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MPH - offensiver als STADA

Gastautor: Andreas Mueller
14.07.2010, 14:52  |  7461   |   |   
Dem Pharmamarkt wird weiterhin ein kontinuierlicher Wachstumstrend unterstellt. In welcher Form kann man davon als Anleger profitieren?

Gründe für ein Investment

Seit über zehn Jahren verzeichnet der Pharmamarkt eine weltweit steigende Nachfrage und somit Wachstum. Gründe dafür sind die steigende Lebenserwartung, die Zunahme der Weltbevölkerung und der stetige medizinische Fortschritt. Eine Investition in dieses Segment diversifiziert somit nicht nur ein bestehendes Portfolio von Anlegern, sondern eröffnet Gewinnmöglichkeiten innerhalb eines Wachstumsmarktes.

Nachfolgend werden zwei Unternehmen vorgestellt, welche von diesem Trend in der Vergangenheit und auch in der Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit profitieren werden.

STADA als Basisinvestment der Pharmabranche

Nicht nur aus den Kurslisten des MDAX ist allen Börsianern die Konzerngesellschaft STADA Arzneimittel AG bekannt. Bereits 1895 wurde STADA in Dresden als Apothekergenossenschaft gegründet und erlangte 1970 den Status einer Aktiengesellschaft. 1997/98 erfolgte die Notierung an der Börse, welche aktuell eine Marktkapitalsierung von 1,6 Milliarden Euro reflektiert. Im Pharmabereich ist diese Aktie ein Standardinvestment.

Die STADA AG ist auf dem internationalen Gesundheits- und Pharmamarkt tätig. Der Hauptfokus der Geschäftsaktivitäten liegt auf der Entwicklung und anschließenden Vermarktung von Wirkstoffen und Produkten. Als Kernsegmente werden somit Generika und Markenprodukte vom Unternehmen angeführt. Neben diesen sehr erfolgreichen Segmenten ergänzen Beteiligungen das Aktivitätsportfolio. Kooperationen und Akquisitionen werden jedoch im Rahmen der Eigenkapitalquote geprüft und behutsam eingegangen.
Letzterem Segment widmet sich das folgende Unternehmen explizit zu.

MPH steht für Generika und Europäische Markenarzneimittel

MPH steht für Mittelständische Pharma Holding AG. Seit dem 6. März 2009 ist die MPH als Holdinggesellschaft in den Geschäftsfeldern Generika und EU-Markenarzneimittel tätig. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin wurde im November 2008 gegründet. Hauptaktionär der MPH AG ist die MAGNUM AG. Das Portfolio soll sukzessive erweitert werden, um an den Wachstumsprognosen im Pharmabereich positiv zu partizipieren. Im Jahr 2009 konnte ein Umsatzwachstum von 535 Prozent erreicht werden. Der Vorsteuergewinn beträgt knapp 10 Prozent für jeden Euro Umsatz. Im Vergleich dazu wies STADA „nur” ein Gewinnwachstum von 32 Prozent und ein rückläufiges Umsatzwachstum von minus 5 Prozent aus. Dennoch ergibt sich nach Angaben von unterschiedlichen Finanzportalen für die MPH ein mit 10,83 (zu 14,18 bei STADA) geringeres KGV im Jahr 2009. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass bei der MPH lediglich ein erstmaliger Konzernabschluss für den Zeitraum 06.03.-31.12.2009 vorliegt.

Weitere Akquisitionen sind zu erwarten, wenn man die Eigenkapitalquote von 82,18 Prozent (Vergleich zu STADA 35,47 Prozent) analysiert. Mit einem Verschuldungsgrad von nur 21,69 Prozent ist die MPH gegenüber der STADA mit 181,91 Prozent sehr gut finanziert. Bei den Kennzahlen zum Umsatz weisen beide Unternehmen sehr positive Zahlen aus. So liegt die Umsatzrendite netto (brutto) der MPH bei 8,16 (9,4) Prozent sowie bei STADA leicht darunter bei 6,4 (9,02) Prozent.

Allein die Tochter HAEMATO PHARM AG erzielte im Portfolio der MPH eine Verfünffachung des Umsatzes im Jahr 2009! Im Jahr 2005 startete diese MPH-Konzerngesellschaft mit dem Generikageschäft. Generikaprodukte werden lizensiert und mit eigener Herstellererlaubnis bei zertifizierten Lohnherstellern in Produktion gegeben. In den Schwerpunktbereichen Onkologie, HIV und Rheuma werden hohe Wachstumsraten und attraktive Renditen erzielt. Seit 2007 ergänzt die HAEMATO PHARM AG ihr Geschäft um EU-Markenarzneimittel. Im Verkauf an Apotheken werden eigene Generikaprodukte im Angebot um patentgeschützte EU-Markenarzneimittel ergänzt. Mit nur drei EU-Markenarzneimitteln allein sparten hier am Ende die Krankenkassen im Jahr 2009 rund 500.000 Euro in der Kostenerstattung. Das Portfolio umfasst derzeit rund 200 EU-Markenarzneimittel.

Chartanalyse

Es verwundert daher nicht, dass beide Aktien sich in einem Aufwärtstrend befinden. Im Vergleich zu DAX oder MSCI ist zudem eine sehr nachhaltige Outperformance zu verzeichnen. Beide Aktien gegenübergestellt verdeutlichen dies.



Das Chartbild der letzten drei Monate erlaubt unterschiedliche Schlussfolgerungen. Hierbei ist im Wert STADA ein klarer Abwärtstrend zu identifizieren. Die obere Begrenzung verläuft aktuell bei 29,50 Euro. Unterhalb dieser Marke rate ich von einer Anlage aus Sicht der Markttechnik ab.



Positiver stellt sich das Chartbild der MPH dar. Ein intakter Aufwärtstrend ist vorhanden und durch das 61,8 Fibunacci Retracement im Bereich 2,40 Euro – 2,50 Euro unterstützt.



Ein Ausbruch aus der aktuellen Konsolidierung sollte MPH einen Impuls bis zum Verlaufshoch generieren. Mit entsprechender Dynamik ist für mich das Kursziel von 3 Euro als realistisch einzustufen.

Fazit

Um von dem weiteren Wachstum der Pharmabranche zu profitieren, favorisiere ich das Filtern von Einzelwerten und nicht das passive Investment in einem Fond. Zu unterschiedlich sind die Unternehmen als dass man pauschal eine ganze Branche kaufen muss. Bei beiden vorgestellten Werten stimmen die Rahmendaten und ich sehe weiteres Potential. Aus Sicht der Charttechnik ist mittelfristig die MPH zu bevorzugen. Im Rahmen der Portfolio –Diversifikation ist damit ein zweiter Blick auf diesen spannenden Wert nicht verkehrt.



Bernecker1977
(Andreas Mueller)

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