Börsen in Europa-Schluss
Zugewinne, Konjunkturdaten stützen
Paris (www.aktiencheck.de) - Nach relativ guten Konjunkturdaten aus Italien und Großbritannien haben die wichtigsten europäischen Indizes am Dienstag mit Zugewinnen geschlossen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) gewann 0,63 Prozent auf 2.241,85 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) stieg um 0,51 Prozent auf 2.426,17 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notierten im Plus.
Das britische Handelsbilanzdefizit hat sich im Mai nach Angaben von National Statistics verkleinert. So schrumpfte das Defizit auf 8,4 Mrd. Britische Pfund (GBP), nachdem für April ein Passivsaldo von 9,7 Mrd. GBP ermittelt worden war. Hierbei zogen die Exporte binnen Monatsfrist um 7,8 Prozent auf 25,7 Mrd. GBP an, während die Importe um 1,5 Prozent auf 34,0 Mrd. GBP zulegten. Die Industrieproduktion in Großbritannien ist derweil im Mai zurückgegangen. So verringerte sich der Produktionsausstoß der Industrie (Verarbeitendes Gewerbe und Versorger) binnen Jahresfrist um 1,6 Prozent. Für April war eine Abnahme um 2,0 Prozent verzeichnet worden. Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen Produktionsrückgang um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach einem Minus von 1,5 Prozent im April. Im FTSE 100 ging es für Marks & Spencer (ISIN GB0031274896/ WKN 534418) um 2,1 Prozent nach oben. Der größte Bekleidungshändler in Großbritannien musste im ersten Quartal in einem schwierigen Umfeld einen Umsatzrückgang ausweisen. Im Food-Bereich zeigte sich allerdings eine positive Umsatzentwicklung. Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wurde indes bestätigt. Kurzfristig rechnet der Konzern mit einem anhaltend schwierigen Geschäftsumfeld. An den Planungen für das Geschäftsjahr 2012/13 hält man jedoch fest. Spitzenreiter im britischen Leitindex FTSE 100 war die Aktie von Prudential mit einem Plus von 3,3 Prozent, während sich die Anleger gleichzeitig bevorzugt von den Papieren von Arm Holdings trennten, die sich als schwächster Wert um 3,1 Prozent verbilligten.
Die französische Industrieproduktion hat sich im Mai nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Insee reduziert. Demnach sank die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat um 1,9 Prozent, wogegen sie im April um 1,4 Prozent gestiegen war. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat die Industrieproduktion um 1,3 Prozent nachgegeben. Sodexo (ISIN FR0000121220/ WKN 870935), das weltweit zweitgrößte Catering-Unternehmen, konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit einem deutlichen Umsatzanstieg aufwarten. Der Titel gab trotzdem im breiten Markt um 5 Prozent nach. Bester Wert im französischen Leitindex CAC 40 waren die Anteilsscheine von Technip mit einem Aufschlag von 3 Prozent. Auf dem letzten Platz verloren indes Air Liquide 1,3 Prozent an Wert.
Intel (ISIN US4581401001/ WKN 855681) gab am späten Montag bekannt, dass man mit dem niederländischen Chip-Ausrüster ASML Holding (ISIN NL0006034001/ WKN A0M190), dem weltgrößten Hersteller von Lithographiesystemen, mehrere Abkommen im Volumen von 3,3 Mrd. Euro geschlossen hat. Im Rahmen der Vereinbarungen erwirbt Intel für 1,7 Mrd. Euro zunächst eine Beteiligung in Höhe von 10 Prozent an ASML. Später soll die Beteiligung den Angaben zufolge für 838 Mio. Euro um weitere 5 Prozent auf 15 Prozent aufgestockt werden. ASML schossen daraufhin um 8,6 Prozent in die Höhe.
In der Schweiz waren vor allem Aktien von Adecco (+2,5 Prozent) und Richemont (+2,2 Prozent) gefragt. Größter Verlierer im Züricher Leitindex SMI waren Aktien von UBS und Credit Suisse mit einem Minus von 0,75 Prozent.
Aktien des Flughafen Wien (ISIN AT0000911805/ WKN 884216) zeigten sich unverändert. Der Flughafenbetreiber konnte die Zahl der abgefertigten Passagiere im Juni um mehr als 7 Prozent steigern. Im ATX gewannen Andritz als Spitzenreiter 2,9 Prozent, während am Indexende Verbund 2,9 Prozent nachgaben.
Die italienische Industrieproduktion hat sich im Mai nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat erneut klar reduziert, jedoch weniger deutlich als im vorangegangenen Monat. Binnen Jahresfrist schrumpfte der Industrie-Output der viertgrößten europäischen Volkswirtschaft kalenderbereinigt um 6,9 Prozent, nach einem Minus von 9,2 Prozent im April. Hierbei handelt es sich um neunten Rückgang in Folge. Im Vormonatsvergleich zog die Industrieproduktion saisonbereinigt um 0,8 Prozent an.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.241,85 (+0,63 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.426,17 (+0,51 Prozent) FTSE 100 (London): 5.664,07 (+0,65 Prozent) CAC40 (Paris): 3.175,41 (+0,59 Prozent) MIB (Mailand): 13.868,27 (+0,40 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 6.726,90 (+0,58 Prozent) SMI (Zürich): 6.191,20 (+0,49 Prozent) ATX (Wien): 1.966,23 (+0,98 Prozent) (10.07.2012/ac/n/m)

