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Ölpreis Der US-Ölrausch ist vorbei - Vom Öl-Traum zum Öl-Trauma

19.02.2015, 12:35  |  20968   |   |   

Der Ölrausch ist erst mal vorbei. Viele Förderfelder in den USA werden runter geschraubt. Investitionen zurückgehalten. Die Fracking-Euphorie ist längst verpufft. Helfen könnte der Industrie nur ein steigender Ölpreis. Doch Länder wie Saudi-Arabien sehen das ganz anders.

Ende Januar stieg der Ölpreis erstmals seit Monaten wieder signifikant an. Anfang Februar überquerte er zwischenzeitlich die Marke von 60 US-Dollar. Auch wallstreet:online mutmaßte: Kurze Erholung oder neue Rekordjagd?

Für viele US-Fracking Firmen dürfte der Hoffnungsschimmer kaum sichtbar gewesen sein. „In drei Monaten wird hier wahrscheinlich überhaupt nicht mehr gebohrt“, zitiert die „Wirtschaftswoche“ Bernell McGehee. Er arbeitet als Buchhalter in Liberty, einem kleinen Dorf im US-Bundesstaat Mississippi. Im örtlichen Ölvorkommen namens „Tuscaloosa Marine Shale“ lagern sieben Milliarden Barrel feinstes Öl und warten auf ihre Förderung, berichtet die Zeitung. Das Öl sei so hochwertig, man könne es direkt in den Tank eines Diesels füllen, erklärt McGehee. Wegen der riesigen Ölvorkommen träumte nicht nur McGehee von einer prosperierenden Zukunft.

Vom Öl-Traum zum Öl-Trauma?

Doch der Traum vom Ölreichtum scheint ausgeträumt. Das Problem für Liberty ist die Mischung aus Förderkosten und Ölpreis. Liegt der Ölpreis unter 75 Dollar, ist die Förderung nicht mehr rentabel. Aktuell liegt der Preis pro Barrel Öl sogar unter 60 Dollar. Immer mehr Fracking-Firmen kürzen Investitionen oder ziehen sich ganz zurück. Warten auf steigende Preise. Liberty ist da kein Einzelfall. Auch in 19 anderen Ölförderregionen in den USA sei vom Ölrausch der vergangenen Jahre nicht viel mehr als ein Kater geblieben, berichtet die „Wirtschaftwoche“.

Noch vor gut einem Jahr hätte das kaum einer für möglich gehalten. Fracking – der neue Wirtschafts-Turbo in den USA? fragte w:o. Experten erwarteten, dass das Fracking Rückenwind für die US-Wirtschaft bieten würde. Angesichts des Fracking-Booms in den USA wurde selbst in Deutschland mit den geltenden Gesetzen gehadert und eine Aufweichung des Fracking-Gesetzes diskutiert. Sogar das Umweltbundesamt sprach sich gegen ein generelles Fracking-Verbot aus.

Machtpoker um  den Ölpreis

Diskussionen, die längst an Aktualität verloren haben. Der Sturzflug des Ölpreises sorgte für ganz andere Streitthemen. Abzulesen an den Berichten: Im Oktober titelte wallstreet:online: Fracking vs. OPEC: Spannender Machtpoker um den Ölpreis! Im November hieß es auf w:o: Billiges Öl: Saudi-Arabien demonstriert seine Macht – Droht Preiskampf in den USA? Der Ölpreis fiel und fiel. Doch warum, ein Nachfrageschock oder doch eher ein Angebotsschock? Längst machten sich erste Ökonomen Sorgen, der gesunkene Ölpreis könnte für deflationäre Gefahren sorgen. Mit dem immer weiter sinkenden Ölpreis stellte sich auch die Frage, wer als Gewinner aus dem Poker hervorgehen würde: Saudi-Arabien, die USA oder doch Russland? (siehe hier und hier)

Auch im Februar ist vieles ungewiss. Fest steht lediglich, dass die Ölindustrie am Scheideweg steht. In Liberty dürften sie das eher ungern zur Kenntnis nehmen. Die Leute dort machen Saudi-Arabien für den Preisverfall verantwortlich, berichtet die "WirtschaftsWoche". Tatsächlich könne das Königreich deutlich niedrigere Ölpreise verkraften, als die US-Fracking-Industrie. Selbst bei einem Preis von 35 bis 40 Dollar pro Barrel Öl sei die Förderung noch rentabel, heißt es in der Zeitung. 


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Ölpreis Der US-Ölrausch ist vorbei - Vom Öl-Traum zum Öl-Trauma Der Ölrausch ist erst mal vorbei. Viele Förderfelder in den USA werden runter geschraubt, Investitionen zurückgehalten. Die Fracking-Euphorie ist verpufft. Helfen könnte nur ein steigender Ölpreis. Doch Länder wie Saudi-Arabien sehen das ganz anders.

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