Rezession BIP und Konsumentenvertrauen im Fokus

Autor: Jörg Bernhard
23.11.2008, 10:00  |  2693   |   |   
Am Dienstag dürfte es offiziell werden: Die weltgrößte Wirtschaft befindet sich in der Rezession. Willkommen im Club! An diesem Tag wird nämlich das Bruttoinlandsprodukt der USA für das dritte Quartal veröffentlicht. Nach gängiger Definition sind zwei aufeinander folgende Quartale mit rückläufigem BIP als Rezession zu werten. Im zweiten Quartal schrumpfte die US-Wirtschaft um 0,3 Prozent. Signifikant gestiegen waren in diesem Quartal lediglich die Exporte (+5,9 Prozent) und die staatlichen Ausgaben (+13,8 Prozent). Die Konsenserwartungen der Analysten für das dritte Quartal deuten nun auf ein neuerliches Minus hin, und zwar in Höhe von 0,6 Prozent. Doch zur „breaking news“ dürfte die anstehende Veröffentlichung nur mutieren, falls die tatsächlichen Zahlen deutlich besser bzw. schlechter ausfallen sollten. Zahlreiche andere Konjunkturindikatoren haben in den vergangenen Wochen bereits den Boden bereitet, sich mit dem Gedanken anzufreunden, in die Rezession zu schlittern. Besondere Beachtung fanden dabei die miserablen Daten vom US-Arbeitsmarkt und diverse andere Konjunkturindikatoren, welche die schlechte Stimmung messbar machten.

Index zum Konsumentenvertrauen steht an

Die aktuellen Rezessionsängste lassen sich auch am Konsumentenvertrauen besonders gut ablesen. Am Dienstag steht neben den BIP-Zahlen auch die Veröffentlichung des vom Conference Board ermittelten Konsumentenvertrauens für November an. Seit 90 Jahren misst die Organisation im Auftrag der öffentlichen Hand das Vertrauen der Verbraucher bezüglich der eigenen wirtschaftlichen Situation bzw. Zukunft. Im Oktober stürzte der Index von 61,4 auf das historische Tief von 38,0 Punkten. Dabei ermäßigte sich der Index für die Erwartungen sogar um über 42 Prozent und sein Pendant zur aktuellen Situation um immerhin 31,4 Prozent. Die Konsenserwartungen der Analysten deuten darauf hin, dass trotz zahlreicher Negativfaktoren eine Besserung für November eintreten könnte. Ihre Schätzungen liegen mit 39,5 Punkten spürbar über dem Vormonatswert. Eine Enttäuschung würde die Psyche des Marktes empfindlich belasten. Der Dienstag könnte somit für die US-amerikanische Börse und die anderen internationalen Börsenplätze zum wichtigen Datum werden.
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