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DAX Jahreshoch in Gefahr

Gastautor: Andreas Mueller
14.01.2011, 19:51  |  4107   |  10   |   

Nur 12 Punkte unter dem Jahreshoch stellt sich die Frage nach einem Doppel-Top. Doch ganz so einfach stellt sich die Auswertung der Lage nicht dar. Viele positive Faktoren sprechen eher für eine Fortsetzung des etablierten Trends.

 

Kursentwicklung zum Jahreswechsel

 

In meiner Analyse „DAX 7.000 - und nun?“ vom 07.12.2010 ging ich auf die spannende Eroberung der psychologisch wichtigen Marke von 7.000 Punkten im Deutschen Aktienindex ein. Dieses Niveau wurde nach einer Konsolidierungsphase im etablierten Aufwärtstrend erreicht und sollte die Marktteilnehmer noch länger beschäftigen. „In der Regel wird eine 1.000er-Schwelle nicht nur durchbrochen, sondern mehrfach gehandelt, getestet und umworben.“ stand im Fazit dieser Kolumne. Genau dieses Marktverhalten konnte man in den vergangenen fünf Wochen beobachten. Der DAX schaffte es leider nicht, diese runde Zahl zum letzten Handelstag des Jahres (30.12.2010) medienwirksam zu verteidigen, eroberte sie jedoch im Neuen Jahr schnell zurück. Das Tauziehen zwischen Bullen und Bären hatte einige Gründe, welche ich etwas näher erläutern möchte.

 

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Unsicherheit und Entspannung

 

Als größten Unsicherheitsfaktor ist zweifelsohne der Euro zu identifizieren. Brisante Finanzen innerhalb einiger Staatshaushalte sorgten in den vergangenen Wochen für einen starken Verkaufsdruck im Euro zum US-Dollar. Zeitweise fiel die europäische Einheitswährung sogar unter die Marke von 1,29 auf ein neues 4-Monats-Tief.

Für die betroffenen Länder gilt es, sich für dieses Jahr und ihre laufenden Ausgaben neues Kapital zu beschaffen. Dies wird vorrangig durch die Emission eigener Anleihen geschehen, insofern keine Nutzung des Euro-Rettungsschirmes angestrebt wird. Im Gegenzug dazu müssen die betroffenen Länder natürlich entsprechend ihrer Kreditwürdigkeit hohe Zinsen auszahlen. Portugal nahm in diesem Rahmen zur Wochenmitte 1,25 Milliarden Euro auf und zahlt dafür 6,7 Prozent an Zinsen für 10-jährigige Papiere. Nicht gerade wenig, wenn man sich die „normalen“ Zinssätze am Geldmarkt ansieht und im Hinterkopf behält, dass Portugal allein dieses Jahr rund 20 Milliarden refinanzieren muss. Dennoch wurde die erfolgreiche Platzierung in dieser Woche mit einem Kursfeuerwerk am Aktienmarkt honoriert. Italien und Spanien folgten wenig später mit eigenen Emissionen. Das Vertrauen in die Eurozone scheint mit diesen ersten unproblematischen Anleiheplatzierungen vorerst zurückgekehrt zu sein. Sehr deutlich ist dieses erstarkte Vertrauen am Chart des Euro zum US-Dollar abzulesen, welcher sich aktuell der Marke von 1,34 nähert. Doch nun zurück zum DAX.

 

DAX mit Doppel-Top?

 

Im 3-Monats-Chart sieht man sehr schön, wie der DAX erneut an das Jahreshoch vom vergangenen Jahr lief. Ob aus Angst, Respekt oder dem Mangel an weiteren positiven Nachrichten; er überwand diese Marke bisher nicht. Kann man deshalb von einem Doppel-Top sprechen?

Auf den ersten Blick könnte man dies in der Tat unterstellen, da beide Hochs knapp unterhalb der Marke von 7.100 Punkten auf dem gleichen Niveau ausgeprägt sind (rote Markierung im nachfolgenden Chart). Doch für ein Doppel-Top sollten weitere Bedingungen erfüllt sein. So ist der Bruch eines Aufwärtstrends oder einer Unterstützungszone im Idealfall mit steigendem Volumen ein weiteres Kriterium. Eine solche Zone befindet sich im DAX bei 6.800 bis 6.900 Punkten und ist in folgendem Chart grün markiert.

 

Chart 3 Monate DAX

Als der DAX in dieser Woche kurzzeitig unter 6.900 Punkten notierte, sahen viele Marktteilnehmer dieses Szenario bereits als bestätigt an. Die Käuferseite nahm dies allerdings als Anlass für erneute Engagements und sorgte bei den Bären für Verwirrung und blutige Pfoten. Warum? Eine Antwort darauf können die größeren Zeiteinheiten geben.

 

Aufwärtstrends ungebrochen

 

Am unteren Rand dieser vorgestellten Zone im 3-Monats-Chart trifft der DAX auf den im vierten Quartal 2010 begonnen Aufwärtstrend. Dieser kann zudem mittels Verschiebung als Kanal dargestellt werden, was die Relevanz noch einmal erhöht. Da die Berührungen mit diesem Trendkanal vornehmlich an der oberen Begrenzung stattfanden, ist dieser Trend als stark ausgeprägt zu bezeichnen. Folgende Charteinstellung veranschaulicht dies.

 

 

Chart Dax 6 Monate

 

Marktteilnehmer mit einem mittelfristigen Anlagehorizont nutzen daher etwaige Korrekturen sehr schnell für ein Engagement. Aus diesem Grund überrascht es auch nicht, dass die Aufwärtstrendlinie keinem direkten Test unterzogen wurde. Augenscheinlich ist das Kaufinteresse bereits vor einer Berührung mit dieser Linie stark ausgeprägt.

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10 Kommentare

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Kommentare

Yep, sehe ich auch so!

Sehr gut formuliert!

Hoffe aber auf den einen oder anderen kleinen Rücksetzer.

Vielen Dank
Der Dax hat nachbörslich das Jahreshoch vom 21.12.2010 bei 7087 genommen ...das dürfte nächste Woche interessant werden,
hoffentlich mit vielen guten Tradingchancen Die letzten beiden Wochen war es ziemlich volatil, hoch, runter, hoch, runter...wäre schön,
wenn wir nun wieder einen Move sehen, der über ein paar Tage anhält, dann laufen die Tradingchancen noch besser/sauberer..

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