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    Gold  6785  4 Kommentare Das Vertrauen ist zerstört!

    Seit jeher gilt Gold als wertstabile Anlage und Alternativwährung. Gold hat insbesondere in Krisen eine Schutzfunktion. Der Goldpreis dagegen ließ sich zuletzt von den politischen Ereignissen wie Zypern nicht weiter in die Höhe treiben. Doch die angebliche Aussage Herrn Draghis, Nationen wie Zypern könnten doch ihre Goldreserven aufbrauchen, bevor sie andere Staaten um Hilfe bitten, löste einen Kursrutsch beim Gold aus, wie es ihn seit 30 Jahren nicht gegeben hat! Damit wurden wichtige charttechnische Signale ausgelöst und Unterstützungen gerissen, wodurch wiederum Stop-Losses ausgelöst wurden, durch die anscheinend größere spekulative Long Positionen glatt gestellt werden mussten. Handelt es sich um eine geplatzte Blase? Oder war es einfach nur eine panikartige Verkaufswelle? Tatsache bleibt, dass durch den Sturz des Goldpreises das Vertrauen in den sicheren Hafen und Inflationsschutz Gold erst einmal angekratzt ist. Besorgniserregend ist, dass das strategische Sentiment (siehe: sentix) weiter einknickt und damit trotz der niedrigeren Preisbasis keine erhöhte Kaufneigung zu spüren ist. Daher spricht aus dieser Perspektive vieles für einen weiteren Verfall des Edelmetalls bis auf USD 1200 oder sogar USD 1100, auch wenn üblicherweise ein kurzfristiger Rebound eine normale Reaktion sein dürfte, die sich aus der kurzfristig schlechten Stimmung ergibt.

    Ursprünglich hatten wir in Goldminenwerte investiert, da diese als eine Art Absicherung fungieren, wenn Aktienmärkte schwächer tendieren und Gold dagegen steigt. Auch dient Gold als Inflationsschutz und war zuletzt vom Sentiment wenig geliebt. Goldaktien waren im Verhältnis des Minenindex (HUI) zum Goldpreis seit 2008 nicht mehr so günstig bewertet, sie konnten also mit einer vermeintlichen Sicherheitsmarge gekauft werden. Die Annahme war, dass sich diese Schere schließt, indem die Aktien sich an das Niveau des Goldpreises anpassen, und nicht durch einen Verfall des Goldpreises. Durch den Kursrutsch der Mitte April wurde diese Annahme nun über den Haufen geworfen.

    Seit den „Draghischen Eingriffen“ im letzten Sommer scheint dieser mit seinen Äußerungen die Märkte dramatisch zu bewegen zu können. Auf seine Aussagen hin folgte letztes Jahr ein Umschwenken zum Risk-on-Modus und eine Aktienrallye bis auf All-Time-Highs, wie im M-DAX. Auch die gemeinsame Nennung des Wortes „Euro“ und „Krise“ in den Medien ging, bis zur Italienwahl, rapide zurück. Genauso stiegen negativ korreliert dazu die Aktienmärkte. Die Europäische Zentralbank versprach den Leuten Sicherheit und hielt die Tür zum Kapitalmarkt für die Italiener und andere europäische Nationen geöffnet. Auch wenn der Italienische Wähler das weniger verstand und seinem Ministerpräsidenten dafür nicht wirklich dankbar war. Tatsache bleibt, dass heutzutage die Notenbanken die Märkte nachhaltig bewegen.

    Auch bei den deutschen Aktien klafft seit den „Draghischen Maßnahmen“ im Juli 2012 eine Erwartungs-Lücke. Die Institutionellen sehen wenig Alternativen zu Aktien, während die privaten Anleger einfach nur Sicherheit wollen und „Angst“ vor Aktien haben. Angst und Gier treiben bekanntlich deren Kurse. Auch die Industriemetalle und das Rohöl, die häufig schon Frühindikatoren vor wirtschaftlichen Schwächephasen waren haben Abwärtstrends ausgebildet. Daher ist die Gefahr eines deflationären Schubs und einer stärkeren Korrektur an den Aktienmärkten gestiegen.

     

     

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    Frank Fischer
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    Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG und in dieser Funktion verantwortlich für den „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“, schreibt regelmäßig über die internationalen Aktienmärkte. Als überzeugter Value-Investor hat Fischer langjährige Expertise in allen Fragen rund um Fonds, Börse, aber auch das Stiftungswesen. In seinen regelmäßigen Marktkommentaren legt er besonderes Augenmerk auf Behavioral Finance, sowie Investments in Small- und Midcap-Werte.
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    Verfasst von Frank Fischer
    Gold Das Vertrauen ist zerstört! Seit jeher gilt Gold als wertstabile Anlage und Alternativwährung. Gold hat insbesondere in Krisen eine Schutzfunktion. Der Goldpreis dagegen ließ sich zuletzt von den politischen Ereignissen wie Zypern nicht weiter in die Höhe treiben. Doch die …

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