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MyCoin und das Ponzi-Schema Neuer Betrugsskandal erschüttert Bitcoin-Branche - rund 342 Millionen Euro futsch

Wieder einmal ist die digitale Währung Bitcoin in den Schlagzeilen, wieder einmal sind es negative. Denn wieder einmal verschwindet eine Bitcoin-Börse von der Bildfläche, inklusive sämtlicher Bitcoin-Konten. Und doch scheint dieses Mal alles anders.

Wie der „Business Insider“ berichtet, soll die Bitcoin-Börse MyCoin aus Hong Kong ihre Pforten geschlossen haben, das Geld der Anleger sei verschwunden. Und das ist nicht gerade wenig. Der Bericht spricht unter Berufung auf chinesische Medienberichte von 386 Millionen US-Dollar (knapp 342 Millionen Euro). Laut "Fokus" könnten bis zu 3000 Anleger betroffen sein.

Erst Mt. Gox, dann Bitstamp, jetzt MyCoin

Online-Handelsplätze, die Millionen von Bitcoin verlieren, haben fast schon Tradition. Im vergangenen Jahr musste die bis dato wichtigste Bitcoin-Börse Mt. Gox Insolvenz anmelden, nachdem ihr über Jahre hinweg fast 745.000 Bitcoins im Wert von 350 Millionen US-Dollar gestohlen wurden. Ein technischer Fehler hatte den gigantischen Diebstahl möglich gemacht. Leidtragende waren in erster Linie die Anleger. Denn ob und wie viele ihrer Bitcoins sie je wiedersehen würden, blieb lange unklar (Lesen Sie hier und hier).

Anfang dieses Jahres sorgte abermals eine Bitcoin-Börse für Schlagzeilen. Hacker plünderten die europäische Bitcoin-Börse Bitstamp. Knapp 19.000 Bitcoins im Wert von umgerechnet fünf Millionen US-Dollar sollen bei dem Hackerangriff erbeutet worden sein (wallstreet:online berichtete).

Nach Mt. Gox und Bitstamp nun also MyCoin – ein schwerer Schlag, der das Vertrauen in die digitale Währung erneut erschüttern dürfte. Dabei war zwischenzeitlich die Rede von einem Comeback der Bitcoin (Lesen Sie hierzu: Wird das digitale Geld bald zur Leitwährung?). Doch der Schein trügt. Denn trotz der vermeintlichen Parallelen unterscheidet sich der Fall MyCoin grundlegend von den anderen beiden Bitcoin-Börsen.

Basiert MyCoin auf einem betrügerischen Schneeballsystem?

Anders als bei Mt. Gox und Bitstamp, die beide Opfer von Hackerangriffen wurden, handelt es sich bei MyCoin offenbar um ein betrügerisches Geschäftsmodell.

So soll MyCoin seine Kunden mit Renditen von bis zu 300 Prozent gelockt haben. Wer weitere Kunden warb, durfte sich zudem über Geschenke wie einen Mercedes-Benz oder Bargeld freuen, berichtet der „Business Insider“. Die üppigen Werbegeschenke kommen nicht von ungefähr, denn offenbar war eine ständige Kundenakquise das zentrale Element im Geschäftsmodell von MyCoin. Neue Kunden brachten neues Geld. Geld, das MyCoin nutzen konnte, um die vermeintlichen Gewinne der älteren Kunden zu bedienen. Die Bitcoin-Börse erweckte auf diese Weise den Anschein sprudelnder Geldströme, in Wahrheit basierte das Geschäftsmodell lediglich auf einem ausgeklügelten Schneeballsystem, welches nur so lange funktionierte, wie neue Kunden gewonnen werden konnten.

Fehlende Beweise erschweren strafrechtliche Verfolgung

Dieses Geschäftsmodell, das sogenannte Ponzi-Scheme, ist weder neu, noch auf die Bitcoin-Branche beschränkt. Im Gegenteil, in der Vergangenheit hatten Unternehmen wie Prokon, Infinius oder Investoren wie Bernie Madoff immer wieder versucht durch solche Methoden ihre Kunden hinters Licht zu führen. 

Das wird die geprellten MyCoin-Kunden nur wenig trösten. Sie müssen sich mit der unerfreulichen Erkenntnis anfreunden, möglicherweise einem Betrüger auf den Leim gegangen zu sein. Ob sie ihre verlorenen Bitcoins je wiederbekommen werden, ist mehr als fraglich. Es existieren nämlich keine schriftlichen Belege. Sämtliche Kontoinformationen sind einzig und allein auf der Website von MyCoin gespeichert. Ein Umstand, der eine mögliche strafrechtliche Verfolgung mehr als erschwert.




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MyCoin und das Ponzi-Schema Neuer Betrugsskandal erschüttert Bitcoin-Branche - rund 342 Millionen Euro futsch Wieder einmal ist die digitale Währung Bitcoin in den Schlagzeilen, wieder einmal sind es negative. Denn wieder einmal verschwindet eine Bitcoin-Börse von der Bildfläche, inklusive sämtlicher Bitcoin-Konten. Und doch scheint dieses Mal alles anders.

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