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DAX Panik weicht Objektivität nach 2000 Punkten

Die Handelswoche hatte es bisher in sich! Nach dem Unterschreiten der psychologisch wichtigen Marke von 7.000 Punkten im DAX am ersten Handelstag im August fiel am Montag bereits die Marke von 6.000 Punkten. Auf eine Unterstützung aus Übersee warteten die Anleger an diesem Montagabend vergebens. So setzte sich der Verkaufsdruck am Dienstag im DAX weiter fort und gipfelte nach einer zunächst stabileren Eröffnung in einem Ausverkauf bei 5.500 Punkten. Der EUR/USD blieb davon relativ unbeeindruckt. Diese Volatilität ist selbstverständlich nicht der Normalfall und daher mit Vorsicht zu betrachten. Hohen Chancen stehen gerade jetzt hohe Risiken gegenüber, welche in den vergangenen Tagen beim Einsatz von Hebelprodukten sehr schnell zu einem persönlichen Crash führen konnten.

 

Chartsituation im DAX gibt Hoffnung

 

Das Ausmaß des Kurseinbruchs zeigt sich sehr deutlich im 3-Monats-Chart. Vom Verlaufshoch bei 7.500 Punkten am 08.07.2011 bis zum gestrigen Tief bei 5.500 Punkten sind es exakt 2.000 Punkte! Davon wurde der Großteil dieser Bewegung in den vergangenen 8 Handelstagen vollzogen. Ähnlich stark fielen natürlich auch die im DAX (und anderen Marktsegmenten) enthaltenen Einzelwerte. Dies ist kein Trost, aber ein Indiz dafür, dass der breite Markt verkauft wurde und nicht ein Sektor für den Kursverfall verantwortlich war.

Hoffnung steht dagegen hoch im Kurs, denn auf jede Bewegung folgt in der Regel eine Gegenbewegung. Kursverläufe verhalten sich tendenziell wie ein springender Ball auf einer Treppe und nicht wie ein fallender Stein im See. Das heißt: Mit jedem Trendtag in Folge steigt die Wahrscheinlichkeit einer Gegenbewegung stetig an. Es stellt sich für die Anleger am Aktienmarkt nun jedoch die Frage, ob man auf eine reine Gegenbewegung im Abwärtstrend spekuliert (für das Verkaufen noch bestehender Engagements) oder aber eine Trendumkehr stattfinden kann (Aufbau neuer Positionen). Für eine Antwort darauf kann man das Kursmuster leider nicht mit anderen Situationen vergleichen, da die Auslöser für den Verfall globale und weitreichendere Ursachen als je zuvor haben. Konnte der DAX beispielsweise nach dem Fukushima-Kursverfall sehr schnell wieder auf sein Ausgangsniveau zurückkehren, so erholten sich die Kurse während der Dotcom-Krise oder nach der Lehmann-Pleite erst einige Monate später.

In diesem unsicheren Umfeld ist jedoch die gestrige Tageskerze positiv zu beurteilen. Es handelt sich hier um einen so genannten „Doji“, welcher in der Charttechnik für die Unentschlossenheit der Marktteilnehmer und eine sehr wahrscheinliche Trendwende steht. Symbolisiert ist der Doji durch einen Kerze mit kleinem Körper. Der Eröffnungskurs befindet sich somit sehr nahe am Schlusskurs des Handelstages.

 

 

Einordnung im Mehrjahreschart DAX

 

Das gestrige Verlaufstief ist im Mehrjahreschart des DAX ein Kursbereich, der zuletzt im Mai 2010 berührt wurde und in den Monaten davor als Unterstützung diente. Losgelöst von den politischen Ereignissen ist aus rein charttechnischer Sicht eine Bodenbildung an dieser Stelle sehr wahrscheinlich. Bestehende Positionen oder Neuengagements sollten daher mit einem Stopp knapp darunter abgesichert werden. Im Vergleich zum Fukushima-Verfall rechne ich jedoch nicht mit dem Erreichen neuer Jahreshochs in den kommenden Wochen. Eine Erholung bis 6.500 Punkte (50%-Korrektur des Verfalls) ist jedoch ein erreichbares Ziel.

 

 

Letztlich werden die Kurse momentan stark von der Nachrichtenlage beeinflusst. Nutzen Sie daher meinen kurzen Blick über den Tellerrand als Anregung für Ihren Handel nicht losgelöst von den Ereignissen an den Weltmärkten und halten Sie Ihre Risikoparameter stärker denn je ein.

 

Euer Bernecker1977

(Andreas Mueller)

 

Im Sinne des §34 Wertpapierhandelsgesetz teile ich mit, im analysierten Basiswert investiert zu sein. Der Inhalt des Artikels ist dennoch keine Handelsempfehlung für Leser und spiegelt ausschließlich die eigene Meinung des Autors dar.



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Disclaimer

DAX Panik weicht Objektivität nach 2000 Punkten Charttechnische Analyse des DAX im großen Zeitrahmen zur Identifikation von Unterstützungen und einem möglichen Reboundziel nach dem Verfall.

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