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Honorarberatung "Viele Banken führen Verbraucher in die Irre"

Gastautor: €urams exklusiv
03.07.2010, 11:00  |  6106   |   |   

Karl Matthäus Schmidt betritt mit der Quirin Bank Neuland. Als Honorarberatungsbank bietet sie Alternativen zu klassischen Provisionsmodellen - von Michael Gneuss.


Seit drei Jahren baut Karl Matthäus Schmidt die Quirin Bank als erste Honorarberatungsbank Deutschlands auf. Er garantiert seinen Kunden, dass die Bank keine Provisionen von der Finanzindustrie behält und nur kostengünstige Produkte empfiehlt. Die Quirin Bank lebt von Honoraren und einer Erfolgsbeteiligung. Ende dieses Jahres will Schmidt mit diesem Geschäftsmodell in die schwarzen Zahlen kommen. Die Bank beschäftigt derzeit knapp 100 Berater. Die Kunden sind im Durchschnitt 50 Jahre alt und lassen ein Vermögen von 200.000 Euro verwalten.



Herr Schmidt, Banker haben derzeit nicht den allerbesten Ruf. Spüren Sie das auch?

Karl Matthäus Schmidt: Ich sehe uns als Profiteure der Finanzkrise. Wir sind die am schnellsten wachsende Beraterbank in Deutschland. Die Finanzkrise hat bei vielen Menschen das Fass zum Überlaufen gebracht. Sie sind teilweise entsetzt über die Leistungen ihrer Bank. Viele haben die Nase voll von provisionsgetriebenen Verkäufern. Die verstehen, dass das keine wirkliche Beratung ist. Wir haben in drei Jahren die Zahl der Kunden von 700 auf 65 000 und das Kundenvermögen von 500 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro gesteigert. Die Finanzkrise hat uns dabei eher geholfen.



Sie kritisieren die Provisionsmodelle. Fordern Sie ein Verbot?

Schmidt: Wir haben im Oktober letzten Jahres die Bundesregierung aufgefordert, Provisionen im Privatkundengeschäft abzuschaffen. Diese Kampagne wurde von vielen Experten unterstützt. Dennoch muss man sehen: Die Finanz- und Bankenlobby hat in Deutschland eine starke Stellung. Veränderungen brauchen lange.



Gerade jetzt wäre doch bestimmt ein ausgesprochen günstiger Moment für Bankenregulierungen.

Schmidt: Das ist sicher richtig, die Frage ist nur, mit welchen Maßnahmen man den deutschen Bankenmarkt im Sinne des Verbraucherschutzes regulieren kann. Dazu ist es zunächst wichtig, ein klares Berufsbild für Honorarberater zu schaffen und die Annahme von Provisionen zu verbieten. Denn oftmals wird das Berufsbild des Honorarberaters dadurch verwässert, dass dieser sowohl Provisionen als auch Honorare nimmt. Außerdem muss eine Mindestqualifikation für den Honorarberater gesetzlich verankert werden, um eine hohe Beratungsqualität sicherzustellen. Zudem gibt es in Deutschland überhaupt keine Kennzahlen für die wahren Kosten von Finanzprodukten.

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