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Öl, Obama und die Tiefseebohrungen

Gastautor: Andreas Mueller
24.06.2010, 16:30  |  6222   |   |   
Öl ist weiterhin ein bestimmendes Thema für US-Präsident Obama. Neue Ergebnisse im Streit um das Verbot der Tiefseebohrungen sowie Reaktionen von BP standen diese Woche an.

Tiefseebohrungen - ja oder nein?

Auf das Unglück an der Golfküste der USA reagierte die USA gegenüber der Ölindustrie unnachgiebig. Seit dem 28.Mai ist ein Bohrstopp für 33 Plattformen durch die US-Regierung im Golf von Mexiko erlassen worden. Dieser hat eine Frist von 6 Monaten. Während dieser Zeit sollen die Sicherheitsbedingungen auf den Plattformen durch US-Behörden überprüft werden.

Gegen dieses Moratorium klagte die Ölindustrie in Vertretung von 32 Firmen. In Folge dessen hob der Bundesrichter Martin Feldman am Dienstag in New Orleans das Verbot der Tiefseebohrungen auf. Das Moratorium von US-Präsident Obama provoziert seiner Auffassung nach "unermessliche Folgeschäden für die regionale Wirtschaft" und ist im Denkansatz „zu plump und einfach anmaßend". Nicht jede Plattform ist per se gefährlich, ebenso wenig wie nicht jedes Flugzeug ein erhöhtes Absturzrisiko birgt. Den Behörden warf er „Willkür” bei der Verfassung des Moratoriums und mangelndes öffentliches Interesse vor.

Argumentationen

Wie reagiert die US-Regierung darauf? Sie fechtet dieses Urteil juristisch vor dem Berufungsgericht in New Orleans an. Begründet wird dies mit dem Schutzbedürfnis von Bevölkerung und Natur, welches gegenüber den ökonomischen Interessen der Industrie Vorrang haben sollte. Die Ölindustrie kontert indes mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung. Aktuell belasten diesen Wirtschaftszweig zudem strengere Sicherheitsvorschriften und daraus resultierende Regularien. Für viele Arbeiter sind Lohnausfälle zu verzeichnen. Pro Monat wird dieser auf 330 Millionen Dollar geschätzt. Dem kann auch der Rettungsfond von BP nicht dauerhaft entgegenwirken.

Der Ölpreis fiel in den letzten 5 Handelstagen leicht zurück und spiegelt somit keinen Engpass wider.



BP benötigt Kapital

Erste Rechnungen der US-Regierung an den Ölkonzern BP wurden bereits „in vollem Umfang” beglichen. Es handelte sich bisher um drei Zahlungen, die in der Summe 122,3 Millionen Dollar betrugen. Insgesamt wird lt. Financial Times Deutschland mit einer Gesamtschadenssumme von 20 Milliarden Dollar gerechnet. Um dies zu generieren, prüft BP nach einem Handelsblatt-Bericht den Verkauf von Beteiligungen und Gasvorkommen an den russischen Konzern Rosneft.

Für die Aktie von BP deutet sich nach dem Druck der vergangenen Wochen eine Bodenbildung an.



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Bernecker1977 - Andreas Mueller

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