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Pictet-Fondsmanager „Wir suchen Megatrends“

Gastautor: Patrick Daum
22.12.2014, 12:45  |  1816   |   |   

FundResearch-Fondsmanager-Talk: Hans Peter Portner, Manager des Pictet Global Megatrend, spricht über die Nachteile einer Benchmark und die Vorzüge des thematischen Investierens.

Traditionelles Investieren ist nicht nach dem Geschmack von Hans Peter Portner von Pictet Asset Management. Der Fondsmanager des Pictet Global Megatrend Selection (ISIN: LU0386882277) investiert thematisch, um – wie er im Gespräch mit FundResearch erläutert – „der Zwangsjacke der traditionellen Vermögensaufteilung zu entkommen“. Aber was ist so schlimm an der Tradition? „Sie ist Benchmark-getrieben“, kritisiert der Fondsmanager. „Man unterwirft sich den Beschränkungen der Marktkapitalisierung und richtet dadurch den Fokus auf die Gewinner der Vergangenheit.“ Bei thematischen Investments sei dies nicht der Fall. Der Fokus liege auf den zukünftigen Gewinnern. „Ich erhalte Zugang zu säkularen neuen Wachstumsbereichen, was ich auch ganz bewusst möchte“, führt Portner aus. „So unterliege ich keinen Beschränkungen hinsichtlich Geografie, Branchen oder Marktkapitalisierung.“ Dadurch lasse sich der Fonds deutlich breiter diversifizieren, wodurch das Risiko für den Anleger minimiert werde.

Portners Thema sind Megatrends. „Megatrends sind umfassende, soziale, wirtschaftliche, politische, umweltbetreffende oder technologische Veränderungen“, sagt er. „Sie haben Einfluss auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, das Geschäftsleben sowie auf den Alltag.“ Für seinen Fonds sucht er Unternehmen, die sich genau diesen Themen widmen. „Es ist egal, wo diese Unternehmen beheimatet sind oder wie groß sind.“ In ihnen erkennt er langfristige Anlagechancen und Wachstumstreiber. 

Insgesamt identifiziert der Fondsmanager 14 verschiedene Megatrends. Daraus leitet er Themen ab. Ein Thema sitzt an der Schnittstelle verschiedener Megatrends. Digitale Kommunikation zum Beispiel: An diesem Themasind die Megatrends vernetzte Ökonomie, Demokratisierung, Beschleunigung und Komplexität, technologische Entwicklung, Individualisierung sowie demografische Entwicklung beteiligt. Ein anderes Beispiel ist das Thema Wasser. Hier fließen Megatrends wie Nachhaltigkeit, Kommerzialisierung, Schwerpunkt Gesundheit und demografische Entwicklung mit ein. Portner betont, dass es für seinen Fonds wichtig ist, dass Megatrends von einer größeren Anzahl von Unternehmen aufgegriffen werden: „Aus den Megatrends vernetzte Ökonomie, Nachhaltigkeit, Wissen und produzierende Gesellschaft sowie Dematerialisierung ist ebenfalls ein Thema denkbar. Doch es gibt derzeit zu wenige Unternehmen, die diesen Bereich abdecken, um daraus ein Portfolio zu bauen.“

Das 2,4 Milliarden Euro große Portfolio des Fonds ist zu mehr als der Hälfte in US-Aktien investiert. Auf Branchenebene sind das Gesundheitswesen (19,1 Prozent), die Industrie (16,5 Prozent) und Gebrauchsgüter (16,3 Prozent) am stärksten allokiert. Wie breit das Portfolio diversifiziert ist, lässt sich an den Top-Holdings erkennen: Der irische Pharmakonzern Actavis und das US-Technologieunternehmen Thermo Fisher sind mit jeweils 0,9 Prozent am stärksten gewichtet. Die Performance des Fonds kann sich sehen lassen: Im laufenden Jahr (Stand: 30. November 2014) erreicht Portner ein Plus von 17,1 Prozent. Über den Zeitraum von fünf Jahren steigerte der Fonds seinen Wert um 103,4 Prozent bei einer Sharpe Ratio von 1,13. 

Pictet Global Megatrend Selection: Über fünf Jahre mit Outperformance zur Peergroup

Quelle: FINANZEN FundAnalyzer (FVBS)

(PD)

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