Blackrock-Chef warnt: "Unternehmen setzen mit zu hoher Dividende ihre Zukunft aufs Spiel"
Foto: N-Media-Images - Dividende

Blackrock-Chef warnt "Unternehmen setzen mit zu hoher Dividende ihre Zukunft aufs Spiel"

16.04.2015, 11:25  |  5971   |   |   

Die Rekordjagd des DAX (siehe: Frühlingsgefühle beim DAX – Aber wie lange noch?) versetzt die deutschen Aktiengesellschaften in Spendierlaune.

So dürfen sich die Aktionäre in diesem Jahr auf den üppigsten Geldregen der Geschichte freuen: Insgesamt 41,7 Milliarden Euro schütten die 616 börsennotierten Unternehmen in Deutschland in diesem Jahr an Dividenden aus – so viel wie noch nie zuvor (siehe hier). Die Ausschüttungen übertreffen sogar jene aus dem bisherigen Rekordjahr 2008 um 9 Prozent.

Allianz ist Dividenden-Spitzenreiter

Allein die im DAX gelisteten Unternehmen machen rund 30 Milliarden Euro für ihre Aktionäre locker. Laut „ARD“ schütten 20 von 30 DAX-AGs eine höhere Dividende aus als im Vorjahr. Lediglich Commerzbank und Lufthansa verzichten ganz auf Dividendenzahlungen. Bei anderen sitzt die Spendierhose dagegen deutlich lockerer. Allianz erfreut seine Anteilseigner mit einer Dividendensteigerung von fast 30 Prozent. Angesichts einer Dividende von 3,1 Milliarden Euro kann selbst der bisherige Dividendenprimus Siemens nicht mehr ganz mithalten. Die Münchner genügen sich mit Rang 2 der Dividenden-Hitliste, gefolgt von Daimler, BASF und Volkswagen.

Der DAX auf Rekordjagd, die Dividenden so üppig wie nie und alle sind glücklich – sollte man meinen. Doch ein bestimmter Aktionär freut sich ganz und gar nicht über den Geldsegen. Er ist sogar so erbost, dass er seinem Ärger in einen Brief Luft machte und diesen an all jene europäischen Unternehmen schickte, an denen er Beteiligungen hält.

Blackrock-Chef warnt vor zu hohen Dividenden

Die Rede ist von Larry Fink, Vorstand des weltweit größten Vermögensverwalters Blackrock. Wie das „manager-magazin“ berichtet, warnt Fink in seinem Brief vor zu hohen Dividendenzahlungen. „Wir sind besorgt, dass nach der Finanzkrise viele Unternehmen vor Investitionen in ihre Zukunft zurückgeschreckt sind“, schreibt er. Zu viele Firmen hätten ihre Kapitalausgaben zurückgefahren oder sogar höhere Schulden gemacht, um Dividenden und Aktienrückkäufe zu steigern. Für den Blackrock-Chef ist das ein deutliches Zeichen mangelnder Unternehmensvisionen. Eine üppige Dividende erfreue zwar die Aktionäre, so Fink, sie sende gleichzeitig aber auch ein „entmutigendes Signal“ über die Fähigkeit von Unternehmen, ihre Ressourcen klug zu nutzen und einen Plan zu entwickeln, langfristige Werte zu schaffen.

Blackrock hält unter anderem Beteiligungen an Daimler, Volkswagen und ProSiebenSat1 und machte sich in der Vergangenheit vor allem als ETF-Händler einen Namen. Inzwischen hat sich der Finanzkonzern zum größten Vermögensverwalter der Welt gemausert. Ein Vermögensverwalter, der zudem über einen guten Draht zu den Aufsichtsbehörden verfügt. So beriet Blackrock bereits die US-Notenbank Fed, auch die EZB vertraute in Sachen ABS-Käufe auf dessen Expertise (siehe: US-Vermögensverwalter Blackrock berät EZB beim Kauf von ABS-Papieren). Kritiker kritisieren den Einfluss, den die Währungshüter Blackrock einräumen. Dieser sei angesichts seiner Größe schon jetzt zu mächtig und habe starke eigene finanzielle Interessen (wallstreet:online berichtete).

Blackrock setzt auf Wertsteigerung, nicht auf Dividende

Das „manager-magazin“ legt nahe, dass eben jene finanziellen Interessen auch der Grund für die jetzige Kritik an den Dividendenzahlungen sind. ETF-Investoren wie Blackrock seien langfristige Aktionäre und setzten als solche nicht unbedingt auf hohe Dividenden, sondern darauf, dass der Wert der Aktie kontinuierlich steige. Verliert sie dagegen an Wert und fällt sogar aus dem Index, „dann müssten Blackrock und Co. sich von ihr trennen.“ Und genau das stoße einem passiven Investor wie Fink natürlich übel auf.

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Kommentare

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28.04.15 22:11:12
und so wird in der Regel den Privaten das Ersparte abgezockt.:cool:
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28.04.15 19:36:15
hier die Antwort

Blackrock hat vor einigen Tagen die DIV Politik der Allianz stark ins NEGATIVE ,, analysiert und heute
BlackRock, Inc. ,
Art der Schwellenberührung: Überschreitung
Betroffene Meldeschwellen: 5%
Datum der Schwellenberührung: 23.04.2015
Ich weiss der Vermögensverwalter denkt ......., aber ich behaupte da wollte man den Kurs nach unten drücken
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24.04.15 10:09:34
Hallo Leute,
gewisse Leute (Analysten oder welche meinen sie sind welche) verstehe ich nicht
da werden oft Schrottpapiere hochgejubelt die noch nie einen Gewinn erzielt haben
und die Allianz wird heruntergeredet obwohl sie seit Jahren eine gute Dividende zahlt.
Eine gute Dividende ist nie falsch nur muss der Gewinn passen und nicht von der Substanz
bezahlt werden.
Macht nichts kann ich billiger nachkaufen
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23.04.15 17:21:11
Zitat von Ines43: Blackrock-Chef warnt vor zu hohen Dividenden<

Ihm fehlt wohl die Idee, was er mit der vielen Kohle aus den Dividenden anfangen soll.

Da sollen sich seiner Ansicht nach die Firmenbosse die Gedanken machen.

Aber,
die meisten Firmen schütten ja weniger als 50 % des
Reingewinns aus, sieht man von der deutschen Telekom und einigen anderen ab.

Was ist gegen eine Dividende von weniger als 50 % des Reingewinns zu sagen?
Meiner Ansicht nach nichts außer dass ich bei Thyssen, Daimler und BASF auf die Dividende Steuern zahle, die ich bei einem entsprechenden Kursgewinn nicht zahlen müsste.


Kann man natürlich so pauschal nicht sagen...Immerhin hat der Gewinn nix mit der Neuverschuldung zu tun. Diese findet trotzdem statt. Daher hat er recht und die meisten Neuaktionäre werden noch lernen was es heißt, "über den Verhältnissen" zu leben.;)
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23.04.15 17:07:40
Zitat von pota8: Hallo,
nur vom Kursgewinn habe man nichts außer man verkauft
und dann zahlt man auch Steuern
ich habe nichts gegen eine gute Dividende


Nicht, wenn man noch Altbestände von vor 2008 hat. Allerdings kann man sich dann auch nicht über geringere Dividenden freuen, da die Aktien dann für die breite Masse unattraktiver werden und der Kurs underperformen könnte.

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