Meinung Es geht nicht um ein Für oder Wider von Pegida

Gastautor: Heiko Schrang
07.01.2015, 16:21  |  4612   |   |   

 „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch keine leichtgläubigeres Volk als das Deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nur zu säen. Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinen, damit ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volks auf der Erde. Keine Lüge kann groß genug ersonnen sein, die Deutschen glauben sie.“ (Napoleon Bonaparte)

Wenn man die derzeitige Medienberichterstattung verfolgt, kann man den Eindruck gewinnen, dass die Pegida-Bewegung zum Staatsfeind Nr. 1 avanciert und Deutschland kurz vor der Machtergreifung dieser Bewegung steht.

Selbst die Kanzlerin nannte in ihrer Neujahrsansprache die Pegida Bewegung in einem Atemzug mit der Terrororganisation IS. Die Pegida-Anhänger werden als Wut- und Frustbürger bezeichnet und als das vermeintlich „Böse“ stilisiert. Ex-Kanzler Gerhard Schröder bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einer Neuauflage des einst von ihm selbst initiierten „Aufstands der Anständigen“. Der MDR sah sich veranlasst, zu diesem Thema eine Umfrage zu veröffentlichen:

„Glauben Sie, dass Pegida der Stadt Dresden schadet?“ Zur Alternative standen vier Antworten:

1.     „Natürlich, die Pegida-Aktivisten rücken die Stadt in ein falsches Licht. Sie vergraulen Gäste aus aller Welt.“ 7 Prozent  (717 Stimmen) wählten diese Alternative.

2.     „Nein, warum denn? Endlich traut sich jemand, die unbequeme Wahrheit zu sagen.“ 92 Prozent (10.043 Stimmen) entschieden sich für diese Antwort[1]

Die Wahrheit ist unbequem (mehr unbequeme Wahrheiten stehen auch im gerade erschienen Buch „Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen 2“ http://www.macht-steuert-wissen.de/shop/buch2.php ), genauso, wie das 19-Punkte-Positionspapier der Pegida.[2] Über dieses wird so gut wie nichts in den sogenannten „Qualitätsmedien“ berichtet, da es nicht in das Bild passt, was die Bürger sich von der Pegida machen sollen: Dort steht unter Punkt 1) zu lesen:

PEGIDA ist FÜR die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten. Das ist Menschenpflicht!

Fakt ist, dass sich die Demonstration zu einer allgemeinen Bewegung gegen die Verlogenheit in Politik und Medien entwickelt hat. Sie ist zu einer Plattform für vielerlei Botschaften geworden, die nicht im Positionspapier der Pegida erwähnt werden. In den Demonstrationen laufen Menschen mit Transparenten, die „Keinen Krieg mit Russland“, ein Ende von Bundeswehreinsätzen im Ausland und eine „Abschaffung der GEZ“ fordern. Immer mehr Menschen sind enttäuscht von dem, was Politik und Medien ihnen vermitteln und das ist gut so, da sich dadurch das Ende-der-Täuschung offenbart.

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2 Kommentare

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Kommentare

Eine andere Frage noch:

Wenn es um die Themen Bundeswehreinsätze im Ausland, Abschaffung der GEZ, Papiergeldsystem, Steuerverschwendung, Selbstbereicherung, Vetternwirtschaft, Korruption etc. geht, warum das unter den Mantel einer vermeintlichen „Islamisierung des Abendlandes“ packen?

Warum läuft der Abendspaziergang dann nicht unter dem Motto „Patriotische Deutsche gegen die Politik von Angela Merkel“?

Das sind alles nur Vorwände, um Ressentiments und Ängste vor einer vermeintlichen Gefahr zu schüren. Mit diesen Abendspaziergängen baut man kein Miteinander auf, sondern wieder Mauern in den Köpfen.
Die vom Autor zitierte Umfrage ist nicht repräsentativ - sagt auch die Originalquelle. Auch konnte mehrfach abgestimmt werden. Naja, man sucht sich halt immer das raus, was einen vermeintlich stützt. Auch, wenn das Bild verzerrt ist.

Aber:

Bei repräsentativen Umfragen sieht das Bild schon anders aus: Etwa drei von vier Deutschen haben wenig oder gar kein Verständnis für die Demonstrationen, die montags in Dresden und in Form von Ablegern mit ähnlichen Namen in anderen Städten stattfinden (repräsentative Umfrage von Infratest Dimap).

Nach dem Anschlag von Paris befragte Infratest Dimap die Bürger erneut. Das Ergebnis ist nur gering verändert: Während vor dem Anschlag 21 Prozent ein großes oder sehr großes Verständnis für Pegida und 76 Prozent wenig oder keins geäußert hatten, lagen diese Werte am 8. Januar bei 22 bzw. 72 Prozent. Dabei haben die Bürger im Osten mehr Verständnis (26 Prozent) als im Westen (20 Prozent). (http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/a…

Passt wohl nicht so ganz ins Bild.

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