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Aberdeen-Fondsmanager „Mexiko ist Vorreiter“

Gastautor: Patrick Daum
02.01.2015, 12:45  |  1920   |   |   

FundResearch-Fondsmanager-Talk: Imre Tajti, Fondsmanager für Schwellenländeranleihen bei Aberdeen, spricht über die Probleme dieser Märkte, blickt aber durchaus positiv in die Zukunft.

Nein, es ist keine gute Zeit für die Schwellenländer. Das weiß auch Imre Tajti, Fondsmanager für Schwellenländeranleihen bei Aberdeen Asset Management: „In den vergangenen beiden Jahren sahen sich die Emerging Markets starkem Gegenwind ausgesetzt“, resümiert er im Gespräch mit FundResearch. Dennoch sieht er insgesamt mehr Rauch als Feuer in diesen Märkten. Als Hauptproblem macht Tajti die einzelnen Währungen aus, die unter dem starken US-Dollar leiden. Sie seien auf das Niveau wie zuletzt zum Höhepunkt der globalen Finanzmarktkrise im Jahr 2009 zurückgefallen. „Sollten die Lokalwährungen gegenüber dem US-Dollar wieder steigen, bieten sich attraktive Chancen“, sagt der Fondsmanager. „Doch man muss die Volatilität aushalten.“

Anleihen der Schwellenländer hätten im laufenden Jahr dennoch solide Erträge gebracht – allerdings nicht in Lokalwährungen. Staatsanleihen in Hartwährungen performten fast zehn Prozent, während sie in Lokalwährungen lediglich ein Plus von 1,6 Prozent verzeichneten. Anleihen der Frontier Markets waren mit 13,4 Prozent sogar stärker als US-Aktien (elf Prozent). Eine Kreditklemme in den Schwellenländern erkennt Tajti: „Es gab einen großen Ausverkauf, aber es ist noch Liquidität vorhanden. Anleger, die in diesen Märkten bleiben, werden ihr Geld zurückbekommen.“ Das Timing sei allerdings wichtig. Man müsse geduldig sein.

„Ein wichtiger Faktor bei der Portfoliokonstruktion ist die Selektion der einzelnen Staaten.“ An Mexiko führe dabei kein Weg vorbei. Sowohl die makroökonomische Entwicklung als auch die Inflationsdynamik seien positiv und die Kreditstärke hoch. Zudem bescheinigt Tajti dem Land geringe politische Risiken, eine umsichtige Fiskalpolitik und gute Strukturreformen. „Mexiko ist ein Vorreiter unter den Schwellenländern.“ Auch der Stundenlohn im verarbeitenden Gewerbe sei mit etwas mehr als 2,50 US-Dollar attraktiv und deutlich geringer als beispielsweise in China. 

In vielen Schwellenländern kam es in diesem Jahr zudem zu Wahlen, die das politische Umfeld änderten. Dies wurde vor allem in Indien deutlich: „Der Wahlsieg der National-Demokratischen Allianz wirkt unterstützend für die Reformbemühungen sowie für die Anlegerstimmung“, sagt Tajti. „Indien hat jetzt die Chance, seine wirtschaftlichen Fundamentaldaten zu verbessern.“ Dass in Brasilien Amtsinhaberin Dilma Roussef die Wahl gewonnen hat, verbessere die Situation des Landes hingegen nicht. Sie habe keine gute Reputation, was sich negativ auf Wachstum und Investitionen auswirken könne. „Brasilien befindet sich in einer komplizierten Situation“, befindet der Aberdeen-Experte. „Es wurde zu viel Geld für die Fußball-WM und die Olympischen Spiele 2016 ausgegeben. Das passt nicht zum Wirtschaftswachstum.“ Die Probleme seien der Präsidentin aber bekannt. „Deshalb erwarte ich rasch umfassende Reformen und eine orthodoxere Wirtschaftspolitik.“

Mit Blick auf Russland, so Tajiti stechen auf den ersten Blick zwei Herausforderungen ins Auge: Zum einen das geopolitische Risiko aufgrund des Konflikts um die Ukraine. Die Krise könnte sich verschärfen und zu stärkeren Sanktionen führen. Zum anderen der sinkende Ölpreis, von dem das Land wirtschaftlich abhängig sei. „Das große, echte Problem Russlands ist aber das Thema  Kapitalflucht. Sollte Sie einsetzen wird es schwer für das Land.“ Aber Tajti sieht durchaus Chancen in Putins Reich: „Es gibt eine Menge attraktiver Unternehmensanleihen, die allerdings aufgrund der Sanktionen risikobehaftet sind.“ Viele Unternehmen befänden sich in einer besseren Verfassung als 1999. 

Beratern, deren Kunden Schwellenländer-Anleihen favorisieren, bietet Aberdeen mit dem Aberdeen Select Emerging Markets Bond (ISIN: LU0132413252) ein durchaus attraktives Produkt an. Tajti und sein Schwellenländer-Rententeam schafften im laufenden Jahr ein Plus von 12,4 Prozent und konnten damit die Verluste aus 2013 ausgleichen. Über den Zeitraum der vergangenen fünf Jahre steigerte der Fonds seinen Wert um 55,2 Prozent, bei einer Sharpe Ratio von 0,72. In der Länderallokation sind Brasilien (12,1 Prozent), Mexiko (9,8 Prozent) und Indonesien (6,8 Prozent) am stärksten gewichtet. Mit 60 Prozent besteht der größte Teil des 2,3 Milliarden Euro großen Portfolios aus Hartwährungs- und Quasi-Staatsanleihen. Lokalwährungsanleihen machen ein Viertel des Volumens aus und Unternehmensanleihen 14 Prozent. Der Rest liegt in Cash.

Aberdeen Select Emerging Markets Bond: Outperformance zur Peergroup

Quelle: FINANZEN FundAnalyzer (FVBS)

(PD)

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