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Geplatzte Megadeals Das "Arbageddon" der Hedgefonds

13.08.2014, 13:15  |  1798   |   |   

Time Warner, T-Mobile US – bei solch namhaften Übernahmekandidaten kann ja eigentlich nichts schief gehen. Das dachten sich auch viele Hedgefonds und wetteten auf die Megadeals. Doch am Ende kam alles anders.

„24“ ist eine erfolgreiche US-Serie mit Kiefer Sutherland, bei der die Handlung in Echtzeit dargestellt wird. Dabei sind die 24 Stunden oftmals an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten und dem Zuschauer stockt ein ums andere Mal der Atem. Dass innerhalb von nur 24 Stunden alles komplett auf den Kopf gestellt werden kann, inklusive dramatischem Ende, das mussten nun auch Hedgefonds, die bevorzugt auf große Unternehmensübernahmen wetten, schmerzvoll am eigenen Leib erfahren.

Dabei hatten so genannte „Arbitrageure“ in letzter Zeit gut lachen. Denn mit ihrer Strategie lagen sie im ersten Halbjahr vier Prozent im Plus und überflügelten mit diesem Ergebnis sogar ihre Branchenkollegen. Das zweite Halbjahr schien ebenso verheißungsvoll: Mediengigant 21st Century Fox bot 80 Milliarden US-Dollar für Time Warner und der US-Mobilfunkanbieter Sprint bekundete Interesse an T-Mobile US. Beide Deals waren nicht nur äußert lukrativ, sie schienen vor allem bereits in trockenen Tüchern zu sein. Also setzten die Arbitrageure fleißig auf die Fusionen, sprich darauf, dass die Aktie des Übernahmekandidaten steigt.

Doch dann kam alles anders: Am 6. August zog erst 21st Century Fox sein Angebot zurück, kurz darauf verkündete auch Sprint, T-Mobile US nun doch nicht übernehmen zu wollen – und das alles in nur 24 Stunden. Das „Wall Street Journal Deutschland“ spricht daher vom „Arbageddon“, dem schwärzesten Tag für Arbitrageure seit Ausbruch der Finanzkrise. Broker und Händler waren nicht weniger dramatisch in ihren Vergleichen und nannten die Ereignisse ein Blutbad – ganz im Sinne von „24“.

Abgerundet wurde das Drama durch eine weitere Hiobsbotschaft. Denn zu allem Übel verkündete zudem US-Präsident Obama in der vergangenen Woche, künftig umstrittene Übernahmen untersuchen zu wollen, die vor allem im Hinblick auf mögliche Steuerersparnisse getätigt werden. Die Drogeriekette Walgreen reagierte umgehend und legte ihre Pläne, nach dem Kauf von Alliance Boots ihren Sitz ins Ausland zu verlegen um Steuern zu sparen, erst einmal auf Eis. Damit ging den Hedgefonds ein weiterer Deal durch die Lappen.

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