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Trading-Gezwitscher 4.999 und PLATSCH

Gastautor: Andreas Mueller
15.06.2009, 18:57  |  3353   |   |   
Nach einer per saldo richtungslosen Woche starteten wir ohne Erwartung am Montag. Keine richtungsweisenden Vorgaben aus den USA, leichte Verluste aus Asien (Nikkei schloss dennoch oberhalb 10.000 Punkte) sowie ein leicht schwächelnder Euro im Verhältnis zum US-Dollar verhalfen dem Deutschen Aktienindex zu einem Start auf XETRA-Schlussniveau vom Freitag bei etwa 5.050 Punkten. Zur Notierung 22 Uhr fehlte noch ein Impuls nach oben (offenes GAP im Daxfuture), doch schon nach 9 Uhr schlugen sich skeptische Kommentare zur Wirtschaftsentwicklung in den Kursen nieder. Beispielsweise wurde Peter Löscher in „The Times” zitiert mit: „Es gebe noch keine verlässlichen Anzeichen einer Bodenbildung” und der BDI-Chef Hans-Peter Keitel geht nach einem Bericht im „Handelsblatt” sogar von einer Verschlimmerung der Krise für die deutsche Industrie aus. Das ifo-Institut stellt die Nachfrageschwäche als dominierendes Problem heraus.

Langsam im Trend fiel der EUR/USD unter 1,39 (Vorwochenschluss 1,4015) und zog das Vertrauen in europäische Aktien ebenfalls mit nach unten. Bereits 9.30 Uhr rutschte der DAX dynamisch unter die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Punkten. Von dort aus gab es jedoch immer noch kein überwiegendes Kaufinteresse, und so baute sich weiter Druck auf der Abgabeseite bis zum Mittag und einem Stand von 4940 auf. Die Hoffnung auf Unterstützung durch die US-Aktienmärkte entpuppte sich nach den Daten 16 Uhr als unbegründet. Ab dort rutschte der DAX ein weiteres mal und beendete den XETRA-Handel mit -3,54% bzw. 4889,94 Punkten. Der EUR/USD fiel sogar unter 1,38 und markiert damit bei aktuell 1,3750 ein neues Monatstief.

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Disziplin als Überlebensgarantie
Unser Frühaufsteher HansOhlemasse begann den Informationsregen bereits 6.15 Uhr mit seiner charttechnischen Sicht der Dinge, bezogen auf den DAX und komplett in Farbe. Anschließend gab Standuhr wie gewohnt bereits vor den ersten Kursnotierungen am Deutschen Aktienmarkt eine richtungsweisende Einschätzung zu Protokoll: „Wird nun bald mal Zeit, dass det Dingens nachhaltig unter 5000 kippt”. Später sollte dies am Markt seine Wirkung entfalten.

Nachdem 8.00 Uhr die ersten Indikationen, Nachrichten und Futurekurse ersichtlich waren, startete Krokoline das Trading im Thread mit einem Longeinstieg im Bundfuture zu 118,65. Selbige Position hatte sie bereits in der Vorwoche bezogen, dies aber am Freitag geschlossen, um ein ruhiges Wochenende ohne Positionierung zu verbringen. Ausgegebenes Ziel hierbei war die Spekulation auf eine mögliche Trendfortsetzung der Vorwochenbewegung. Später konnte Krokoline durch das nachziehen des Stopps genau +39 Ticks realisieren (Ausstieg 119,04). Technische Analysten schrieben dazu in einem Marktbericht, dass der rapide Anstieg das Resultat eines Ausbruchs aus einer Bullen-Flagge ist. Ein weiterer Grund ist die eingangs erwähnte Steigerung der allgemeinen Risiko-Aversion bei den Marktteilnehmern.

Andere Diskussionsteilnehmer hielten bewusst ihre Positionen über das Wochenende und wurden dafür belohnt. So setzte FOSSILION seit Freitag auf fallende Kursnotierungen und realisierte im Dow +86 Punkte und im DAX +133 Punkte am Nachmittag. andimaus vergößerte seine Position sogar und konnte mittels vorab eingegebener Zielorder Gewinne von +91 und +115 Daxpunkten auf seinem Konto verbuchen. Wer ihm diese Weisheit per SMS zugespielt hatte, gab er nicht bekannt. Dafür zeichnete er seinen Kollegen FOSSILION mit dem Insidertitel „Gierpickel” aus.

Nach 10 Tagen Daxhandel ohne neue Verlaufshochs ist die heutige Korrektur nicht für alle ein Segen. BIOMIRA schreibt folgerichtig „als Daytrader wäre man jetzt zwar pleite, als Positrader aber im Gewinn.” Man muss deshalb genau zwischen den Ansätzen unterscheiden. Andere Positionstrader wie Plus wiesen im Übrigen auch vor einer Woche auf dieses „Schlachtfest-Szenario” hin. Für Daytrader ein schwacher Trost, wenn man von einem weiterhin seitwärts um die 5.000 tendierenden DAX ausging. Standuhr resümierte aus Sicht des kurzfristigen Handelsansatzes: „Dieses Börsengeschehen kann man nur noch als verrückt bezeichnen”.
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