Adidas unter Druck: Analysten senken Kursziele – Hoffnung bleibt
**Analysten sehen wachsenden Druck auf Adidas – Innovationspipeline bleibt Hoffnungsträger**
Die Einschätzungen großer Banken zu Adidas werden vorsichtiger. Während Berenberg an seiner neutralen Haltung festhält, haben Deutsche Bank Research und JPMorgan ihre Kursziele gesenkt. Beide empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf. Als Gründe nennen sie den zunehmenden Druck in der Sportartikelbranche und zurückhaltendere Erwartungen an die Geschäftsentwicklung. Zugleich sehen die Analysten Chancen in neuen Produkten und einer weiterhin breiten Innovationspipeline.
Berenberg bestätigte die Einstufung „Hold“ und das Kursziel von 190 Euro. Im Mittelpunkt der Investorenveranstaltungen von Adidas, On Holding und Puma hätten die jeweiligen Investitionen gestanden, schrieb Analyst Nick Anderson. Besonders On habe bei den Präsentationen überzeugt. Technische Neuerungen allein böten allerdings immer weniger eine verlässliche Grundlage für Wachstum: Die Funktionen der Produkte ähnelten sich zunehmend. Entscheidend sei daher, ob es den Unternehmen gelinge, ihre Innovationen erfolgreich zu vermarkten. In dieser Hinsicht hätten vor allem Adidas und On Stärken gezeigt. Puma sei technologisch führend, erhalte dafür bislang aber noch nicht die entsprechende Anerkennung.
Deutsche Bank Research senkte das Kursziel von 210 auf 205 Euro, beließ die Empfehlung jedoch auf „Buy“. Analyst Adam Cochrane zufolge hat sich der Wettbewerbs- und Branchendruck im dritten Quartal verstärkt. Die Jahresziele von Adidas wirkten deshalb nicht mehr besonders konservativ, sondern inzwischen eher realistisch. Für Anleger sei die Aktie zuletzt ein frustrierendes Investment gewesen. Das liege nach Einschätzung des Analysten aber nicht an konkreten Fehlern des Managements in Herzogenaurach. Die vorsichtigere Bewertung spiegelt damit vor allem das schwierigere Umfeld wider.
Auch JPMorgan kappte die Erwartungen. Die US-Bank reduzierte ihr Kursziel von 230 auf 210 Euro und bestätigte zugleich das Votum „Overweight“. Analystin Wendy Liu senkte ihre Ergebnisprognosen bis 2028 um bis zu zehn Prozent. Ausschlaggebend sei eine skeptischere Einschätzung der Branche. Beruhigend seien dagegen die umfangreiche Produktpipeline mit zahlreichen Neuheiten, positive Signale aus dem Einzelhandel und überwiegend erfreuliche Rückmeldungen aus den Vertriebskanälen. Diese Faktoren könnten Adidas helfen, sich im Wettbewerb zu behaupten, gleichen die Risiken aber nicht vollständig aus.
Insgesamt ergibt sich ein gemischtes Bild: Die Analysten sehen kurzfristig mehr Gegenwind und stufen die bisherigen Unternehmensziele angesichts des Umfelds weniger vorsichtig ein. Gleichzeitig bleiben mehrere Häuser grundsätzlich positiv, weil Adidas über neue Produkte und Vermarktungsstärke verfügt. Berenberg bleibt neutral, während Deutsche Bank und JPMorgan trotz niedrigerer Kursziele auf steigende Kurse setzen. Die Differenz zwischen den Einschätzungen unterstreicht, dass die Perspektiven wesentlich davon abhängen, wie stark sich der Branchendruck auf Nachfrage und Gewinne auswirkt – und wie wirksam Adidas seine Innovationen in Umsatz umsetzen kann.
Die adidas Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,70 % und einem Kurs von 144,3EUR auf Tradegate (02. Oktober 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
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