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Wochenausblick EURUSD + Dax

Gastautor: Markus Fugmann
14.11.2011, 13:51  |  1766   |   |   

Euro-Dollar:

 

Noch zu Beginn der Woche stand Griechenland im Fokus der Märkte. Die Gemeinschaftswährung begann die Handelswoche im Bereich 1,38 und bekam Auftrieb, nachdem Papandreou unter Druck der maßgeblichen EU-Verantwortlichen das gepante Referendum absagte. Doch der Fokus verschob sich schnell auf Italien und die Frage, ob Berlusconi zurücktreten würde. Nachdem der "cavaliere" zunächst die Abstimmung über das Budget ohne eigene Mehrheit überstanden hatte, folgte am Dienstag abend die Ankündigung seines Rücktritts, die den Euro noch einmal bis in den Widerstandsbereich 1,3850/60 hievte. Doch auf diesem Niveau war die Gemeinschaftswährung nun bereits mehrfach gescheitert, und vieles sprach dafür, daß der angekündigte Rücktritt etwas Beruhigung bringen würde. Doch das Gegenteil war der Fall: am Mittwoch explodierten die Renditen italienischer Staatsanleihen über 7%, ein Niveau, das schon Griechenland und Irland in die Knie gezwungen hatte. Offensichtlich war den Marktteilnehmern aufgefallen, daß ein schlechter Ministerpräsident besser ist als das permanente Chaos permanenter Regierungswechsel, das Italien jahrelang heimgesucht hatte. Der Euro fiel am Mittwoch massiv bis knapp über 1,35, am Donnerstag markierte er sein Wochentief knapp über 1,3480. Das später widerlegte Gerücht, daß die EZB ein Dringlichkeitstreffen einberufen werde, sorgte dann für eine wundersame Erholung, die den Euro zunächst bis zur ehemaligen Unterstützung bei 1,3650 ansteigen ließ. Am Freitag schloß der Euro deutlich über 1,37.

Die Entwicklung der Renditen italienischer Staatsanleihen kann man wohl getrost als Panik bezeichnen. Ein wichtiger Grund für die Explosion der Renditen dürfte der vom EU-Gipfel beschlossene, "freiwillige" haircut Griechenlands sein. Damit werden im Grunde die Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen) auf Staatsanleihen entwertet, was ein Investment in Anleihen der PIGS-Staaten noch riskanter macht. Da blieb vielen institutionellen Investoren offensichtlich nur noch die Option, die im Depot befindlichen Anleihen abzustoßen, was dann die Explosion der Renditen italienischer Staatsanleihen erklärt. Bezeichnenderweise sinken seit dem EU-Gipfel auch die Prämien für diese CDS: wer schließt schon eine Branschutzversicherung ab, wenn dann der Versicherer sagen kann, daß der Brand ja "freiwillig" gelegt wurde und man daher den Schaden nicht bezahle! Grundsätzlich muß man sich aber auch fragen, welchen Sinn es etwa macht, ein CDS auf Deutschland abzuschließen - wenn die größte Ökonomie Europas ihre Schulden nicht mehr bezahlen kann, gehen ohnehin die Lichter aus, die der Banken sowieso - das ist dann etwa so erfolgreich, wie ein Short-Zertifikat auf den Dax vom Emittenten Lehman Brothers in 2008!

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