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Kehrt die Aktienkultur in Deutschland zurück?

Gastautor: Jochen Steffens
14.01.2012, 16:09  |  4111   |   |   

 

Wie ich hier schon an verschiedener Stelle geschrieben hatte, ist die Aktie durchaus eine interessante Anlage in Krisenzeiten. Offenbar wird diese Meinung wider Erwarten doch von vielen potenziellen Anlegern geteilt. So stieg die Zahl der Aktienbesitzer im vergangenen Jahr auf 4,1 Mio. oder um 20 %. Das ist der höchste Stand seit fünf Jahren! Nimmt man die Anleger hinzu, die Fonds im Depot haben, steigt die Zahl auf 8,7 Mio. Damit haben 13,4 Prozent der Deutschen Investments am Aktienmarkt.

Niedriger Aktionärsanteil

Okay, mit einem Aktionärsanteil von 13,4 % an der Gesamtbevölkerung liegt Deutschland immer noch weit hinten. In den USA (25,4 %), aber auch den Niederlanden (30 Prozent) oder Japan (27,7 Prozent) ist der Anteil  mehr als doppelt so hoch. 

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Mediales Bashing

Aber bei der Art, wie die Medien gerade hier in Deutschland mit den Themen Aktien und Risiken umgehen, ist das auch kein Wunder. Auch die Abgeltungssteuer und die Diskussionen über die Finanztransaktionssteuer sind sicherlich wenig geeignet, um Menschen von Aktien zu begeistern.

Pusher und unseriöse Anbieter

Aufgrund der fehlenden Aktienkultur in Deutschland tummeln sich gerade im Bereich Börsenbriefe, Anlageberatung und ähnliches auch viele unseriöse Anbieter. Und die Bankberater sind im Zuge der Lehman-Brothers-Pleite weiter in Verruf geraten. Wie soll ein deutscher Anleger wissen, was er tun muss? Wem kann er vertrauen?
Und so fallen immer wieder Anleger auf die vielen Aktien-Pusher rein (Leute, die kleine Aktien „hochreden“, um dann ihre im Vorfeld gekauften Papiere bei den Neueinsteigern abzuladen). Das endet fast immer in einem Debakel, das viele Menschen dem Aktienmarkt auf immer und ewig den Rücken kehren lässt. 
Aber das ist natürlich nicht alles. Gerade in Deutschland gibt es noch einen anderen Grund:

Das T-Aktien-Trauma

Die Telekom hat über eine riesige Werbekampagne mehr Menschen an die Börse gebracht, als wahrscheinlich alle Bankberater zusammen. Doch ging dieser Stern so schnell wieder unter, wie er aufgegangen war. Die gerade aufblühende deutsche Aktienkultur erlitt mit dem Crash seit dem Jahr 2000 empfindlichen Schiffbruch. Nun muss quasi eine neue Generation heranwachsen, und das braucht Zeit. Schade, denn die Aktie an sich ist grundsätzlich keine schlechte Anlageform, sofern man wichtige Regeln, wie zum Beispiel die Diversifikation, beachtet.

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3 Kommentare

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Kommentare

Gaaaaanz schwach, wenn bei so einer Rechnung die Kapitalertragssteuer außer Acht gelassen wird. Wenn das einen Newsletterschreiber aus dem Bereich Wertpapiere passiert ist das entweder mutwillige Täuschung oder einfach nur unsagbar schlampig und peinlich!
Milchmädchenrechnung.
Sie machen einen fatalen Fehler: Wo bleibt die Kapitalertragssteuer? :) Dann schrumpft der Gewinn nämlich ordentlich zusammen.
Außerdem müssen sie ständig kaufen und verkaufen. Dh. die abgezogenen Steuern kann man erst dann wieder anlegen, wenn man sie vom Finanzamt erhalten hat (meine letzte Steuererklärung hat 6 Monate gedauert).

Wenn man sich eine Wohnung in einer guten Stadtlage kauft und vermietet, macht man da in 25 Jahren wahrscheinlich mehr Gewinn, sicher ist, dass bei guter Lage das Risiko minimal!!! ist.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Schutz der Anleger sind sehr schwach bis kaum existent hierzulande und viele Verstöße gegen Gesetze in Zusammenhang mit dem Wertpapierhandel werden gar nicht oder nur sehr halbherzig verfolgt.Der Neue Markt war ein gutes Beispiel,dass es kaum gesetzliche Vorgaben gab und es praktisch keine faire und transparente Börsenkultur gab.Hier wurde damals gelogen,getäuscht,betrogen und am Ende dadurch sehr viel Kapital vernichtet bzw.hatte es den Besitzer damals gewechselt.Seitdem hat sich leider nur wenig getan.
Zugegebenermaßen,wird es eine Firma ohne reale Umsätze,Gewinne,
Assets etc.heute sehr schwer haben,an die Börse zu kommen bzw.an Fremdkapital zu kommen.Aber von einer tatsächlichen Börsenkultur sind wir noch sehr weit entfernt.Neben den ganzen Pushern und unseriösen Börsenbriefen spielten aber auch die geplatzte Internetblase,die Lehman-Krise,der Euro-Verfall und die Schuldenkrise u.v.m.eine Rolle,dass die Kurse in den Keller gingen
und die Stimmung und das Vertrauen entsprechend tief am Boden waren.

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