenmandaten, nicht das Geschäftsmodell als solches – eine abschließende rechtliche Bewertung steht aus und ist von den Ermittlungsbehörden zu klären. Das Unternehmen selbst betont, der operative Betrieb sei nicht beeinträchtigt und das laufende Geschäftsjahr nicht betroffen. Zur bereits bestehenden KI-Skepsis sind damit nun auch noch rechtliche Anschuldigungen hinzugekommen – eine Kombination, die für ein insgesamt schwieriges Umfeld sorgt.

     

     

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    Herausgeber: Tigris Capital GmbH, Oskar-von-Miller-Ring 20, 80333 München


    Lukas Spang
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    Lukas Spang ist Gründer der Tigris Capital GmbH, einer auf Small & Micro Caps aus der deutschsprachigen Region fokussierten Fondsboutique. Er weist eine über 10-jährige Erfahrung mit Nebenwerten aus der D-A-CH Region aus und gehört daher zu den absoluten Experten in diesem Bereich. Nachdem zunächst >7 Jahre ein wikifolio Zertifikat bestand, wurde im Mai 2021 mit dem Tigris Small & Micro Cap Growth Fund eine Fondslösung aufgesetzt, die die Strategie fortgesetzt hat. Lukas Spang sucht wachstumsstarke, profitable und Cashflow-starke Unternehmen, die ein Asset-light Geschäftsmodell aufweisen und daher attraktive Free Cashflows sowie hohe Kapitalrenditen erzielen können.
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    Verfasst von Lukas Spang
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