Gold gegen Schulden
Goldpreis bei 130.000 Dollar: Reicht das, um Amerikas Schulden zu tilgen?
Ein Goldpreis von 130.000 US-Dollar je Feinunze würden Amerikas Goldschatz enorm aufwerten. Doch würde solch ein hoher Goldpreis genügen, um den US-Schuldenberg zu begleichen? Ein Gedankenexperiment.
Stellen wir uns vor, der Goldpreis läge bei 130.000 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Das Schockierende: Selbst zu diesem Goldpreis könnten die USA ihre gesamten Staatsschulden heute nicht allein mit ihren Goldreserven begleichen. Eine einfache Rechnung zeigt, wie unfassbar groß die US-Staatsschulden sind.
Laut Angaben des US-Finanzministeriums verfügten die USA am 18. September 2026 über 261,499 Millionen Feinunzen Gold (8.133,46 Tonnen). Bei einem Goldpreis von 130.000 US-Dollar je Unze wäre dieser Bestand knapp 34 Billionen US-Dollar wert. Diese Größenordnung passt also zu einer Schuldenlast von rund 34 Billionen US-Dollar.
Doch diesen Schuldenstand haben die USA längst überschritten. Am 28. September 2026 beliefen sich die gesamten US-Schulden laut Finanzministerium auf 40,102 Billionen US-Dollar. In dieser Summe sind auch Verbindlichkeiten innerhalb des Staates enthalten.
Teilt man die US-Schulden durch die US-Goldreserven, so ergäbe sich ein erforderlicher Preis von rund 153.000 US-Dollar je Feinunze. Erst dann entspräche der Wert des Goldbestands ungefähr der Gesamtverschuldung. Bei 130.000 US-Dollar bliebe eine Lücke von rund sechs Billionen US-Dollar bestehen.
Der Goldschatz hat jedoch einen Haken
In der amtlichen Reserveaufstellung bewertet Washington Gold weiterhin zum gesetzlich festgelegten Preis von 42,2222 US-Dollar je Feinunze. Deshalb wird der Bestand dort mit lediglich rund elf Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Eine höhere Bilanzbewertung allein würde jedoch keine Staatsanleihe tilgen.
Eine Schuldentilgung durch Goldverkäufe würde voraussetzen, dass der gesamte Bestand zum errechneten Preis Käufer fände. Der Wissenschaftliche Dienst des US-Kongresses verweist bei solchen Verkäufen auf mögliche Störungen des Goldmarktes und Risiken für das Vertrauen in den US-Dollar.
Für Anleger liefert das Gedankenexperiment ein Maß für die Dimension der US-Schulden. Über den künftigen Marktpreis von Gold sagt es jedoch nichts aus.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

