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Post rudert beim Nachtluftpostnetz zurück

02.12.2009, 09:35  |  2872   |   |   
Konzern nimmt drei Strecken wieder in Betrieb – Konsequenz aus längerer Laufzeit - von Thomas Schmidtutz, Euro am Sonntag.

Die Deutsche Post nimmt Teile des im Sommer eingestellten innerdeutschen Nachtluftpostnetzes wieder in Betrieb. Das geht aus einem vertraulichen Schreiben des Konzerns hervor, das dieser Zeitung vorliegt. Nach den Plänen sollen ab Montag die Nachtflüge auf den Strecken Hannover–München, Stuttgart–Hannover und Berlin-Schönefeld–Stuttgart in beiden Richtungen wieder aufgenommen werden. Dabei kooperiert die Post mit Germanwings, TUI und Air Berlin.

Mit dem Schritt reagiert der Konzern auf die zuletzt gesunkene Lieferqualität auf den Nord-Süd-Verbindungen. Sie hätten sich „als unerwartet verspätungsanfällig erwiesen“, heißt es in dem Schreiben. Man habe auf der Straße „die für den Brieftransport erforderliche Transportgeschwindigkeit und -zuverlässigkeit nicht in vollem Umfang erreicht“, räumt der Konzern ein. Die Post strebt grundsätzlich an, Briefe einen Werktag nach der Einlieferung zuzustellen, im Fachjargon E+1 genannt. Ein Konzernsprecher sagte auf Anfrage, auf einzelnen Strecken sei die Quote der am nächsten Werktag zugestellten Sendungen „unter 90 Prozent“ gerutscht. Dies liege deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von rund 95 Prozent und unter dem eigenen Qualitätsanspruch. Daher habe man nun „nachgesteuert“.

Die Post hatte ihr Nachtluftpostnetz angesichts des rückläufigen Briefaufkommens in den vergangenen Jahren mehrfach restrukturiert und ausgedünnt.

Zum 1. Juli hatte der Konzern auch die letzten zehn Nachtflugverbindungen innerhalb Deutschlands eingestellt. Stattdessen sollte das Briefaufkommen komplett über die Straße befördert werden. Zur Begründung verwies die Post seinerzeit auf Kostenvorteile. Die Zustellquote (E+1) würde sich allenfalls um ein bis zwei Prozentpunkte verschlechtern, versicherte ein Postsprecher damals. Konzernkreisen zufolge sollte die Umstellung auf die Straße pro Jahr Einsparungen von 40 bis 60 Millionen Euro bringen, hatte es dazu geheißen. Die Post hatte dazu im Sommer jeden Kommentar abgelehnt. Nun dürften die jährlichen Einsparungen entsprechend geringer ausfallen. Ein Sprecher wollte keine Stellungnahme hierzu geben.

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