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Healthcare Healthcare-Sektor Asiens bietet stabile Entwicklung für Investoren

Nachrichtenquelle: N. Thiele-Dohrmann
07.02.2013, 11:16  |  2312   |   |   

Im Gegensatz zu Asiens Gesamtmarkt gehen Experten für den asiatischen Gesundheitssektor von einem langfristig stabilen Wachstum aus. Hintergrund: Während Asiens Wirtschaft generell stark von Exporten abhängig ist, was immer wieder zu Unsicherheiten auf den Märkten führt, ist die Nachfrage im Healthcare-Segment Binnenmarkt getrieben. Denn in vielen asiatischen Ländern steht die Etablierung einer grundlegenden Gesundheitsversorgung auf der Agenda. Vor diesem Hintergrund steigt der Bedarf an medizinischen Leistungen stark an, sodass der asiatisch-pazifische Gesundheitsmarkt Wachstumsraten von jährlich bis zu 20 % erreicht.

Asiatische Gesundheitsmärkte im Überblick
In Asien leben zwei Drittel der Weltbevölkerung. Diese gilt es, mit entsprechenden Gesundheitsdienstleistungen zu versorgen. „Vielerorts geht es dabei zunächst um den Aufbau eines Gesundheitssystems“, erläutert Thomas Hartauer, Vorstand der Lacuna AG, die 2006 den Lacuna - Adamant Asia Pacific lancierte. Beispiel China: Hier beschloss die Regierung Anfang 2009 eine umfassende Gesundheitsreform. Ziel der Reform ist es, bis 2020 eine flächendeckende medizinische Grundversorgung sicherzustellen – beispielsweise in Form von Krankenhäusern, Arztpraxen oder sogenannten Gesundheitszentren. Bislang wurden ca. 1.000 der geplanten 2.000 Krankenhäuser neu gebaut bzw. saniert, gut 3.600 der avisierten 30.000 Gesundheitszentren sind entstanden. Etwa 80 % der chinesischen Bevölkerung verfügen zudem über eine Krankenversicherung, die eine medizinische Grundversorgung ermöglicht – Ziel ist eine Versicherungsquote von 90%.

Dass die Gesundheitsversorgung in Asien größtenteils noch am Anfang steht, bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen zur medizinischen Infrastruktur: Während es in Deutschland 8,3 Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner gibt, sind es beispielsweise in Indien nur 0,9. Auch die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben fallen vergleichsweise gering aus. Diese liegen nach Angaben der WHO (Quelle: World Health Statistics 2012) in Indien nur knapp über 0 USD, in China etwa bei 100 USD. Doch mit zunehmendem Wohlstand und sich etablierenden Gesundheitssystemen holen die Emerging Markets nach und nach auf. „Interessant für Investoren sind vor allem die zweistelligen wachsenden Gesundheitsausgaben“, so Hartauer. „In China steigen sie um jährlich 17-20 %.“ Vor allem die Sektoren Generika und Medizinaltechnik profitieren von dieser Entwicklung. So stellen generische Arzneien eine kostengünstige Versorgung mit Basismedikamenten sicher. Auch im medizinaltechnischen Segment werden zu einem großen Teil einfache Materialien wie Verbände, Spritzen etc. benötigt. An dieser steigenden Nachfrage partizipieren hauptsächlich heimische Unternehmen. So produziert z.B. China aktuell über 50 % des eigenen Medtech-Bedarfs, 2003 lag der Anteil noch bei 15 %.

Im Gegensatz zu diesen wachsenden Gesundheitsmärkten zeigen sich auch im asiatischen Raum Systeme, die – wie in den etablierten Industrienationen, z.B. Deutschland, – ihren Fokus vermehrt auf Kostensenkung legen. Hierzu gehören Südkorea und Japan, deren Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben bereits bei 1.100 USD bzw. 4.000 USD liegen. Japan etwa gehört weltweit zu den vergleichsweise teuren Systemen, sodass die Regierung auf Einsparmaßnahmen setzt. Vor diesem Hintergrund forciert Japan die Verschreibung der wesentlich günstigeren, generisch hergestellten Arzneien, sodass Marktexperten mittelfristig einen Anstieg des Generika-Anteils am japanischen Medikamentenvolumen auf bis zu 50 % erwarten – 2007 lag dieser noch bei 18 %.

Fazit
Der Weg hin zu einer Gesundheitsversorgung, wie sie im Westen vorzufinden ist, ist für die asiatisch-pazifischen Schwellenländer Marktexperten zufolge noch recht weit. Daher wird die positive Entwicklung Investoren noch über einen langen Zeitraum begleiten. Länder wie Japan, die bereits heute deutlich westliche Züge in ihrer Gesundheitsversorgung aufweisen und daher eher mit einer Kosten- als mit einer Versorgungsproblematik umgehen müssen, bilden bislang eine Ausnahme.




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