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IEA senkt Prognose für Öl-Förderung

22.05.2008, 18:57  |  3060   |   |   

Paris - Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat sich am Donnerstag zu den jüngsten Rekordständen beim Ölpreis äußerte. Zuvor hatte der Preis für leichtes US-Öl erstmalig die Marke von 135 Dollar je Barrel überschritten. Nobuo Tanaka, Executive Director der IEA, mahnte eine nachhaltige Energiezukunft an. Dabei verwies das IEA auf die hohen Effizienzvorteile von Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung.

In diesem Zusammenhang berichtet das "Wall Street Journal" heute über neue Schätzungen der IEA, die eigentlich erst im November veröffentlicht werden sollten. Danach könnte das Erreichen des Öl-Fördermaximums schon in ein paar Jahren der Fall sein. Wie die Wirtschaftszeitung berichtet, ist die Prognose, dass die weltweite Förderung bis 2030 von derzeit 87 auf 116 Millionen Barrel pro Tag steigt, nicht mehr zu halten. Unter Berufung auf IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol schreibt das "Wall Street Journal", dass das künftige Angebot an Öl sehr viel niedriger eingeschätzt werde.

Bereits gestern hatte sich auch schon die Energy Watch Group (EWG) negativ geäußert. Auch die EWG-Experten rechnen in den nächsten Jahren mit einer dramatischen Verknappung von Erdöl und dadurch kräftig steigenden Preisen. „Die weltweite Ölförderung hat mit großer Wahrscheinlichkeit das Fördermaximum bereits überschritten und wird weiter zurückgehen.

Dies ist die Hauptursache des steigenden Ölpreises. Die Hoffnung auf das Platzen einer angeblichen Spekulationsblase ist vergeblich”, erklärt Dr. Werner Zittel, als Mitautor der von der Ludwig Bölkow Systemtechnik GmbH verfassten Studie auf einer Pressekonferenz der Energy Watch Group am Mittwoch in Berlin.

Bis zum Jahr 2030 könnte die weltweite Ölförderung auf die Hälfte zurückgehen. Wegen des zunehmenden Verbrauchs in den wenigen verbleibenden Erdöl exportierenden Staaten selbst, bedeutet dies, dass die auf dem Weltmarkt verfügbaren Ölmengen noch schneller abnehmen werden als die Förderung”, so Zittel weiter. Vermutlich sei der Förderhöhepunkt bereits im Jahr 2006 überschritten worden. Die den Grünen nahestehende EWG baut bei ihrer Schätzung auf den Vergleich von Ölfunden und Förderdaten – daraus leitet sie ab, wie viel ausbeutbares Öl noch in der Erdkruste lagert. In den 60er Jahren wurde demnach bereits das Maximum an neuen Ölfunden überschritten – damals entdeckten Geologen jährlich 40 bis 50 Milliarden Fass. Inzwischen würden jährlich nur noch zwischen fünf und zehn Milliarden Barrel gefunden, sagte Zittel: Der Verbrauch betrage aber gut 30 Milliarden Barrel.

(mit aktiencheck)
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