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Rubel-Krise Russische Zentralbank rettet Rubel vor größtem Tagesverlust seit 1998

03.12.2014, 14:59  |  6629   |   |   
Schock am russischen Devisenmarkt: Der ohnehin schon stark gebeutelte Rubel verlor am Montag zunächst kräftig, erholte sich aber nahezu umgehend. Wegen einer Intervention der russischen Zentralbank? Vieles spricht dafür. Immerhin hat diese Mitte November den Wechselkurs freigegeben. 
 
Der konstant in den Keller fallende Ölpreis sorgte dafür, dass der Rubel-Kurs auf US-Dollar-Basis auf ein neues Allzeittief fiel. Ein Dollar kostete plötzlich 53,95 Rubel. Ganze sechs Prozent betrug dieser Einbruch. Damit hätte der Rubel den höchsten Tagesverlust seit 1998 zu verzeichnen gehabt. Doch fast unmittelbar nach dem Einbruch erholte sich der Kurs wieder. Innerhalb von weniger als einer halben Stunde stieg er auf 51,90, wie das „Wall Street Journal Deutschland“ berichtet.  
 
Wechselkurs von US-Dollar und Rubel im 1-Jahres-Chart:
 
 
 
Zum Hintergrund: Fakt ist, dass der Rubel sich auf einer historischen Talfahrt befindet. Der Graph zum Wechselkurs von Rubel und US-Dollar zeigt das deutlich. Insbesondere die letzten vier Monate sorgten für herbe Verluste, wie wallstreet:online berichtete. Mitte November intervenierte deswegen die Zentralbank der Russischen Föderation und gab den Wechselkurs des Rubel frei, kündigte aber auch an, sie werde permanent bereit sein, zu intervenieren, „um eine spekulative Nachfrage abzuwehren“. (Mehr dazu siehe: „Veritable Systemkrise“ – Experte vergleicht Situation mit Zerfall der UdSSR)
 
Ist am Montag also eine solche Situation eingetreten, in der sich die russische Zentralbank zum Eingriff genötigt sah? Die Anzeichen sprechen klar dafür, schreibt WSJ. „Es ist wahrscheinlich, dass die Zentralbank Interventionen durchgeführt hat, indem sie Verkaufsaufträge für den Dollar auf immer niedrigeren Preisniveaus platziert hat“, zitiert das Journal Pawel Demeschtschick, Händler der ING Bank in Moskau. Schließlich sei es unwahrscheinlich, „dass ein anderer Marktteilnehmer die Absicht hat, sich so zu verhalten.“ Auch Dmitr Stadnik, leitender Währungshändler der Rosbank, einer Russland-Tochter der französischen Großbank Société Générale, sagte dem Bericht zufolge: „Das sah heute wie eine Zentralbank-Intervention aus.“
 

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