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Trading-Gezwitscher Nullrunde am Tag danach

Gastautor: Andreas Mueller
16.06.2009, 19:09  |  2524   |   |   
Nach der Fülle an pessimistischen Nachrichten vom Montag und einem ausbleibenden Reversal-Versuch an den US-Aktienmärkten, konnten sich auch die asiatischen Aktienmärkte dieser Negativspirale nicht entziehen. Der Nikkei in Tokio schloss wieder unter 10.000 Punkten trotz einer verbesserten Lageeinschätzung der Bank of Japan und weiterhin konstantem Zinssatz von 0,1 Prozent. Auch in Hongkong war Rot die dominierende Farbe auf den Kurszetteln, der Hang Seng sank zeitweise um über 3 Prozent.

Es verwunderte nicht, dass der Deutsche Aktienindex mit leichten Abschlägen eröffnete. Nachdem er den 22 Uhr-Stand nicht toppen konnte, fiel er recht zügig zurück unter 4.900 Punkte und stabilisierte sich erst knapp unterhalb des gestrigen Tagestiefs. In Folge eines deutlich gestiegenen ZEW-Konjunkturindex um 11 Uhr (Stand Juni 44,8 nach Erwartung 35 und Vormonat 31,1) konnte sich der DAX jedoch wieder an die Tageshochs heran kämpfen und diese bis zu den US-Daten 14.30 Uhr sogar überbieten. Der ZEW notierte damit auf dem höchsten Stand seit Mai 2006 und stellt für den ifo-Geschäftsklimaindex eine positive Indikation dar. Einmal mehr wurden positive Daten aus Deutschland jedoch durch negative US-Daten überschattet. Der harte Fall der US-Erzeugerpreise auf ein 50-Jahrestief (!) und eine ebenfalls gefallene US-Kapazitätsauslastung nahmen dem Aktienmarkt seinen Schwung.

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Parallel dazu musste der Euro im Verhältnis zum US-Dollar die kurz zuvor eroberte Marke von 1,3900 aufgeben. Das Tief vom Vortag bei 1,3750 ist laut technischen Analysten als das 38,2-Retracement der Aufwärtsbewegung von 1,2883 bis 1,4339 und somit als eine gute kurzfristige Wendemarke zu betrachten.

Als positiven Impuls wurden die unerwartet stark gestiegenen US-Baubeginne am Markt aufgenommen. Die somit insgesamt gegenläufigen Daten verhalfen den Märkten zu keiner nachhaltigen Tendenz am Nachmittag. Der XETRA-Handel endete bei 4890,72 Punkten beziehungsweise 0,02 Prozent höher als am Montag.

Seitwärts ohne Impulse
Als erster Kommentar rief Broker437 eine Erholung im DAX aus, denn dieser war seiner Ansicht nach stark überverkauft. Seine Longposition seit Montagabend mit Zielverkauf 4.950 Punkten hat dies auch bitter nötig. Ebenso rechneten Brausepaule und Aktientrade bereits vor XETRA-Eröffnung mit steigenden Notierungen in Folge einer Korrektur des gestrigen Tagesverlaufs. Aus Angst davor löste FOSSILION schnell die restliche Shortposition im Dow vom Vortag mit +17 Punkten auf. An der bereits erfolgten Gegenreaktion im EUR/USD konnte rushhour mit magischen +100 Ticks um 9.34 Uhr partizipieren.

Ganz so einfach und trendy ist es mit dem DAX leider nicht. Ein kleiner Karpfen ohne Seepferdchenausbildung im Haifischbecken namens Bernecker1977 verwies kurz nach 9 Uhr mit einem Chart auf die Schließung des GAP’s (Kurslücke zwischen Vortagesschluss und aktueller Notierung). Dort setzte er auf fallende Kursnotierungen im DAX. Bestätigt durch das Bollinger-System von Roundturn_50Mark erzeugte diese Marke erheblichen Abgabedruck. Der Markt fiel sogar bis unter das Vortagestief und erhielt erst durch den ZEW-Konjunkturindex wieder etwas Selbstsicherheit. Kurz und prägnant brachte es Heavytrader Tribun100 auf den Punkt: „Mittagszeit eher up Zeit”.

Kurz vor den anstehenden US-Daten 14.30 Uhr teilte regenkobold seine Marktprognose gewohnt zurückhaltend durch: „ACHTUNG !!!! Pampe fällt wie ein Stein = bummmmmmm in den indizes” mit. So trat die Prophezeihung auch anschließend ein, zumindest in den Indizes. Die Eröffnung der US-Aktienmärkte war ungewohnt langweilig bis zum XETRA-Schluss, wie man aus diversen Statements der Charttechniker wie beispielsweise Raggamuffin: „meine Linien sind heute fürn popo” herauslesen konnte.

Ausblick
Kaum ist der XETRA-Handel beendet und das DAX-Tippspiel abgerechnet, zeigten die US-Aktienmärkte eine Tendenz und brechen das gestrige Verlaufstief. Der Late-DAX kann sich dem nicht entziehen und markiert aktuell mit 4.860 Punkten ebenfalls ein neues Wochentief. Ob dieser Ausbruch nachhaltig ist und sich vielleicht sogar die Abwärtsdynamik zuspitzt, ist gerade in der Verfallswoche schwer abzuschätzen. Da die US-Aktienmärkte immer wieder für eine Überraschung gut sind, tendiere ich zu dem optimistischen Ausspruch: „alles wird gut” und freue mich auf die morgige Diskussion in den Tages-Trading-Chancen am Mittwoch.

Bis dahin einen erfolgreichen Resthandelstag und viele Grüße an die Leser von ARIVA wünscht Bernie.
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