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EUR/USD Mitgefangen, mitgehangen! – Auch die Schwedische Krone leidet unter der Euro-Krise

Gastautor: Torsten Gellert
31.05.2012, 15:46  |  3076   |   |   

Der Euro fällt und fällt, aktuell steht er gegenüber dem US-Dollar auf einem Niveau, welches er das letzte Mal im Juli 2010 erreicht hat. Auslöser dafür ist die Schuldenkrise in Europa.

Da sollte es auf den ersten Blick logisch sein, dass er auch gegenüber anderen Währungen von Ländern, die ihren Haushalt im Griff haben und wenig Schulden haben, an Wert verliert. Gerade im Fall Schweden mit Blick auf das Währungsverhältnis des Euro zur Schwedischen Krone ist es nicht so. Die Krone hat seit Beginn dieses Jahres gegenüber dem Euro ein Prozent verloren. Gegenüber dem US-Dollar verlor sie allein im Mai, als sich die Lage nach der Griechenland-Wahl in Europa zuspitzte, fast acht Prozent. Zwar beschleunigte sich auch die Talfahrt des Euro gegenüber dem Dollar in der Zeit, dieser ist aber mit sechs Prozent weniger stark gefallen.

Warum leidet die Schwedische Krone also stärker als die Eurozone, obwohl das Land mit einem aktuellen Schuldenstand in Höhe von gut 38 Prozent des Bruttoinlandsprodukts seine Finanzen im Griff hat und zu den reichsten Nationen der Welt gehört? Die Antwort ist die oft an den Börsen benutzte Umschreibung „Sippenhaft“. Zwar werden die skandinavischen Währungen oft als sichere Häfen bezeichnet. Andererseits werden sie aber genau dann in Mitleidenschaft gezogen, wenn die allgemeine Risikobereitschaft an den Finanzmärkten abnimmt. Und da tritt meist die fundamentale Bewertung in den Hintergrund.

Im Fall Schweden kommt allerdings auch noch die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Verfassung der Eurozone hinzu. Schweden gehört nicht nur zu Europa, sondern liefert auch 35 Prozent seines gesamten Exports in die Länder der Eurozone. Damit ist es schwer, sich von der Krise bei den Nachbarn abzukoppeln. Erst Ende April korrigierte die schwedische Regierung mit Blick auf die Entwicklung in Europa das erwartete Wirtschaftswachstum in 2012 auf 0,4 Prozent herunter. Das ist weniger als ein Drittel der ursprünglichen Prognose und ein tiefer Sturz nach noch einem Wachstum von 3,9 Prozent in 2011. Der Leitzins in Schweden liegt nach zwei Senkungen in den letzten sechs Monaten bei 1,5 Prozent, zwei der sechs Mitglieder des Zentralbankrats votierten im April für eine weitere Lockerung der Geldpolitik und eine Senkung um noch einmal 50 Basispunkte. Die nächste Entscheidung über die Zinsen treffen die Währungshüter im Juli. Sollte sich bis dahin die Lage in Europa nicht aufhellen, rechne ich mit einem solchen Schritt.

Wie schnell sich in der Schwedischen Krone der Wind drehen kann, zeigt auch der Blick auf folgende Zahlen: Die Krone steht auf Platz Neun der meistgehandelten Währungen der Welt, dies aber nur mit weniger als einem Prozent des gesamten Währungsvolumens. Die im Vergleich zu anderen Währungen geringere Liquidität kann bei einer wechselnden Stimmungslage zu größeren Kursausschlägen führen. Solange sich die Lage in Europa nicht verbessert – ich erinnere nur an die ungelöste Griechenland-Frage mit der bevorstehenden Wahl am 17. Juni –  würde ich noch mit einem Engagement in der Schwedischen Krone abwarten. Im Gegenteil: Die starke Abhängigkeit sowohl auf der wirtschaftlichen Seite, als auch der Fakt, dass bei Unsicherheit die Investoren schnell der Schwedischen Krone den Rücken kehren, könnten zu einer weiter schwachen Krone führen. Kommt es allerdings in der Eurozone zu einer Entscheidung über die Zukunft – wie diese auch immer aussehen mag –, könnte eine Spekulation auf eine steigende Schwedische Krone der Turbo sein.

Bei FXCM kann die Schwedische Krone gegenüber den wichtigsten Währungen wie dem US-Dollar, dem Euro, dem Britischen Pfund, dem japanischen Yen und dem Schweizer Franken gehandelt werden. Am aussichtsreichsten erscheint mir für das beschriebene Szenario allerdings das Währungspaar USD/SEK, wo im Falle einer Erholung der Krone die Kursbewegung am deutlichsten ausfallen sollte. Kurse von 6,50 oder im besten Fall auch 6,00 sollten hier auf Sicht von 12 Monaten wieder möglich sein.

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