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Allzeithoch Als der Goldpreis bei 1920 USD stand

Gastautor: Adrian Ash
09.09.2014, 09:58  |  13311   |   |   

Vor drei Jahren erreichte der Goldpreis sein Allzeithoch…

Man kann nicht leugnen, dass Gold in den letzten drei Jahren unter langfristigen Anlegern für viel Unruhe sorgte, schreibt Adrian Ash von BullionVault.

Vielleicht hätte ich es mir damals bereits denken sollen. Denn an dem Tag, als die Spotpreise zum ersten Mal in ihrer Geschichte 1920 USD je Feinunze erreichten – am Dienstag, den 6. September 2011 – gab ich ein Interview in Englands bekanntester Nachmittags-Talkshow.

Gold im Vorabendprogramm eines großen Fernsehsenders? Was könnte eine offensichtlichere Warnung sein? Das schreit doch förmlich nach „Verkaufen“, oder? Naja, im Nachhinein ist man wohl immer klüger.

Bedauerlicherweise für die damaligen Anleger wurde die Ausgabe der Alan Titchmarsh Show erst am Donnerstag ausgestrahlt, also zwei Tage nach ihrer Aufzeichnung.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Würfel bereits gefallen, wie wir rückblickend wissen. Der Preiscrash, der am nächsten Tag beginnen sollte, lag eigentlich auf der Hand.

Die Zentralbanken der  Schwellenländer hätten ihre Käufe aussetzen sollen. Und Minenbetreiber hätten zum Rekordpreis bereits ihre zukünftigen Produktionen auf Termin verkaufen müssen. Und Goldanleger? Am besten hätten sie ihre stattlichen Gewinne, die sie bis zu diesem Zeitpunkt gemacht hatten, mitgenommen… und zwar so schnell wie möglich.

Zwischen September 2011 und dem Jahresende verlor Gold rund 20% seines Werts. Im Folgenden erholte sich Gold zwar wieder, aber nur, um im Frühjahr 2013 um weitere 25% zu fallen. In den letzten zwölf Monaten bewegten sich die Preise seitwärts zu rund 35% unter dem Rekordhoch vor drei Jahren.

Hätten wir die Wende damals vorhersehen können?

Ich denke nicht. „Momentan hat Gold viele Anhänger“, sagte mir Paul Tustain, Gründer und Geschäftsführer von BullionVault in jener hektischen Woche in 2011. „Aber man darf dabei nicht vergessen, dass es sich immer noch um einen winzigen Teil des öffentlichen Anlegerpublikums handelt.“

„Die große Mehrheit der Menschen besitzt jedoch kein Gold. Und selbst in den meisten Anlageportfolios ist es nicht vertreten. Was wir sahen, ist, dass die Händler auf der Suche nach einem Angebot die Preise in die Höhe trieben.“

„Aber Goldbesitzer möchten ihr Edelmetall nicht einfach verkaufen – nicht solange die wirtschaftliche Situation nach wie vor den Wert ihres Währungsvermögens zu zerstören droht.“

Lesen Sie den letzten Satz ruhig noch einmal. Und dann denken Sie an die Situation im Spätsommer 2011 zurück:

  • Die US-Staatsanleihen wurden von den Ratingagenturen herabgestuft
  • Die Unruhen in England eskalierten und mehrere Großstädte verzeichneten eine Serie gewalttätiger Ausschreitungen mit Plünderungen und Vandalismus
  • Das Experiment der europäischen Einheitswährung schien in einer Welle aus Generalstreiks und Gewalt auseinanderzubrechen


Anders gesagt, die Arbeitslosigkeit in den eigentlich reichen Ländern des Westens stieg auf bis dato unbekannte Höhen. Der Staat verlor die Kontrolle. Und nichts schien mehr ohne Risiko zu sein.

Einige weitsichtige Anleger gaben damals ihre Käuferposition auf. Denn im Allgemeinen fallen die Preise, wenn die Gebotspreise unter den Angebotspreisen bleiben. Und das ist, was wir damals erlebten. Aber mir ist nicht bekannt, dass irgendein Experte oder Analyst damals gesagt hätte, dass Gold seinen Gipfel erreicht hat. Zumindest nicht mit mehr Überzeugung als die „ewigen Bären“, die seit 2009 ständig den Untergang von Gold prophezeiten.

Wie hätten sie das auch gekonnt? Sowohl die soziale als auch die wirtschaftliche und finanzielle Situation war seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr so schlecht wie zu jener Zeit. 

Klar, Warren Buffet, der bekannteste Großinvestor der Welt (und auch einer der erfolgreichsten), gab einst den Ratschlag, „vorsichtig zu sein, wenn andere gierig sind und gierig zu sein, wenn andere vorsichtig sind“.

Aber man hätte als Anleger damals schon einen eiskalt berechnenden Kopf gebraucht, um im Spätsommer 2011 nicht in Panik zu verfallen. Vermutlich wäre man von anderen Investoren sogar für verrückt erklärt worden.

Wie groß war damals wirklich die Gefahr eines Zusammenbruchs der Eurozone? Und was wären die Konsequenzen davon gewesen? Diese waren einfach nicht vorstellbar. Auch weil der damals einzige „sichere Hafen“ in Papierform – US-Staatsanleihen – ebenfalls einer ernsthaften Gefahr ausgesetzt war, da in Washington eine hitzige Debatte über die Anhebung der Schuldenobergrenze entfacht wurde.

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Kommentare

tja war der Kurs am 6. September 2011 real bewertet oder gab es ein Bläschen, antizyklisches Handeln könnte in Absprach zwischen ETF`s und Notenbanken angezeigt gewesen sein. Im April vergangenen Jahres war die Sache jedoch eindeutig - wenn etwa in Zypern die Bankeinlagen nicht sicher sind `müssen` Notenbanken intervenieren. Da wir von einem geopolitischen Anlagegut reden scheinen auch die derzeiten Bewegungen auf ein politisches Management hinzudeuten. Die Kurs-Bewegung des Goldes entspricht, in Anbetracht der weltweiten Geldschwemme, sowie der derzeitigen Kriege und Katastrophen, keineswegs der `klassischen Reaktion`.

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