Geldanlage Immobilien sind auch keine sichere Anlage

Nachrichtenquelle: Dr. Matthias Kelm
25.03.2014, 08:23  |  18955   |   |   

Viele verunsicherte Anleger investieren ihr Vermögen in Immobilien. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, solange dies mit Augenmaß geschieht und dabei die Grundsätze rationalen Investierens beachtet werden. Doch auch Immobilien bergen Risiken.

Viele Privatanleger lehnen riskante Anlagen wie Aktien, Unternehmensanleihen und Edelmetalle grundsätzlich ab. Doch auch das Vertrauen in Staatsanleihen und Bankeinlagen hat spätestens seit der letzten Finanzkrise gelitten. Dass der Wert von Bargeld langsam aber sicher von der Inflation zerstört wird, hat sich ebenfalls herumgesprochen. Viele verunsicherte Anleger investieren deshalb ihr Vermögen in Immobilien. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, solange dies mit Augenmaß geschieht und dabei die Grundsätze rationalen Investierens beachtet werden. Und der erste Grundsatz, der für Immobilien wie für alle Anlagen gilt, ist der folgende: Es gibt keine sichere Investition.

 

Im Jahre 2005 versicherte der Ökonom Ben Bernanke seinen amerikanischen Landsleuten: „Wir hatten noch nie einen landesweiten Rückgang der Immoblienpreise. Ich denke, was wahrscheinlich passieren wird, ist eine Verlangsamung des Anstiegs, vielleicht eine Stabilisierung der Immobilienpreise.“ Ein Jahr später, 2006, wurde Bernanke Chairman der FED, und die Immobilienblase in den USA begann zu platzen, mit einem Preisrückgang um 30% und den bekannten Folgen für das weltweite Finanzsystem. Die gleiche Illusion unsinkbarer Immobilienpreise war auch in Europa weit verbreitet, besonders in Ländern, die aus der Vergangenheit hohe Inflationsraten gewohnt waren. So waren fast alle Griechen bis 2009 überzeugt, es sei unmöglich, mit Immobilieninvestitionen einen Verlust zu erleiden. Seitdem sind die Immobilienpreise auch in Griechenland um 30% gefallen, und ein Ende des Verfalls ist noch nicht absehbar.

 

Beide Länder, die in der großen Krise seit 2008 eine prominente Rolle spielten, sind keine Einzelfälle. Nach Daten der BIZ haben fast alle Staaten seit 1980 mindestens einen Immobiliencrash erlebt. Die größten Rückgänge wurden in Hong Kong (66%, 1997-2003) und Lettland (56%, 2007-2010) verzeichnet. Auch in den anderen baltischen Länder, Estland und Litauen, fielen die Preise innerhalb weniger Jahre um fast 50%. Die Mutter aller Immobilienblasen platzte nach dem Boom der 80er Jahre in Japan: dort sind die Preise seit 1991, also seit mehr als zwei Jahrzehnten, am Fallen, bisher um 51%.

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