Noch einmal durch die Hölle?
Gold-Anleger aufgepasst: Zum Jahresende könnte es hässlich werden
Langfristig hält die Bank of America an ihrer 5.000-Dollar-Prognose fest. Kurzfristig könnte Gold jedoch kräftig fallen – und der Iran-Krieg verschärft das Risiko.
- BofA warnt vor Goldrückgang auf 3.750 Dollar
- Iran-Krieg und hohe Energiepreise erhöhen Risiken
- BofA sieht Gold 2027 zeitweise bei 5.000 Dollar
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Die Bank of America (BofA) warnt Goldanleger vor einem schmerzhaften Rückschlag noch in diesem Jahr: Der Preis könnte im vierten Quartal bis auf 3.750 US-Dollar je Unze (rund 3.330 Euro) fallen – gut zehn Prozent unter dem jüngsten Kurs von 4.162 US-Dollar. Gleichzeitig hält die Bank an ihrem langfristig bullishen Szenario fest und sieht Gold 2027 zeitweise bei 5.000 Dollar. Genau dieser Spagat macht den Ausblick brisant.
Der größte kurzfristige Risikofaktor ist aus Sicht der BofA ausgerechnet der Krieg im Iran. Bleiben die Energiepreise hoch, drohen neue Inflationsschübe und damit länger hohe Zinsen. Besonders kritisch wäre ein weiterer Ölpreissprung: Sollte Rohöl auf 150 US-Dollar je Barrel steigen, erwartet die Bank für 2027 nur noch einen durchschnittlichen Goldpreis von 3.500 US-Dollar. Dieses Szenario sei zwar nicht die Basisprognose, zeige aber, wie empfindlich Gold inzwischen auf einen neuen Energieschock reagieren könnte.
Zusätzliche Gefahr kommt von der Positionierung der Anleger. Trotz des jüngsten Gegenwinds sind Investoren in physisch besicherten Gold-ETFs bislang weitgehend engagiert geblieben. Die BofA spricht von einem "recht fragilen Gleichgewicht der Marktstimmung". Kippt die Erwartung einer späteren Erholung, könnten Positionen schnell aufgelöst werden und den Preis zusätzlich nach unten drücken.
Der Markt zeigt bislang noch Widerstandskraft. Unterstützung kam von schwächeren US-Inflationsdaten: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im Oktober fiel laut CME FedWatch auf 31 Prozent, nach 45 Prozent unmittelbar zuvor und 69 Prozent eine Woche früher.
Langfristig bleibt die Bank dennoch klar bullish. Für 2027 erwartet sie im Jahresdurchschnitt 4.813 US-Dollar je Unze, im zweiten und dritten Quartal könnten die Durchschnittspreise sogar 5.000 US-Dollar erreichen. Anleger müssen sich nach Einschätzung der BofA also auf einen ungewöhnlichen Weg einstellen: erst ein möglicher Rücksetzer Richtung 3.750 US-Dollar – und danach eine neue Rekordjagd.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

