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Heiko Schrang im Gespräch mit Eva Herman über den Ukraine-Konflikt und die Gefahr eines dritten Weltkriegs.

Gastautor: Heiko Schrang
28.04.2014, 15:36  |  5470   |   |   

Heiko Schrang im Interview mit Eva Herman in der Mai-Ausgabe der Express-Zeitung.ch. Eva Herman ist Journalistin, Autorin und Moderatorin. Sie war 18 Jahre Tagesschausprecherin bei der ARD.


Eva Herman: Herr Schrang, derzeit erleben wir hautnah die Auseinandersetzungen zwischen dem Westen, also den USA und Europa, und Russland. In Ihrem Buch Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen, beschreiben Sie an vielen Beispielen, wie Kriege inszeniert werden. Wird es zwischen dem Westen und Russland zu einem Gefecht kommen?
Heiko Schrang: Sag mir, wer Dich zum König gemacht hat und ich sage Dir, was für ein König Du bist, sagt ein altes Sprichwort. Das wissen nur die »Königsmacher«. Und die Namen dieser sind dieselben wie schon vor 200 Jahren. Alles andere wäre nur reine Spekulation.

E. Herman: Die offizielle Lesart der kriegführenden NATO –Staaten heisst stets: Für Freiheit und Frieden! In Wahrheit stecken jedoch meist ganz andere Gründe dahinter, nehmen wir z.B. den Afghanistan-, Irak-, Kosovo-, Libyen- oder Syrienkrieg. Könnten Sie uns auf die Sprünge helfen?
H. Schrang: Der Grund ist so alt wie die Menschheit - die Gier, die Gier nach mehr. Lloyd Blankfein, der Chef von Goldman Sachs, sagte vor einigen Jahren, dass er ein Banker sei, der Gottes Werk verrichte. Sein Gott heisst mehr, immer mehr!

E. Herman: Meist sind es »überraschende Ereignisse«, nach deren Eintritt ein Krieg vom Zaun gebrochen wird, wie z.B. der Erste Weltkrieg 1914 durch den Mord an dem österreichisch-ungarischen Thronfolgerpaar ausgelöst wurde. Oder der recht späte Kriegseintritt der USA, welchem sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg das Lusitania-Ereignis bzw. der Angriff auf Pearl Habor als Anlass voraus ging. Glauben Sie, dass sich an der derzeitigen Krim-Krise ein Dritter Weltkrieg entzünden könnte?
H. Schrang: In der Tat besteht eine Gefahr, um das angestrebte Ziel der Initiatoren dieser Konflikte, nämlich die neue Weltordnung, die George Bush sen. am 11.09.1990 ausgerufen hatte, zu installieren. In der Jelzin-Ära sind die Amerikaner in Russland schon fast am Ziel gewesen, da sie über Beteiligungen an den Schlüsselindustrien wie Öl und Gas, aber auch den Medien, schon einen grossen Profit aus dem Land gezogen hatten. Das änderte sich, nachdem Putin die Macht übernahm, er re-verstaatlichte bedeutende Vorkommen an Bodenschätzen und sicherte dem russischen Staat Mehrheitsbeteiligungen an der Energiewirtschaft und anderen Schlüsselindustrien. Aus diesem Grund ist Putin dem Westen ein Dorn im Auge und wird deswegen in den Medien verteufelt. Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien? Dann stösst man auf dieselben Namen, die regelmässig auf den Gästelisten der geheimen Bilderberger-Treffen zu finden sind. 

E. Herman: Kommen wir noch einmal zum Zweiten Weltkrieg. Sie legen dar, dass Deutschland durch den Versailler Vertrag und dessen immense Auflagen hochverschuldet und überhaupt nicht in der Lage gewesen war, einen Krieg zu finanzieren. Wer tat es denn stattdessen, und welche Interessen steckten dahinter?
H. Schrang: Die Namen, die in den deutschen Medien kursieren, beschränken sich in der Regel auf deutsche Unternehmen wie Thyssen, Krupp, Flick usw. Im Jahre 1936 waren mehr als 100 amerikanische Unternehmen in Form von Tochtergesellschaften bzw. in Form von Kooperationsabkommen in Deutschland tätig. Diese Unternehmen waren direkt beim Aufbau der deutschen Kriegsmaschinerie behilflich. Beispielsweise wurde im Mai 1940, als deutsche Panzer in Richtung Frankreich rollten, das dringend benötigte Motoröl und Schmiermittel aus den Vereinigten Staaten eingeführt. Wie aus den Akten der Reichsstelle für Mineralöl hervorgeht, wurde so zu 100 % der deutsche Bedarf gedeckt. Die Regel heisst, erst finanziert man den angeblichen Feind und kassiert hohe Zinsen, danach verdient man mit der Rüstungsindustrie, indem man beide kriegsführenden Parteien unterstützt, und zu guter Letzt kommen dieselben Initiatoren als Wohltäter, um mit ihrem Geld beim Wiederaufbau zu helfen, und kassieren wieder Zinsen dafür.

E. Herman: Muss die deutsche Geschichte neu geschrieben werden? 
H. Schrang: Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat, sagte bereits Napoleon Bonaparte. Die Sieger schreiben die Geschichte, und diese wird an den Universitäten und den Schulen gelehrt, und dann wird aus Glauben Wissen. Die meisten Menschen glauben, zu wissen. Wichtig ist, Sachen zu hinterfragen und vorgefertigte Meinungen auf den Kopf zu stellen. Wer weniger fernsieht, sieht nämlich mehr durch.

E. Herman: Sehr kritisch gehen Sie mit unserem derzeitigen Geld-bzw. Währungssystem um. Könnten Sie unseren Lesern erklären, warum das Zinssystem für jedermann gefährlich ist?
H. Schrang: Dazu ein Beispiel: Hätte Josef für Jesus bei dessen Geburt im Jahre Null 1 Cent zu 5 % Zinsen p.a. angelegt, dann hätte er nach 297 Jahren bereits eine Gesamtsumme von 10.000,00 Euro. Im Jahre 439 wären es schon 10 Millionen Euro. Nach 1466 Jahren könnte man die Anlagesumme nur noch mit einer Erdkugel aus Gold bemessen. Nach 1749 Jahren wären es bereits 1 Million Erdkugeln aus Gold, und heute würden sich seine Erben über 200 Milliarden Erdkugeln aus Gold freuen können.

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Heiko Schrangbeleuchtet regelmäßig die Themen Inflation und Staatsbankrott und berichtet über Sachwertanlagen wie 1A-Immobilien als Kapitalanlagen. Seit 2005 hält Heiko Schrang zudem Vorträge zu den Themen Inflation, Gold und Finanzkrisen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.macht-steuert-wissen.de

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