Franken - Euro: „So etwas wie heute passiert nur einmal in 20 Jahren“
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Franken - Euro „So etwas wie heute passiert nur einmal in 20 Jahren“

15.01.2015, 18:23  |  20942   |   |   
Am heutigen Vormittag kam aus der idyllischen Schweiz eine Meldung wie ein Donnerhall: Die Schweizerische Nationalbank hebt den im Jahr 2011 eingeführten Mindestkurs des Schweizer Franken zum Euro auf. Der deutsche Leitindex DAX rauschte 300 Punkte nach unten, setzte dann zum Sprung über die 10.000 Punkte-Marke an und beschloss den Handelstag mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 10.032 Zählern. (siehe: Heiße Trading-Range: DAX im Höhenrausch - 10.000 Punkte!)
 
Anders das Bild an der Schweizer Börse - Börsianer sprachen von einem Desaster, gar Massaker. Während der Schweizer Franken auf ein Allzeithoch kletterte, verabschiedete sich der Schweizer Leitindex SMI mit einem Minus von 8,7 Prozent aus dem Handel. Ganze 19 Unternehmen notierten zum Handelsschluss im Minus, nur Swisscom zeigte grüne Vorzeichen.
 
Der Euro rutschte gegenüber dem US-Dollar zwischenzeitlich unter die Marke von 1,16 (Tagestief bei 1,15682 USD). Gold hingegen setzte zur Rally an und verteuerte sich um 2,5 Prozent. 
 
Bedeutende Entwicklung mit großen Verlusten 
 

Keith Pilbeam, Professor für Internationale Wirtschafts- und Finanzwissenschaften an der City University London, prognostiziert nach dem Anstieg des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro „enorme Verluste“ für die Händler. „Einen Tag wie heute haben wir am Devisenmarkt seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen.“ Viele Menschen seien völlig überrascht worden.

Nach Ansicht von Pilbeam werden viele Investoren große Verluste machen, von denen einige echte Schwierigkeiten bereiten werden: „Einige könnten große Gewinne machen, aber andere, wie Hedge-Fonds-Investoren, könnten sehr hohe Verluste machen und gezwungen sein, Vermögenswerte zu verkaufen.“

Kurzfristig werde es „erhebliche Störungen der Finanzmärkte geben.“ In den nächsten Tagen stünden „weitere Turbulenzen“ zu erwarten. Auf lange Sicht „könnte es signifikante Veränderungen in der Wahrnehmung der internationalen Märkte geben,“ so der Professor der City University London.

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