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Unternehmensinsolvenz Rodbertus will es noch einmal wissen und gründet eine PROKON AG

Das Treffen der Bremer "Freunde von Prokon" nutzte Prokon-Gründer Carsten Rodbertus als Bühne zur Präsentation seiner neuen Idee. Nachdem die Gründung einer Prokon-Genossenschaft auf Eis gelegt wurde, folgt nun der neue Coup: die Gründung der Prokon AG.

Nach einem der monatlichen Regionaltreffen der Bremer "Freunde von Prokon" am gestrigen Sonntag wurde Carsten Rodbertus eine Bühne für die Präsentation seiner neuen Firmenidee geboten. Wie der "Weser Kurier" heute online berichtet, soll das Publikum im Anschluss der Veranstaltung des Vereins in der PROKON-Geschäftsstelle am Wall im Raum verblieben sein, um den Ausführungen des Gründers der Firma zu folgen, deren Insolvenzverfahren Ende dieser Woche wahrscheinlich eröffnet werden wird.

Rodbertus dozierte dort erst einmal, dass sich die "Freunde von Prokon" zuallererst auf "wirkliche Informationen" konzentrieren sollen. "Damit Sie nicht am Ende der Gläubigerversammlung sitzen, und gar nicht wissen, um was es geht." Gemeint ist hiermit die seiner Meinung nach derzeit stattfindende Geldvernichtung: So seien beispielsweise Prototypen der neuen Windanlage P3000 aufgestellt worden, aber nicht in Betrieb. Auch sei die bislang kolportierte Insolvenzquote von 70% des Vermögens viel zu niedrig, daran seien vor allem die drei Gutachter-Firmen schuld, die vom vorläufigen Insolvenzverwalter beauftragt wurden.

Dazu sollte man jedoch wissen, dass sich die von Rodbertus angesprochenen 70 Prozent nicht auf die Quote, d.h. den prozentualen Anteil, den Gläubiger bei einer Insolvenz erhalten, bezog, sondern auf den momentanen (bilanziellen) Wert der Genussrechte. Dieser war allein durch die aufgelaufenen Verluste der letzten beiden Geschäftsjahre auf ca. 70% des ursprünglichen Wertes gesunken.

 

Neue Gesellschaft auf dem Weg

Jedoch hat Rodbertus schon wieder ein neues Pferd auf die Rennstrecke geschickt: Er gab in Bremen bekannt, bereits am Freitag eine sogenannte "Vorrats-Aktiengesellschaft" gekauft und nach seinen Zwecken umgestaltet zu haben. Der Vorteil einer solchen Gesellschaft ist, dass man schnell mit seinem Unternehmen starten kann. Üblich dauert die Registrierung einer neuen Firma beim Handelsregister unter Umständen einige Wochen.

Die Gesellschaft trägt nach der bereits am 17.04.2014 registrierten Domain www.prokon-ag.de den Namen "PROKON für eine lebenswerte Zukunft AG". An dieser sollen sich Anleger mit genau einer Aktie a' 50 Euro beteiligen können. Weiteres Kapital der Anleger wird in nachrangige Darlehen fließen, die längere Kündigungsfristen als vergleichsweise die Genussrechte der PROKON haben sollen. Als erstes Zwischenziel habe man sich Großes vorgenommen: Rodbertus will mit dem Geld die HIT Holzindustrie Torgau OHG kaufen und verhandle bereits mit den beiden Eigentümern über den Kaufpreis. Abzuwarten bleibt jedoch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens und die tatsächliche Bewertung der Genussrechte.

Allerdings wurde bereits die Gründung der PROKON-Genossenschaft auf Eis gelegt, nachdem der Insolvenzverwalter die Namensrechte an "PROKON" geltend gemacht haben soll, die noch bis 2021 bei der "Prokon-Energiesysteme GmbH" liegen. Wir können gespannt bleiben, wie diese durch die neue Gesellschaft genutzt werden dürfen.

 

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28.04.2014, 12:47  |  8012   |   |   

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Unternehmensinsolvenz Rodbertus will es noch einmal wissen und gründet eine PROKON AG Das Treffen der Bremer "Freunde von Prokon" nutzte Prokon-Gründer Carsten Rodbertus als Bühne zur Präsentation seiner neuen Idee. Nachdem die Gründung einer Prokon-Genossenschaft auf Eis gelegt wurde, folgt nun der neue Coup: die Gründung der Prokon AG.

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