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Smart Investor Weekly 44/2009 Heißgelaufene Kurse - verlangen nach Korrektur

Gastautor: Ralf Flierl
27.10.2009, 17:57  |  1095   |   |   
Die Gier wächst – und war nie weg
Rund ein Jahr ist es mittlerweile her, als die Nachricht von der Lehman-Pleite die Börsen in Angst und Schrecken versetzte. Natürlich waren die Symptome dieser Krise schon länger sichtbar und die Grundlagen mit einer allzu laxen Niedrigzinspolitik der FED schon Jahre zuvor gelegt worden, doch erst der Lehman-Gau rückte das Geschehen in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Plötzlich war allerorts eine diffuse Verunsicherung zu spüren, die Angela Merkel und ihr Finanzminister Peer Steinbrück zu der längst legendären Staatsgarantie für Spareinlagen zwang. Sogar in der Hochfinanz übte sich man plötzlich in Bescheidenheit und Demut. Heute ist von all dem nichts mehr zu spüren. In den Finanzmetropolen der Welt regiert wieder die alte Devise vom „Business as usual“. Gleichzeitig klettern die umstrittenen Boni der Top-Banker auf neue Rekordhöhen. Doch man braucht gar nicht ausschließlich auf die oberen Zehntausend und ihre Maßlosigkeit schimpfen, die Gier fängt im Kleinen wieder spürbar an zu wachsen und dringt auch in unser Denken zunehmend stärker ein. Wenn der DAX seit Jahresbeginn um fast 20% ansteigt, will sich verständlicherweise kaum ein (Aktien-)Anleger mit mageren 3, 4 oder 5% Rendite zufrieden geben. Folglich muss das Risiko erhöht und der Zweifel beiseite geschoben werden. Irgendwie kommt einem das Ganze seltsam bekannt vor.

Aktenzeichen XY – ungelöst
Dass nicht wenige Investoren gegen jede Vernunft ihre Anlageentscheidungen treffen, konnte man auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ in der vergangenen Woche eindrucksvoll miterleben. Darin wurde u.a. die Fahndung nach Ulrich Engler ausgestrahlt. Dieser soll nach dem Vorbild des bekannten Schneeballsystems Anleger um Millionensummen beraubt haben. Daytrader Engler versprach seinen Opfern Garantie-Renditen von 6% pro – Achtung! – Monat (!). Nun gehört mit Sicherheit einiges an krimineller Energie dazu, ein solches System des organisierten Anlagebetrugs zu installieren, auf der anderen Seite sollten sich auch Englers abgezockte Kunden ernsthaft fragen, wie sie solchen Versprechen jemals Glauben schenken konnten. Nüchtern betrachtet entbehren monatliche Renditen von 6% jeder Grundlage. Offenbar hatte auch in diesem Fall die Gier wieder einmal ihre schmutzigen Finger mit im Spiel, was den international gesuchten Engler im Gegenzug allerdings von der eigenen Schuld keineswegs freisprechen soll.
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