checkAd

    S&K-Skandal  1762  0 Kommentare Wusste die BaFin seit Jahren von mutmaßlichem S&K-Betrug?

    Schwere Vorwürfe gegen die Finanzaufsicht BaFin. Medienforrmationen zufolge wusste sie früh von den mutmaßlich betrügerischen Aktivitäten der Immobiliengruppe S&K, doch sie schritt nicht ein. Wieso nicht?

    Die digitale Tageszeitung „Handelsblatt“ zitiert einen Sprecher der BaFin mit den Worten: „Ab Frühjahr 2012 kam ein Einschreiten der BaFin nicht mehr in Betracht, weil ab diesem Zeitpunkt die Staatsanwaltschaft darum gebeten hatte, nicht an die S&K-Gruppe heranzutreten, um die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht zu gefährden.“

    Das Brisante daran: Tatsächlich kam es erst am 19. Februar 2013, also ein Jahr später, zu einer großangelegten Razzia. Bis dahin hatte die S&K-Gruppe munter weiter Geschäfte gemacht. So legte sie unter anderem Ende Januar 2012 den geschlossenen Fonds „Deutsche Sachwerte Nr.2“ auf. Ahnungslose Anleger investierten bis zum Stopp laut Staatsanwaltschaft stolze 28,2 Millionen Euro in diesen Fonds.

    Lesen Sie auch

    Doch das ist noch nicht alles: Wie das „Handelsblatt Live“ weiter berichtet, hätte die BaFin auch frühzeitig Kenntnis von anderen Aktivitäten der Immobiliengruppe haben können. Konkret geht es um den Ankauf von Lebensversicherungen. Zu diesem Zweck hatte die S&K-Gruppe Anlegergelder in diesen Geschäftszweig geschleust. Ein solches Betreiben bedarf jedoch einer Erlaubnis der BaFin. Eine Erlaubnis, die die S&K-Gruppe aber nicht hatte. Das stellte die BaFin später selbst fest. Warum sie jedoch nicht früher eingeschritten ist, bleibt ein Rätsel. Viele Anleger hätten durch ein rechtzeitiges Einschreiten wohl vor größerem Schaden bewahrt werden können. Stattdessen ließ die BaFin die S&K-Gruppe weiter gewähren. Der entstandene Schaden, den die Immobiliengruppe mithilfe eines ausgeklügelten Schneeballsystems verursacht haben soll, wird inzwischen auf 111 Millionen Euro geschätzt.

    Auch im Fall der Ökoanbieters PROKON steht die BaFin in der Kritik. Der Vorwurf: Die Finanzaufsicht wusste bereits Jahre vor der Insolvenz des Unternehmens, dass PROKON dringend frisches Geld zum Auszahlen alter Anleger benötigte. Doch die BaFin warnte die Anleger nicht. Bis zur Insolvenz haben rund 75.000 Anleger über 1,4 Milliarden Euro in das Windkraftunternehmen investiert (siehe: Finanzaufsicht BaFin war Finanzproblem bei Prokon seit Jahren bekannt).
     




    wallstreetONLINE Redaktion
    0 Follower
    Autor folgen
    Mehr anzeigen

    Melden Sie sich HIER für den Newsletter der wallstreetONLINE Redaktion an - alle Top-Themen der Börsenwoche im Überblick! Verpassen Sie kein wichtiges Anleger-Thema!


    Für Beiträge auf diesem journalistischen Channel ist die Chefredaktion der wallstreetONLINE Redaktion verantwortlich.

    Die Fachjournalisten der wallstreetONLINE Redaktion berichten hier mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerredaktionen exklusiv, fundiert, ausgewogen sowie unabhängig für den Anleger.


    Die Zentralredaktion recherchiert intensiv, um Anlegern der Kategorie Selbstentscheider relevante Informationen für ihre Anlageentscheidungen liefern zu können.


    Mehr anzeigen

    S&K-Skandal Wusste die BaFin seit Jahren von mutmaßlichem S&K-Betrug? Schwere Vorwürfe gegen die Finanzaufsicht BaFin. Medieninformationen zufolge wusste sie früh von den mutmaßlich betrügerischen Aktivitäten der Immobiliengruppe S&K, doch sie schritt nicht ein. Wieso nicht?

    Schreibe Deinen Kommentar

    Disclaimer