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Kupfer und Eisenerz Warum bricht Chinas Nachfrage ein?

Gastautor: Gerhard Heinrich
18.11.2009, 12:16  |  999   |   |   

Die Preise für Industriemetalle wie Eisenerz und Kupfer sind im letzten halben Jahr enorm gestiegen, obwohl die Weltwirtschaft sich nur zaghaft erholt. Jeder weiß, dass es vor allem das boomende China ist, das für den neuen Run auf diese konjunktursensiblen Rohstoffe gesorgt hat. Speziell beim Eisenerz gab es in diesem Jahr Zeiten, in denen das Reich der Mitte rund die Hälfte der weltweiten Förderung abgenommen hat. 

Für Rohstoffanleger ist es erfreulich, dass Chinas Wirtschaft weiterhin aus allen Zylindern feuert. Die Industrieproduktion ist im Oktober um mehr als 16 Prozent gestiegen, was dem höchsten Anstieg seit 19 Monaten entspricht. Und der Hunger dieser Industrie nach Rohstoffen ist enorm. Die Stromproduktion hat sich auf Jahressicht um 17 Prozent erhöht, die Kupferproduktion zog um 28 Prozent an, und die Stahlproduktion schnellte sogar um 42 Prozent nach oben. Da wäre es nur folgerichtig, wenn auch Chinas Rohstoffimporte im Oktober neue Rekordhöhen erreicht hätten. Das Gegenteil war aber der Fall. 

Chinas Industriemetall-Einfuhren haben im Oktober nicht nur stagniert; sie sind sogar regelrecht eingebrochen. Laut Informationen der chinesischen Zollbehörden sind sowohl die Kupfer- als auch die Eisenerzimporte im Vergleich zum Vormonat um rund ein Drittel geschrumpft. Noch dramatischer entwickelten sich die Aluminium-Einfuhren. Hier ergab sich auf Monatssicht ein Rückgang um mehr als 50 Prozent. 

In unseren Beiträgen „Rohstoffe haussieren – Frachtraten fallen – was stimmt hier nicht?“ und „China kauft Kupfer statt Dollars“ haben wir bereits im August darauf hingewiesen, dass China deutlich mehr Kupfer und Eisenerz einführt, als es benötigt. Zwar ist der Bedarf der chinesischen Wirtschaft tatsächlich enorm. Sowohl die boomende Immobilienwirtschaft als auch die Autobranche (mit einem Absatzwachstum von 76 Prozent) und auch die umfangreichen Infrastrukturprojekte verschlingen Unmengen an Rohstoffen. Doch die Rohstoffkäufe Chinas auf dem Weltmarkt waren noch um einiges höher. Die Käufer waren teilweise chinesische Spekulanten. Aber auch die Stahl verarbeitende Industrie selbst und sogar einige Regierungsstellen haben die Hamsterkäufe der vergangenen Monate gefördert und teilweise noch forciert.
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