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Aktien Europa Wende oder Verderben?

Gastautor: Markus Hampel
08.04.2013, 07:56  |  4325   |   |   

Schafft der alte Kontinent die Wende oder läuft er ins Verderben? Einige zweifeln daran, dass Europa jemals wieder auf die Beine kommt, angesichts des Labyrinths an Vorschriften und Bestimmungen, die sich die EU zur Selbstheilung auferlegt hat, und der Tatsache, dass die Staaten versuchen, sich bei jeder Gelegenheit aus der Verantwortung zu stehlen, wenn es um die Einhaltung der Spielregeln geht. Wir sehen jedoch ein zweigeteiltes Szenario: zum einen werden die politischen Probleme nicht gelöst, zum anderen steigen die Aktienmärkte munter weiter. Wir erwarten, dass dieses Janus-Bild noch eine Weile Bestand haben wird.

Negative Faktoren: Das politische Europa

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Das europäische Finanzmarktgeschehen wird seit nunmehr vier Jahren durch insolvente Banken und klamme Staaten geprägt. Ehemals verbündete Länder entfremden sich voneinander, und in der Bevölkerung regt sich zunehmend Widerstand gegen die Regierungen. Gibt es noch Hoffnung für eine Rückkehr der Investitionen nach Euroland, die im Moment eher den kalifornischen Immobiliensektor bevorzugen? Bisher sieht es jedenfalls nicht nach einer Wende aus. Die Wirtschaftsdaten in Frankreich und England lassen zu wünschen übrig, und selbst die deutsche Konjunktur zeigte zuletzt Anzeichen von Schwäche; das drückt im ganzen Kontinent auf die Stimmung. Die Weltbank erwartet für 2013 erneut einen leichten Wachstumsrückgang in der Eurozone (-0,1% nach -0,6% im Jahr 2012).

Die Zypernkrise, die durch die unüberlegte Wortwahl von Jeroen Dijsselbloem , dem neuen Präsidenten der Eurogruppe, noch verschärft wurde, belastet abermals das Vertrauen der Bevölkerung in das Bankensystem und die europäischen Institutionen. Darüber hinaus haben die Wahlen in Italien gezeigt, dass die Missstimmung in der Bevölkerung durchaus eine ganze Regierung handlungsunfähig machen kann. So könnte auch Angela Merkel bei den Bundestagswahlen im September in Schwierigkeiten geraten. Die Anleger reagieren in der Regel sensibel auf Entwicklungen, die die Unsicherheit an den Märkten verstärken. Außerhalb von Europa ist die Lage ebenfalls fragil: Die USA setzen automatische Haushaltskürzungen in Kraft, und der seit langem erhoffte Anstieg der chinesischen Infrastrukturausgaben lässt immer noch auf sich warten. Auch bei Ausrüstungsgütern deuten die jüngsten Zahlen immer noch auf einen Lagerabbau hin.

Positive Faktoren: Europas Unternehmen

Und trotzdem steigen Europas Börsen munter weiter, wobei die Volatilität auf einem extrem niedrigen Niveau bleibt, auch wenn immer mal wieder etwas Bewegung in die Märkte kommt. Die Aktien der Eurozone liegen heute über dem Höchststand von 2012. Dies deckt sich mit dem positiven Bild, das zahlreiche Unternehmensvorstände derzeit zeichnen. Anders als während der politischen Krisen in den Sommermonaten 2011 und 2012 geben sie sich derzeit gelassen. Die Maßnahmen, die sie in den letzten Jahren eingeleitet haben, um neue Märkte zu erschließen, Kosten zu senken und ihre Produktivität zu steigern, tragen nun Früchte. Einige Unternehmen waren dabei besonders erfolgreich. Dazu gehören unsere Favoriten  Ericsson, Heidelbergcement, Roche oder auch Reed Elsevier. Das zeigt, wie wichtig im heutigen Umfeld das Stock-Picking ist.

Europas Unternehmen sind im Großen und Ganzen günstig bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des MSCI Europe liegt immer noch auf einem historisch niedrigen Niveau. Deshalb ist es wichtiger denn je, auf Titel mit vielversprechendem Katalysator zu setzen. Aus diesem Grund haben wir auch die Gewichtung italienischer Banken reduziert, bei denen sich die Normalisierung der Rentabilität verzögert. Im Gegensatz dazu verstärkte sich der Katalysator bei Ericsson, das durch den Aufbau des 4G-Netzes in Europa sehr starke Impulse erhält, weshalb der Titel  im METROPOLE Sélection aktuell die höchste Gewichtung aufweist.

Ein Markt, der aufgrund der empfundenen Risiken nach wie vor unterbewertet ist, ist ein Segen für Value-Anleger wie uns. Dabei ist jede Portfolioumschichtung aber auch ein Abwägen zwischen dem Neubewertungspotenzial und dem Katalysator. Solche Überlegungen haben dazu geführt, dass wir kürzlich BT Group, TNT Express, Repsol, Buzzi Unicem, Mapfre, GKN gekauft und damit Titel wie Telecom Italia, Norma Group, De Longhi, Talk Talk ersetzt haben.  Die gestiegenen Aktienkurse stellen dabei kein zusätzliches Risiko dar. Sie lassen vielmehr darauf schließen, dass die Märkte wieder in ruhigeres Fahrwasser zurückkehrt sind. Alles deutet darauf hin, dass zunehmend die Unternehmensbewertungen wieder im Vordergrund stehen, was positiv zu werten ist.

 

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