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Euro-Bond – der sicherste Weg in die Pleite

Gastautor: Klaus Singer
12.12.2010, 16:13  |  5692   |   |   
In der kommenden Woche sollen auf einem EU-Gipfel entscheidende Weichen für den langfristigen Schutz des Euro vor Spekulanten gestellt werden. Schon wieder?

Die Brüsseler Politbürokraten haben eine (alte) Idee: Der Euro-Bond soll es richten.

Das übliche Gegacker im Vorfeld solcher Ereignisse: Der böse Herr Juncker aus einem ziemlich unbedeutenden Euro-Land nennt unsere „Mutti“ „uneuropäisch“. Sie hätte seinen Euro-Bond-Vorschlag nicht einmal gelesen, bevor sie ihn ablehnte. Außerdem unterstellt er ihr „simples Denken“. Er muss es wissen, er ist Chef der Eurogruppe.

Gordon Brown, zur Zeit London, sagt eine schwere Krise der Eurozone für 2011 voraus, die ein Gipfel-Treffen erforderlich mache, um sie zu lösen. Schon wieder eines? Und, zweite Frage, kommt der dann auch?

Ex-Kanzler Schmidt sagte, Merkel und Schäuble hätten keine Ahnung von den internationalen Finanzmärkten. Aber von den nationalen?

Besonders aus Ländern mit finanziellen Schwierigkeiten ist der Ruf nach dem Euro-Bond so laut wie die Rede einiger Experten, die in dieser europäischen Anleihe das Allheilmittel ausgemacht haben. Auch gegen die Allmacht der „Londoner City", wie manche betonen.

Deutschland und Frankreich, aber auch die Niederlande sind dagegen, u.a. mit dem Argument, der Euro-Bond verstoße gegen europäische Verträge. „No Bailout“ - hat das jemanden interessiert, als der europäische Schutzschirm beschlossen wurde?

Bei dieser Vorstellung verwundert es nicht, dass der Euro gegen Dollar nach der Bekanntgabe der Irland-Rettung bis 1,30 durchsackte, nachdem er zuvor den Pegel bei 1,33 und die Unterseite des seit Juni etablierten Aufwärtskanals gerissen hatte. Kurz später schafft er zwar nochmals den Sprung darüber, aber das währte nicht lange. Aktuell bewegt er sich im Niemandsland zwischen 1,32 und 1,33.

Jetzt werden allmählich auch Länder mit vergleichsweise „gesunden“ Staatshaushalten angefressen: Am Markt für Kreditausfallderivate zieht die Risikoprämie für Deutschland an. Ende 2009, vor der Griechenland-Hilfe im Mai, kostete es jährlich 2600 Euro, um eine Forderung gegenüber der Bundesrepublik von einer Million Euro gegen das Risiko eines Zahlungsausfalls abzusichern. Vor dem Beschluss der Euro-Zonen-Finanzminister über das Rettungspaket für Irland lag die Prämie bei unter 4000 Euro, jetzt sind es 5100 Euro.
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1 Kommentare

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Kommentare

Hi!
Erst einmal einen herzlichen Dank, für diesen vortrefflichen Artikel.
1. Wo ist das Problem,wenn jemand für 1000000 Forderung für Deutschland 5100 Euro Prämie als Ausfallversicherung zahlt?
2. Wer zahlt, und wer garantiert dafür?
3. Jeder,der sich versichert hat, kann doch eigentlich gut schlafen!Oder kommen hier etwa Zweifel auf,das die Ausfallversicherung im Falle eines Defaut,nicht bedient wird?
4. Geld ist heute durch gar nichts mehr gedeckt,außer durch Ver-
trauen.
5. USA hat ein Defizit von 150 Milliarden Dollar in einem Monat.
6. Mit Hilfe der Deutschen Bank,könnten die EU auch endlich
ein feines Defizit produzieren,warum eigentlich überhaut noch
Steuern erheben,die Staaten könnten doch das Geld, was
gebraucht wird, einfach drucken lassen.
7. Die EZB kauft die Bonds(wie in Amerika)-Der Euro ist unsere
Währung aber euer Problem!
8. Fals jetzt die Infla zuschagen sollte,heben wir einfach die Zinsen an, und alles ist wieder in "Butter".

"Wenn die Regierung das Geld verschlechtert,um alle Gläubiger zu
betrügen,so gibt man diesem Verfahren den höflichen Namen
Inflation. (George Bernard Shaw,1856-1950)

und Gruß! wasistgeld

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