Scherzer-Aktie mit 24 Prozent NAV-Abschlag: Das steckt im Portfolio
### Scherzer notiert deutlich unter ihrem ausgewiesenen Portfoliowert
Die Scherzer & Co. AG beziffert den Tageswert ihrer Portfoliopositionen zum 30. September 2026 auf 3,50 Euro je Aktie. Darin sind die Verbindlichkeiten der Kölner Beteiligungsgesellschaft bereits berücksichtigt. Beim zugrunde gelegten Börsenkurs von 2,66 Euro lag die Aktie damit rund 24 Prozent unter dem ausgewiesenen Nettoinventarwert (Net Asset Value, NAV). Der Abschlag zeigt die Differenz zwischen dem Börsenpreis der Gesellschaft und dem von ihr errechneten Wert ihrer Beteiligungen.
Der NAV ist allerdings kein geprüfter Abschlusswert. Scherzer weist darauf hin, dass Nachbesserungsrechte und mögliche Steuern in der Portfoliobewertung nicht berücksichtigt sind. Auch steuerliche Einordnungen können zu Abweichungen führen. Zudem erlaubten vergangene Werte keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung. Der ausgewiesene Abschlag ist deshalb eine Momentaufnahme und keine Garantie, dass sich die Lücke zwischen Aktienkurs und Inventarwert schließt.
Zu den zehn größten Positionen zählen Rocket Internet, Allerthal-Werke, 1&1, Weleda-Vorzugsaktien, RM Rheiner Management und Horus. Ebenfalls unter den größten Beteiligungen sind Data Modul, Redcare Pharmacy, die AG für Erstellung billiger Wohnhäuser in Winterthur sowie K+S. Die Rangfolge richtet sich nach den aktuellen Kursen und der Positionsgröße. Die Zusammenstellung unterstreicht den Fokus der Gesellschaft auf Beteiligungen, Sondersituationen und Unternehmen mit unterschiedlichem Chancen-Risiko-Profil.
Bei Redcare Pharmacy hob Scherzer die angehobene Umsatzprognose für 2026 hervor. Der Online-Apothekenanbieter erwartet nun ein Wachstum von 16 bis 18 Prozent, nach zuvor 15 bis 17 Prozent. Treiber ist nach Unternehmensangaben das dynamische Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland. Der dort erwartete Rx-Umsatz steigt auf 730 bis 760 Millionen Euro; bislang hatte Redcare 680 bis 720 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Bei der Berentzen-Gruppe hat Scherzer eine Beteiligung von 3,33 Prozent aufgebaut. Der Getränkehersteller vereinbarte einen Zusammenschluss mit dem US-Spirituosenkonzern Sazerac und unterstützt dessen freiwilliges Übernahmeangebot von 5,55 Euro je Aktie. Bei 1&1 wiederum wurde für die Tochter Versatel ein Transformations- und Restrukturierungsprogramm beschlossen. Es verursacht zunächst einmalige Kosten von 60 Millionen Euro; ab 2028 soll es jährlich 25 Millionen Euro zum Ergebnis beitragen.
Parallel setzt Scherzer den eigenen Aktienrückkauf fort. Vom 24. September bis zum 1. Oktober erwarb das Unternehmen 11.254 Aktien. Seit Beginn des Programms am 8. Juni summieren sich die Rückkäufe auf 288.498 Stück. Die jüngsten Erwerbe erfolgten über Xetra und Tradegate. Damit bleibt der Rückkauf ein weiterer Bestandteil der Kapitalmarktaktivitäten des Unternehmens.
Die Scherzer Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von 0,00 % und einem Kurs von 2,66EUR auf Tradegate (02. Oktober 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
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