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Window-Dressing auf der Wackelleiter

Gastautor: Andreas Mueller
30.09.2009, 19:59  |  2436   |   |   
Am letzten Handelstag des Monats September gingen die asiatischen Aktienmärkte uneinig aus dem Handel. Während der Nikkei in Tokio um 0,3 Prozent zulegen konnte, verlor der Hang Seng in Hongkong genau diese 0,3 Prozent und schloss damit unter 21.000 Punkten.

Der Deutsche Aktienindex eröffnete in etwa auf Vortagesniveau und hielt bis zum Nachmittag respektvollen aber engen Abstand zum etablierten Widerstand bei 5.750 Punkten. Daran änderten auch die Jahresteuerung der EU von minus 0,3 Prozent im September (Vormonat minus 0,2 Prozent) und der Arbeitslosenrückgang in Deutschland von 125.000 auf 3,4 Millionen nichts. Per Saldo sind dies 266.000 mehr Arbeitslose als vor einem Jahr und entsprechen 8 Prozent in der ausgewiesenen Quote. In den USA wurden im gleichen Zeitraum 254.000 Stellen abgebaut, wie der ADP-Bericht um 14.15 Uhr bescheinigte, was etwa 14.000 Stellen mehr als von Analysten im Vorfeld erwartet wurde entsprach. Im Gegensatz dazu wurde das US-BIP für das zweite Quartal nach oben revidiert und steht nun mit einem Minus von 0,7 Prozent in den Büchern.

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Mit Eröffnung der US-Börsen kam endlich Volatilität auf. Der Chicago-Einkaufsmangerindex wurde mit 46,1 überraschend niedrig vermeldet. Im Vorfeld lagen die Erwartungen bei 52 bis 53,5 nach einem Vormonatswert von 50. Die Reaktion an den Finanzmärkten war eindeutig; der DAX verlor rasant 100 Punkte auf 5.619 Punkte. Dort erfolgte eine leichte Stabilisierung, welche sich zum XETRA-Ende hin verstärkte. Mit einem Schlusstand bei 5.675 konnte das „Schlimmste” noch einmal abgewendet werden.

Aktuell scheinen die US-Börsen alle negativen Daten verarbeitet zu haben und Kauflaune kehrt zum Monats- und Quartalsende in den Markt zurück.

Hin und Her macht Taschen ___ ?

Nach der morgendlichen Begrüßung aus Kärnten stellte Harry72 erste Chartbilder vom EUR/USD zur Diskussion. HerrKoerper sortierte parallel die Trades nach dem Prinzip von Aschenputtel: Die guten ins Töpfchen die schlechten ins Kröpfchen.

Stichwort AschenPUTtel; zooropa war noch immer „in Puts gefangen” und fragte sich, wie lange dies gehen soll. Für Standuhr war bereits beim ersten Nachkauf vor 9.00 Uhr klar, dass er mindestens „zu Null” aus der Position herauskommen möchte. Dies gelang auch wieder „mit klitzekleinem Plus durch Mördernachkauf”. Eine spätere Diskussion zu Instrumenten und Positionsgröße war für viele nicht neu, aber wie immer interessant. Diese emotionale Erfahrung reichte jedoch nicht für einen Handelstag, demzufolge wiederholte er das Spiel am Nachmittag noch einmal.

Wer nach der langen Seitwärtsphase bis zum Mittag nicht vor Langeweile eingeschlafen war, sich um andere Arbeiten kümmerte wie jaxn oder zu seinen Shorts betete, konnte sich unvoreingenommen eine Neupositionierung wie Luki123 bei 5.736 Punkten gönnen. Auch duesen vermerkte in Schrift und Bild, dass der DAX „nicht gerade bullisch aussieht”. Selbige „grobe Marschrichtung” glich JoeMo mit den anderen Diskussionsteilnehmern ab.

Mit Vermeldung des massiv schlechter als erwartet ausgefallenem Chicago-Einkaufsmanagerindex ging der DAX in den freien Fall über und beglückte ENDLICH alle Short Investierten. Nach der Entwicklung der vergangenen Tage nahmen diesen Abverkauf jedoch sofort einige zum Anlass, sofort auf die Long-Seite zu wechseln. Mit etwas Ausdauer und vielen roten Smileys lohnte sich dies am Tagesende sogar. „Ein herrlicher Tag” lobte beispielsweise hardy den Kurschart und auch JoeMo kassierte quer durch verschiedene Märkte ab. Für alle, welche in diesem Zick-Zack-Markt die Position verloren, gab es von andimaus die tröstenden Worte: „ich kann das Wort Stop heute nicht mehr sehen”.

Ausblick

Per Saldo kaum Bewegung zeigen die Stände der Aktienindizes zum aktuellen Zeitpunkt. Dazwischen lagen allerdings Welten, Depotliquidierungen und einige Freudentränen. Auf Monatssicht hat der September nicht gehalten was die Statistik vorgab – zum Glück für alle Investoren!

Wie startet der kommende Monat? Werden die Wirtschaftsdaten den positiven Schwung der Vorwochen jetzt verlieren, wie es einige Indikatoren bereits signalisieren?

All diese Fragen, untermauert von Charts und Kommentaren, wird es auch Morgen wieder in gewohnter Runde geben. Nach einer nächtlichen Veröffentlichung des Tankan-Berichtes aus Japan, präsentieren einige EU-Länder ihre Einkaufsmanagerindizes am Vormittag. Um 11.00 Uhr blickt Euroland auf seine Arbeitsmarktdaten des Monats August und um 14.30 Uhr die ganze Welt auf die US-Einkommen und US-Ausgaben. Parallel dazu werden, wie jeden Donnerstag, die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Während des US-Handels sorgen vermutlich der US-ISM-Index und die ausstehenden Hausverkäufe für weiteren Diskussionsbedarf und Volatilität.

Ich freue mich darauf und verbleibe mit emotionalen Grüssen nach diesem Vola-Tag.

Euer Bernie

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