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Scope Credit Rating Scope startet Financial Strength Ratings im MDAX

Gastautor: Scope Analysis
14.09.2012, 17:36  |  13917   |   |   

Institutionelle Investoren bevorzugen liquide Anleihen von Emittenten, die über eine starke Marktstellung verfügen. Damit rücken insbesondere Unternehmen in den Fokus, wie sie zum Beispiel im MDAX zu finden sind.

Da Scope sich vor allem den Anforderungen institutioneller Investoren verpflichtet fühlt, startet Scope mit Financial Strength Ratings von MDAX Unternehmen und wird künftig regelmäßig weitere Bewertungen aus dem MDAX-Universum veröffentlichen. Um instituionellen Anlegern eine stringente Risiko-Rendite-Betrachtung zu ermöglichen, nutzt Scope bei klassischen Unternehmensanleihen eine einheitliche Bewertungsmethodik  – unabhängig von Unternehmensgröße, Branche und Nationalität. Nur so bilden Ratings ein sinnvolles Instrument fuer Grossanleger, um entsprechend ihrer Maßstäbe Investments zu selektieren.

Der sich aus 50 Titeln zusammensetzende MDAX hat sich hervorragend entwickelt.  Die in den Index aufgenommenen Unternehmen sind vielfach exportorientiert  und weltweit aktiv. Dies bringt gegenwaertig zwei Vorteile mit sich: Zum einen profitieren die Gesellschaften vom schwachen Euro. Dieser macht die Produkte auf den Weltmärkten preislich attraktiver oder ermöglicht zusätzliche Gewinnpotentiale. Zudem können wirtschaftliche Probleme in einzelnen Ländern oder Regionen besser abgefedert werden. Bei den Unternehmen handelt es sich  häufig um Marktführer in ihrer Branche oder zumindest um Unternehmen mit einer starken Marktstellung. Die unter den Turbulenzen leidenden Finanzwerte sind in diesem Index überdies nur schwach vertreten.

Scope hat in einer ersten Übersicht acht Gesellschaften des MDAX für den Zeitraum 2009 bis 2011 analysiert, die zusammen im Jahr 2011 Umsatzerlöse von 31,5 Mrd. Euro erwirtschaftet haben. Hierzu gehören Deutz, Dürr, Fraport, KUKA, MTU, Rheinmetall, Salzgitter und Südzucker. Die gute Geschäftsentwicklung der Gesellschaften des MDAX im Allgemeinen zeigt sich auch bei den betrachteten Unternehmen. Um eine Entwicklung aufzeigen zu koennen, hat Scope diese Unternehmen nicht nur aktuell, sondern auch entsprechend ihrer Finanzstaerke der Vorjahre bewertet. Im Vergleich der Geschäftszahlen 2011 zu 2010 verbesserten fünf von acht Gesellschaften ihre Ratingnote, während zwei Gesellschaften niedriger eingestuft wurden. Eine Gesellschaft wurde unverändert eingeschätzt. 

Die Gesellschaft mit der deutlichsten Verbesserung für das Jahr 2011, Deutz, ist die einzige der betrachteten Gesellschaften, die aktuell keine Anleihe emittiert hat.

Die Ratingnoten von Scope für 2011 bewegten sich im Bereich von BB- bis BBB+, somit wurden die Gesellschaften mit einer ausreichenden bis befriedigenden Bonität eingeschätzt. Die Scope Financial Strength Ratings sind für ein Jahr gültig und werden auf Basis einer einheitlichen Methodik und unabhängig von der Größe der Gesellschaft anhand der veröffentlichten Finanzkennzahlen ermittelt. Für institutionelle Anleger ist somit die notwendige Vergleichbarkeit der den Small Caps erteilten Ratings mit den MDAX-Bewertungen gegeben.

MDAX-Unternehmen im Durchschnitt mit deutlich besserer Finanzstaerke
Bei der Betrachtung der Kennzahlen im Einzelnen weisen die acht betrachteten MDAX-Werte im Durchschnitt einen positiven operativen Cashflow von 195,7 Mio. Euro auf, während der operative Cashflow bei den 22 von Scope bisher untersuchten Unternehmen, die  Mittelstandsanleihen emittiert haben,  im Durchschnitt negativ ausfällt. Auch beim Dynamischen Verschuldungsgrad, der anzeigt, in wieviel Jahren das Unternehmen mit seinem Cashflow die gesamten Verbindlichkeiten begleichen kann, überzeugen die MDAX-Titel mit einem Durchschnittswert von 11,5 Jahren im Vergleich zu 21,3 Jahren bei den Mittelstandsanleihen. (Unternehmen mit negativem Cashflow wurden dabei nicht berücksichtigt). Entsprechendes gilt für die Kenngröße EBIT-Zinsdeckung, die aufzeigt, inwieweit der Zinsaufwand eines Unternehmens aus dem Unternehmensergebnis bedient werden kann. Hier schneiden im Durchschnitt die betrachteten MDAX-Titel mit einem Unternehmensergebnis, das im Durchschnitt dem 5,8fachen des Zinsaufwands entspricht, deutlich besser ab als die Mittelstandsanleihen mit der entsprechenden Kennziffer 3,7.

Darüber hinaus verfügen die betrachten MDAX Unternehmen über eine hohe Innenfinanzierungskraft, die in einem durchschnittlichen Verhältnis von Gewinnrücklagen zum Eigenkapital von mehr als 50 Prozent zum Ausdruck kommt. Die von Scope bewerteten Emittenten von Mittelstandanleihen erreichen hier im Schnitt nur 16,9 Prozent, was auch eine Folge höherer Gewinnausschüttungen sein dürfte. Zudem weisen die MDAX Werte im Vergleich zu den Unternehmen mit Mittelstandsanleihen die besseren Liquiditätskennziffern aus. So liegt der Liquiditätsgrad 1 (flüssige Mittel im Vergleich zu Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr) bei den MDAX Unternehmen im Durchschnitt bei 47,1 Prozent – im Vergleich zu einem Durchschnittswert von 26,0 Prozent für die Emittenten der Mittelstandsanleihen.

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