Nike-Schock: Umsatzprognose enttäuscht, Aktie verliert bis zu 8,7 Prozent
Nike verschärft seinen Sparkurs – doch die angekündigte Sanierung kann den Absturz zunächst nicht verhindern. Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen verlor die Aktie nachbörslich zeitweise 8,7 Prozent. Seit Jahresbeginn hat sie mehr als 40 Prozent eingebüßt; ein fünftes Verlustjahr in Folge droht.
Besonders enttäuschend ist der Ausblick: Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet der Sportartikelkonzern mit einem Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Analysten hatten lediglich ein Minus von 2,4 Prozent erwartet. Die Erlöse könnten damit auf den niedrigsten Stand seit 2020 sinken. Im ersten Geschäftsquartal ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 11,21 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn je Aktie entsprach mit 44 Cent den Prognosen, lag aber fünf Cent unter dem Vorjahreswert.
Die Schwäche betrifft zentrale Bereiche. In China sank der Umsatz um 26 Prozent; es war der neunte Rückgang in Folge. Converse verzeichnete das 14. Quartal mit schrumpfenden Erlösen. Auch Sportswear, rund die Hälfte des Konzernumsatzes, verlor im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Bei der Marke Jordan will Nike Retroprodukte seltener und in kleineren Mengen anbieten. Einzelne Modelle hätten zu viel Gewicht; die Abstände zwischen Neuauflagen sollen die Nachfrage stärken und gegenseitige Konkurrenz vermeiden.
Gegenläufig entwickelt sich das Performancegeschäft. Running, Fußball, Tennis und Golf legten weltweit zweistellig zu; Basketball wuchs in Nordamerika ebenfalls zweistellig. Insgesamt stieg Performance im hohen einstelligen Prozentbereich. Das reicht jedoch noch nicht, um die Rückgänge in Sportswear, Jordan und China auszugleichen. Nike nimmt Umsatzeinbußen bei älteren und übermäßig verbreiteten Produkten vorerst in Kauf, um Rabatte zu reduzieren und mehr Ware zum regulären Preis zu verkaufen.
Der Umbau kostet zunächst viel: Über fünf Jahre will Nike 2,5 Milliarden Dollar einsparen und dafür Stellen abbauen. Erwartet werden Vorsteuerbelastungen von rund einer Milliarde Dollar. Die neue regionale Organisation soll 2028 starten; weitere Einzelheiten zu „Pace“ und den längerfristigen Zielen will das Management im November vorstellen. Eine konkrete Prognose für 2028 gibt es bislang nicht. Konzernchef Elliott Hill bezeichnet 2027 als schwieriges Übergangsjahr; die Erholung von Sportswear und Jordan werde mindestens ein weiteres Jahr benötigen.
Auch die Analysten reagieren skeptisch. JPMorgan senkte das Kursziel auf 33 Dollar und blieb bei „Underweight“. UBS reduzierte es auf 34 Dollar, Goldman Sachs auf 30 Dollar; beide beließen ihre Einstufung auf „Neutral“. Die Institute verweisen auf den schwachen Ausblick und anhaltende Risiken in China, Jordan und Sportswear. Für Anleger bleibt entscheidend, ob die wachsenden Sportsparten den Rückbau tatsächlich ausgleichen können – und wann sich die Sanierung in Umsatz und Gewinn niederschlägt.
Die Nike (B) Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -3,64 % und einem Kurs von 33,87EUR auf NYSE (03. Oktober 2026, 02:04 Uhr) gehandelt.
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