Geldanlage Bargeld als sicherster Weg zum Vermögensverlust

Nachrichtenquelle: Dr. Matthias Kelm
13.03.2014, 13:19  |  2064   |   |   

Viele Anleger machen um riskante Anlagen wie Aktien, Unternehmensanleihen und Edelmetalle einen großen Bogen. Aber auch das Vertrauen in Staatsanleihen und Bankeinlagen hat spätestens seit der letzten Finanzkrise gelitten.

Gibt es überhaupt eine sichere Anlage für unser Vermögen? Besonders verunsicherte Sparer bevorzugen als letzte Zuflucht, ihr Vermögen ganz oder teilweise in Form von Bargeld zu Hause oder in einem Bankschließfach zu verwahren.

 

Leider genügt ein Blick in die Finanzgeschichte, um festzustellen, dass die Vorstellung der Vermögenssicherung mit Bargeld schon seit mindestens einem Jahrhundert eine Illusion ist. Als Geld noch Gold war, mag die Verwahrung im Safe ein möglicher Weg gewesen sein, sein Vermögen zumindest zu erhalten; in der heutigen Periode des inflationären Papiergeldes ist dies aber der sicherste Weg zur Vermögensvernichtung. In der von Reinhart und Rogoff (2009) vor der letzten Krise zusammengetragenen umfassenden Datensammlung über historische Finanzkrisen findet sich nicht ein einziger Staat, dessen Papiergeld seinen Wert langfristig auch nur annähernd erhalten hat.

 

Aus den Daten von Reinhart und Rogoff geht hervor, dass alle Staaten bis auf Panama und Neuseeland im Laufe ihrer Geschichte jährliche Inflationsraten von mindestens 20% erlebt haben, darunter stabile Länder wie Großbritannien, Kanada, die Niederlande, Schweden, die Schweiz und die USA. Für die anderen europäischen Staaten lag die höchste gemessene jährliche Inflationsrate zwischen 50% (Belgien) und über 500% (Hyperinflation in Deutschland, Griechenland, Österreich, Polen, Ungarn). Zwar wurden viele dieser besonders hohen Inflationsraten durch Kriege verursacht und liegen deshalb schon weit in der Vergangenheit. Doch selbst in der friedlichen Nachkriegsperiode von 1951 bis 2010 lag die durchschnittliche Inflationsrate über 2% in allen Staaten, und in den meisten noch deutlich höher. Selbst in der stabilen Schweiz (durchschnittliche Inflationsrate knapp über 2%) sank in dieser Periode die Kaufkraft um über 70%. In Deutschland betrug die durchschnittliche Inflationsrate in diesem Zeitraum ungefähr 4%, was über 60 Jahre einen Kaufkraftverlust von 90% bedeutete. In anderen Ländern mit noch höheren durchschnittlichen Inflationsraten von bis zu 8%, wie z.B. in Italien, Spanien, Portugal und Griechenland, kam es in der gleichen Periode zu einem Kaufkraftverlust zwischen 97 und 99%.

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