EUR/USD Täglicher Devisenkommentar: Die Vertrauensfrage im griechischen Parlament hält den EUR/USD-Kurs in Atem

Gastautor: Jens Klatt
21.06.2011, 10:03  |  1602   |   |   

Der Kurs des EUR/USD-Paares gab im Zuge des enttäuschenden Ausgangs der Zusammenkunft der führenden Finanzpolitiker Europas in Luxemburg am Sonntag zunächst nach. Die Aussage, dass man Griechenland sogar noch striktere Sparreformen auferlegen möchte, verunsicherte die Marktteilnehmer. Besonders in Anbetracht der noch ausstehenden Vertrauensfrage des griechischen Ministerpräsidenten Papandreou.

Da eine Abwahl Papandreous zu Neuverhandlungen der Sparreformen mit den Kreditgebern führen würde, lässt sich zumindest klar sagen, dass die Problematik noch keineswegs ausgestanden ist und ein möglicher Staatsbankrott immer noch wie ein Damoklesschwert über dem Euro schwebt. Für Durchatmen am Nachmittag sorgte dann die Ankündigung, dass man einen 700 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds auflegen wolle. Die Besonderheit liegt in der Mithaftung des Privatsektors. Am Ende der US-Handelssitzung notierte der EUR/USD-Kurs unverändert bei 1,4302 US-Dollar.

Am heutigen Tag werden aus wirtschaftsdatentechnischer Sicht vermutlich nur durch die ZEW-Konjunkturerwartungen Impulse geliefert. Zwar beginnt heute auch die Ratssitzung der Fed, doch wird das Sitzungsergebnis erst morgen Abend um 20:15 Uhr veröffentlicht. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der ZEW-Konjunkturerwartungsindex voraussichtlich bei -3,0 liegen wird. Positive Überraschungen könnten dem Währungspaar unter Umständen ein wenig Rückenwind verschaffen. Allerdings werden am heutigen Tag alle Augen auf Athen gerichtet sein, wo das Ergebnis der Vertrauensfrage des Ministerpräsidenten Papandreou aussteht. Zu erwarten ist, dass Papandreou abgewählt wird. Entsprechend könnten die Auswirkungen auf den EUR/USD-Kurs sein. Wie bereits erwähnt, könnte eine Abwahl Papandreous als Katalysator wirken und einen griechischen Staatsbankrott herbeiführen, resultierend aus Neuverhandlungen bezüglich angestrebter Sparreformen und weiterer Finanzhilfen.

Technisch gesehen hat sich der Ausblick für den EUR/USD-Kurs zum gestrigen Tage insofern verändert, dass während der asiatischen Handelssitzung ein Bruch des einen Abwärtstrends (im Chartbild violett gestrichelt) erfolgt ist und somit zunächst weiteres Aufwärtspotenzial besteht. Das erste Kursziel liegt bei 1,4500 US-Dollar. Aktuell befinden wir uns in einer neutralen Zone. Nachhaltige Kurse über 1,4500 US-Dollar würden die Abwärtstendenzen im EUR/USD-Kurs negieren und das Chartbild aufhellen. Allerdings ist im 4-Stunden-Chart immer noch eine Abwärtsstruktur gegeben (orange) und wir bewegen uns aktuell nur in Richtung obere Trendkanalbegrenzung. Damit bleiben auch weiter nachgebende Kurse durchaus realistisch. Kurse unter dem Tagestief von gestern bei 1,4190 US-Dollar und dann unter 1,4070 US-Dollar würden weiteres Abwärtspotenzial freisetzen. Erste Kursziele in den nächsten Tagen auf der Unterseite wären dann die Marke bei 1,4020 US-Dollar und bei entsprechender Abwärtsdynamik bei 1,3860 US-Dollar.

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Wichtige Marken (21.06.2011):
Support: 1,3860 USD | 1,4020 USD
Resist: 1,4500 USD | 1,4330 USD 

Wichtige Wirtschaftsdaten (21.06.2011):
USA: Federal Reserve Ratssitzung (zweitägig)
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartung Juni, erwartet -3,0
USA: Verkäufe bestehender Häuser Mai (MoM), erwartet -5,0%
EU: Vertrauensfrage im griechischen Parlament 

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