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Bitcoin-CFDs: Sinn oder Unsinn?

Gastautor: Sebastian Hell
24.12.2013, 12:58  |  13730   |   |   

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

das Thema Bitcoins ist derzeit in aller Munde. In vielen Foren wird diskutiert ob man die neue „Währung“ handeln sollte oder nicht. Hierzu ist erst einmal zu sagen, dass man Bitcoins auf keinen Fall als Ersatzwährung im derzeitigen Stadium sehen darf. Die Volatilität (Schwankungsbreite) von Bitcoins ist enorm. Binnen eines Jahres stiegen die Notierungen von 20 US-Dollar auf 1.200 US-Dollar (für den Chart bitte klicken). In den letzten Tagen gab es einen Crash auf 500 US-Dollar mit sofortigem Anstieg auf 750 US-Dollar. Eine derart volatile Währung gibt es nur in absoluten Krisenländern und kein Unternehmen oder Staat würde damit seine Geschäfte abwickeln.

Bitcoins als Spekulationsgut

Man muss Bitcoins als reines Spekulationsgut mit hohen Chancen und Risiken sehen. Es macht hier wirklich nur Sinn zu handeln, wenn man es als reines Zocken sieht. Befreunde Vermögensverwalter sagten mir, dass sie Bitcoins derzeit nicht anfassen werden. Viel zu hoch sei das Risiko für die Kundengelder. Zudem ist der Bitcoin-Handel mit schätzungsweise 15 bis 20 Milliarden US-Dollar sehr gering. Allein der Devisenmarkt hat ein Tagesvolumen von fünf Billionen US-Dollar.

Macht es Sinn Bitcoins zu handeln?

Der Handel von Bitcoins macht nur Sinn wenn man bereits Erfahrung hat. Gerade Trader die gerne mit volatilen Aktien oder auch Nischenrohstoffen handeln, können dem Handel sicherlich etwas abgewinnen. Auf dem derzeitigen Niveau von 750 US-Dollar pro Bitcoin werden die meisten Anleger sicherlich Geld verlieren. Vor allem wenn man Bitcoins mittels CFDs handelt, dürfte durch die Hebelwirkung sehr schnell das Kapital aufgebraucht sein, wenn die Position gegen einen läuft. Bisher werden Bitcoins kaum als CFD angeboten. Der bekannteste Broker der Bitcoins im Programm hatte war IG Markets. Dort wurden sie wieder nach vier Wochen entfernt. Wahrscheinlich auch wegen der vielen negativen Schlagzeilen und die sich häufenden Betrugsfälle in China und anderen Steueroasen. Millionensummen an Anlegergeldern sind durch Scheinbörsen bereits verschwunden.

Kursstellung ebenfalls schwierig

Die Transparenz und Kursstellung bei Bitcoins ist ebenfalls ein Problem. Es gibt keine zentrale anerkannte Börse für die Kursstellung. Mehrere Börsen kämpfen um Marktanteile mit teilweise starken Preisunterschieden. So gab es kürzlich an der chinesischen Bitcoin Börse einen Abschlag von über 100 US-Dollar zu den Kursen aus den USA und Europa. Ausschlaggebend war das Verbot der chinesischen Regierung, dass Banken und Zahlungsabwickler keine Geschäfte in Bitcoins mehr machen dürfen. Damit wurde dem wachsenden Bitcoin Handel in China praktisch der Hahn zugedreht. Immer dann, wenn ein Wert keinen eindeutigen Preis hat, sondern es verschiedene Preisstellungen gibt, die sehr unterschiedlich sein können, ist Betrügereien Tür und Tor geöffnet. Die Idee von Bitcoins ist sicherlich nicht schlecht, aber momentan noch absolut ungeeignet für den Handel und muss erst ausreifen.


Ihr Sebastian Hell

Die obenstehende Kolumne wird Ihnen präsentiert von QTrade (www.qtrade.de)! Weitere Artikel von Sebastian Hell finden Sie auch unter www.qtrade.de/tradingblog!

 

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