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Amazon Bestseller Börse & Geld Die Crash-Systematik verstehen

26.05.2014, 07:00  |  2186   |   |   

Viele Menschen spüren, es ist etwas faul, nicht im Staate Dänemark, aber im Weltfinanz- und Eurosystem. Daran ändern alle Beschwichtigungen nichts.

Die Frage: „Warum werden andere auf Ihre Kosten immer reicher?“ lässt sich relativ leicht beantworten. Allerdings sind die Hintergründe komplex und für die meisten Menschen vermutlich neu. Wenn Sie sich ein wenig Zeit nehmen für ein Gespräch mit den beiden Sachverständigen im besten Wortsinn, so fühlt es sich nämlich an, wenn sie sich in den inhaltlich und optisch leicht lesbaren Band vertiefen, dann erfahren Sie eine Menge über das „größte Unglück der Menschheitsgeschichte“: das staatliche Geldmonopol. Warum die Geldproduktion staatlich reguliert und monopolisiert ist, der Staat und die ihn finanzierenden Banken privilegiert sind, Geld aber keine staatliche Erfindung ist, das steht in den ersten beiden der insgesamt neun lesenswerten Kapitel.

Staatsgeld ist sozial ungerecht

Von der permanenten Inflation profitieren die Erstverwender. Das sind Finanzinstitute und der Staat. Gekniffen sind diejenigen, die als Lohn-, Gehalts- und Rentenempfänger gestiegene Preise bezahlen müssen, aber anders als die Großunternehmen nicht in den Genuss von mehr billigem Geld kommen. Ist es verwunderlich, dass der Finanzsektor expandiert und die Zuständigkeit staatlicher Bürokratie keine Grenzen mehr kennt, als hätten die Verantwortlichen jedes „Maß“ verloren? Nach der Lektüre von Kapitel drei kann die Antwort nur lauten: Kein Wunder, Absicht!

Eine geradezu perfide Begleiterscheinung der monetären sozialen Ungerechtigkeit sind wiederkehrende Konjunktureinbrüche. Nach einer Scheinblüte, die ein Überangebot des staatlich monopolisierten Geldes mit einem behördlich festgesetzten Zentralbankzins herbeiführt, kommt unweigerlich die Bereinigung, die aber mit noch mehr Geld „bekämpft“ wird. Geht das immer so weiter? Der Banker und Vermögensanlageberater Andreas Marquart und der Volkswirtschaftsprofessor Philipp Bagus sind überzeugt: Der Zusammenbruch des Geldwesens ist am Ende unvermeidlich.

Die Euro-Misere ist Ausdruck des Staatsgeldsystems

Das ist aber nicht alles: „Staatsgeld und Inflation haben ein instabiles und korruptes Finanzsystem geschaffen, von dem immer mehr Menschen direkt oder indirekt abhängen, aber das nur der Staat aus den immer wiederkehrenden Notsituationen retten kann. Immer mehr Staatsausgaben haben eine immer größere Abhängigkeit der Menschen zur Folge.“ urteilen Marquart und Bagus. Der „Fluch des Papiergeldes“ zerrüttet allmählich die Gesellschaft. Ausufernde Schuldenwirtschaft, steigende Abhängigkeit der Menschen von der Finanzindustrie und vom Staat bei gleichzeitiger Erosion sozialer Bindungen, all das hängt nicht zuletzt mit dem herrschenden Geldsystem zusammen. Das ungedeckte Papiergeld entwertet über permanente Teuerung Sparguthaben und Staatsschulden. Schuldner profitieren, Sparer sind die Verlierer.

Unangenehme Zukunft

Wohin das führt? Mit dem Ökonomen und Publizisten Roland Baader, in dessen Tradition sich die beiden Autoren durch mehrfache Eingangszitate wie dem nachfolgenden stellen: „Was die Völker jahrzehntelang vorausgefressen haben, werden sie nun jahrzehntelang nachhungern müssen.“ So klar lassen sich wirtschaftliche Zusammenhänge benennen.

Nach der Lektüre wissen Sie, dass es ausgerechnet die Institution ist, die unser gesamtes Leben durchdringt und die deshalb vom Staat und Technokraten in Zentralbankbehörden geschaffen, gesteuert und reguliert wird. Die Quelle, des faulen Geruchs, den so viele Menschen spüren, liegt hier, im Staatsgeldsystem.

Inzwischen bleibt den Anlegern, achtsam zu bleiben, ob und wie die Zentralbanken den künstlichen Boom mit steigenden Vermögenspreisen weiter befeuern, bei Aktien, Rohstoffen und Immobilien.

 

Literatur: Andreas Marquart und Philipp Bagus: Warum andere auf ihre Kosten immer reicher werden ... und welche Rolle der Staat und unser Papiergeld dabei spielen, Finanzbuchverlag, München 2014, 192 S., 16,99 Euro.

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