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Egbert Prior Axel Springer - Bild Dir Deine Meinung

Gastautor: Egbert Prior
18.11.2009, 13:53  |  1883   |   |   
Europas größtes Verlagshaus (WKN 550135) stemmt sich erfolgreich gegen die Werbe- und Medienkrise. Während rund um den Globus Zeitungskonzernen das Geschäft wegbricht, können die Berliner ihren Umsatz nahezu konstant halten. In den ersten neun Monaten sanken die Erlöse lediglich um 5% auf ca. 1,9 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente Springer 317 Millionen Euro. Zwar versilberte Vorstandschef Mathias Döpfner Anteile an Regionalzeitungen, was ihm einen einmaligen Sonderertrag von 215 Millionen Euro bescherte. Doch selbst ohne diesen Effekt ist das Neun-Monats-Resultat schön schwarz. Der Erfolg ist auf radikale Sparprogramme zurückzuführen.

Gleichzeitig expandiert der Konzern seit Jahren aggressiv ins Internet. So stockte der Zeitungsgigant Ende Oktober die Beteiligung an Europas größter Internetstellenbörse StepStone auf 88% auf. Die Springer-Aktie ist bei aktuell 73,85 Euro ein Schnäppchen. Der Börsenwert nur 2,4 Milliarden Euro. Und das bei einem Jahresumsatz von zuletzt 2,7 Milliarden Euro. Das Kursumsatzverhältnis liegt unterhalb von 0,9. Günstig! Seit Ende Dezember führte Döpfner die Nettoverschuldung von 370 auf 184 Millionen Euro zurück. Die Eigenkapitalquote kommt auf gesunde 41%. Mit der starken Bilanz im Rücken können sich die Berliner genüßlich nach Übernahmekandidaten umschauen.

Andere Imperien wie Bertelsmann oder ProSiebenSat1 sitzen dagegen in der Schuldenfalle und müssen erst einmal ihre Milliardenkredite abbauen. Während selbst global führende Blätter wie die New York Times Verluste schreiben, wirft das deutsche Zeitungsgeschäft bei Springer mit einer operativen Marge von zuletzt 20% beachtliche Renditen ab. Insofern macht Döpfners Plan Sinn: Bis Ende Dezember will er eine 20 Millionen Euro teure Werbekampagne für die beiden Flaggschiffe Bild und Welt starten.

Für das nächste Jahr gab sich Döpfner bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen zuversichtlich: „Wir glauben, daß die Talfahrt durchschritten ist.“ Im kommenden Jahr rechnet er mit einem „signifikanten Sprung“ beim operativen Ergebnis. Wir schätzen, daß im nächsten Turnus ein Überschuß von 260 Millionen Euro drin ist. Das SDAX-Papier wird, wenn unsere Prämissen stimmen, mit einem KGV von lausigen neun gehandelt. Springer ist ein klassischer Value-Wert! Der Chart macht auch Freude. Gelingt der Durchbruch über die Widerstandslinie bei 75 Euro, ist der Weg in Richtung 100 Euro frei. Für sich spricht, daß der neue Finanzvorstand Lothar Lanz im August und September für insgesamt 168.000 Euro Aktien kaufte.
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