Wochenausblick EURUSD + Dax

Gastautor: Markus Fugmann
23.05.2011, 17:58  |  1599   |   |   

Euro-Dollar:

 

 Das sah letzte Woche zunächst gut aus für Euro-Dollar: nach einem Start knapp unter 1,41 tendierte die Gemeinschaftswährung zunächst konstant nach oben und erreichte schließlich am Freitag sein Wochenhoch knapp unter der 1,4350. Von dort aus ging es jedoch heftig und stetig nach unten, am heutigen Montag fällt der Euro dann sogar unter die 1,40.

Was war Auslöser dieser seit Freitag heftigen Abwärtskorrektur? Es ist eine Gemengelage an negativen Nachrichten und Äußerungen, die den Euro derzeit so schwer belasten. Da ist zunächst einmal Norwegen, das sich weigert, sich an weiteren Krediten für Griechenland zu beteiligen. Zwar ist die Summe, um die es hier geht, recht kläglich, doch ist die Signalwirkung einer solchen Aussage nicht zu unterschätzen. Der zweite Faktor ist die Senkung des Ratingausblicks Italiens auf negativ durch S&P, sodaß nun ein weiteres Euro-Land in den Fokus der Finanzmärkte gerät. Der dritte Faktor ist schließlich die Herabstufung Griechenlands durch Fitch, und das um gleich drei Stufen auf nunmehr B- (also "Ramsch"!).

Als wäre das des Schlechten nicht schon zuviel, meldete sich am Freitag der neue Bundesbankchef Jens Weidmann zu Wort. Und seine Aussagen haben eine ganz enorme Sprengkraft: Weidmann betonte, daß im Falle einer Laufzeitverlängerung für griechische Anleihen - also die sogenannte "sanfte Umschuldung" - die EZB vermutlich griechische Anleihen nicht mehr als Sicherheitshinterlegung von Banken akzeptieren würde. Was bedeutet das? Zunächst einmal müßten diejenigen Banken, die griechische Anleihen als Sicherheit bei der EZB hinterlegt haben, nunmehr neue Sicherhietsleistungen bringen, was dann sofort auf das Eigenkapital negativ durchschlägt. Dazu kommt, daß die Banken dann gezwungen wären, Abschreibungen auf ihre Griechen-Bonds vorzunehmen. Hauptleidtragender wären hier griechische Banken, die als Haupteigner griechischer Staatsanleihen somit faktisch kaum mehr in der Lage wären, sich von der EZB Liquidität zu besorgen. Das wiederum dürfte die Hellas-Banken letztlich in den Bankrott treiben, was wiederum für andere Banken erhebliche Auswirkungen hätte.

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