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Interesse an Gold-Investments kehrt zurück

Gastautor: Daniel Saurenz
15.07.2014, 07:00  |  1377   |   |   

Der steigende Goldpreis lockt Anleger aus der Reserve. Sie stocken ihre Positionen allmählich wieder auf, auch weil die Notenbanker weiter auf die geldpolitische Tube drücken dürften. Außerdem nehmen die geopolitischen Risiken zu – es gibt also gute Gründe, warum die Gold-Käufe im zweiten Halbjahr anhalten könnten. Bei Platin und Palladium ist die Nachfrage ohnehin schon seit längerer Zeit stark. Und das dürfte auch so bleiben.

Fed-Politik stützt

Kräftiger Anstieg beim Goldpreis auf 1340 Dollar je Unze ehe es am Montag wieder auf 1.310 Dollar abwärts ging: Grund ist die Mitschrift der jüngsten Sitzung der US-Notenbank vom 18. Juni. Laut der Mitschrift soll das Anleihenkaufprogramm der Fed im Oktober nach einer letzten Reduktion um 15 Mrd. Dollar auslaufen. Dem Anleihenmarkt dämmert aber schon lange, dass die US-Wirtschaft es kaum verkraften wird, wenn ihr keine Liquidität mehr zugeführt wird. Die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen, die kurz vor der Veröffentlichung der Mitschrift noch bei 2,6 Prozent gelegen hatten sind inzwischen auf nur mehr 2,52 Prozent abgerutscht. Im Gegenzug griffen Investoren bei Aktien und bei Gold zu, weil die Investoren spekulieren, dass die Fed gezwungen sein könnte umzuschwenken und wieder Vollgas geben wird. Das könnte die Inflation, die sich in den vergangenen Monaten ohnehin deutlich beschleunigt hatte, weiter anheizen. Nachdem die Verbraucherpreise im Februar noch um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen waren, waren sie im Mai um 2,1 Prozent geklettert. Es scheint, dass das Gelddrucken der Fed doch noch „erfolgreich“ ist. Etliche Experten führen als weiteren Grund für den Anstieg des Goldpreises die politischen Unruhen in etlichen Teilen der Welt an. Damit sei Gold als sicherer Hafen wieder gefragt. Nach der Ukraine-Krise war die Krise im Irak und in Nahost eskaliert.

Gold-ETPs kehren in den Fokus der Investoren zurück

Gold auf 1 Jahr

Gold, 1 Jahr

Mit den steigenden Preisen des Edelmetalls greifen die Anleger bei Gold-ETPs wieder kräftiger zu. Nachdem der Bestand des SPDR Gold Trust, des weltgrößten Gold-ETPs, noch im Mai auf das niedrigste Niveau seit Dezember 2008 gesunken war, geht es seit Mitte Juni kräftig aufwärts. Zuletzt ist der Bestand auf 800,28 Tonnen geklettert. Damit lag er leicht über dem Niveau von Ende 2013. „Gold ist wieder gefragt“, sagte daher Jeff Sica, Chef der Investmentfirma Sica Wealth Management. „Die politischen Unruhen rund um den Globus nehmen zu, und die Anleger erkennen, dass sie sich gegen die kommende Inflation absichern müssen.“

Im zweiten Quartal standen Gold-ETPs in den USA noch ganz oben auf den Verkaufslisten. „In den USA gelistete Gold-ETPs hatten Mittelabflüsse in Höhe von 586 Mio. Dollar verzeichnet, während Produkte auf Gold in Europa und anderen Ländern 483 Mio. Dollar zuflossen“, schrieben die Analysten von ETF Securities zuletzt. Während die US-Investoren lieber Geld in den haussierenden Aktienmarkt gesteckt hätten, hätten sich die Europäer auf „eine mögliche russische Invasion in der Ukraine“ konzentriert. „Da die geopolitischen Risiken beachtlich bleiben und viele risikoreiche Anlageklassen zu sehr hohen Bewertungen gehandelt werden, rechnet ETF Securities damit, dass sich die Nachfrage nach ETPs auf Gold im zweiten Halbjahr weiter verbessert. Denn Investoren suchen nach Absicherungen gegen das Risiko möglicher Marktkorrekturen.“ Bei einer Korrektur am Aktienmarkt könnten Investoren also Geld aus Aktien in Gold umschichten. Peter Schiff ist ebenfalls zuversichtlich: „Es gibt noch eine Menge Skepsis am Markt. Wenn der Preis aber über die Marke von 1400 Dollar je Unze klettert, werden mehr Käufer auftauchen“, sagte der Chef der renomierten Investmentfirma Euro Pacific Capital. „Irgendwann wird die Furcht, dass Gold auf 1000 Dollar fallen kann, ersetzt werden durch die Sorge „Ich will den Kursanstieg nicht verpassen.“

 

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