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Ray Dalio Sicher durch die Krise - Die goldenen Regeln des Hedgefonds-Gurus

11.05.2015, 09:08  |  7464   |   |   

Ray Dalio ist Gründer des größten Hedgefonds der Welt und wird gerne als „Steve Jobs des Finanzsektors“ gefeiert. Doch wie erfolgreich sind er und sein Risk-Parity-Modell wirklich?

Die erste Weisheit, die man Anlegern und solchen, die es gerne werden wollen, um die Ohren haut: Breit streuen, nicht nur auf ein Pferd alleine setzen, denn es könnte das falsche sein! Wenn nun also ein Hedgefondsmanager genau diese Weisheit befolgt, so hebt er sich zunächst nicht sonderlich von der Masse der Anleger ab. Trotzdem ist Ray Dalio besonders. Nicht nur, weil er mit Bridgewater Associates den größten Hedgefonds der Welt leitet, sondern weil er die alte Börsenweisheit der breiten Risikostreuung sozusagen perfektioniert hat.

Risk-Parity heißt Dalios Schlüssel zum Erfolg. Die Idee dahinter: Maximale Unterschiede zwischen den Anzeigeklassen führen zu minimalem Risiko, indem die Underperformance des einen Investments durch die Stärke der anderen ausgeglichen wird. So werden Anlageklassen, die auch in Zeiten schwächelnder Konjunktur zumeist stark sind, mit solchen gemischt, die parallel zur Konjunktur steigen. Somit macht das Risk-Parity-Modell, zumindest in der Theorie, immer Gewinn.

Auf der Suche nach dem Heiligen Gral

Ray Dalio ist überzeugt von seiner Strategie. „Ich verwende viel Financial Engineering darauf, ein ganzes Bündel an nicht miteinander verbunden Wetten einzugehen“, erklärt er auf einer Podiumsdiskussion, über die das „manager-magazin“ berichtet. Er möchte so wenig wie möglich von einer einzigen Sache abhängig sein, deshalb sei der Hedgefonds-Guru stets auf der Suche nach dem „Heiligen Gral“ – mindestens 15 gute unkorrelierte Investments, die zusammen ein krisensicheres Portfolio ergeben.

Dabei vertraut Dalio vor allem dem Gesetz der großen Zahl. Wenn er eine Wette pro Jahr eingehe, mit einer Gewinnchance in sieben von zehn Fällen, werde er in drei von zehn Jahren Geld verlieren. Gehe er jeden Tag eine solche Wette ein, liege die Gefahr eines Verlustjahres bei weniger als eins zu einer Million, rechnet der Bridgewater-Chef vor.

Goldene Regel: „Timesless and universal“

Welche Investments Bridgewater eingeht und welche nicht, hängt dabei anders als bei der Konkurrenz nicht von Korrelationsdaten ab. Vielmehr müssen potenzielle Anlagen lediglich zwei Kriterien erfüllen, die für Dalio sozusagen in Stein gemeißelt sind: „timeless and universal“. Alles andere erledigen dann die Computer. „99 Prozent der Entscheidungen trifft der Computer, nach meinen Regeln. Das ist wie Autofahren mit Navigationssystem.“

Auf diese Weise schuf Dalio den „All Weather Fund“ sowie den „Pure Alpha Fund“, die beiden Flagschiffe von Bridgewater, die auch dann Gewinn erzielen sollen, wenn die Welt im Finanzchaos versinkt. Befürworter der Risk-Parity-Strategie verweisen gerne auf die Performance des Pure Alpha Funds während der Finanzkrise, als er 10 Prozent im Plus lag, während alle anderen Hedgefonds teils schwere Verluste erlitten und selbst ein Warren Buffett nicht ungeschoren davon kam.

Auch ein Ray Dalio ist nicht unfehlbar

Kritiker des Ansatzes schauen hingegen lieber auf das Jahr 2013, als der All Weather Fund zeitweise mehr als 10 Prozent einbüßte. Ausgerechnet Dalios Kernprinzip, wonach schwache Performances durch starke Performances ausgeglichen werden, hatte versagt: Eigentlich hätten die inflationsgesicherten Anleihen in Erwartung steigender Zinsen infolge der Fed-Ankündigung, die lockere Geldpolitik zurückzufahren, steigen müssen. Doch passiert ist genau das Gegenteil. Sämtliche Anzeigeklassen gingen parallel in den Keller und das Risk-Parity-Modell schien plötzlich ausgehebelt. Gegner meinen mittlerweile die Erklärung dafür zu kennen. Ihrer Meinung nach funktioniere Dalios Strategie nämlich nur dann, wenn die Anleihekurse steigen und die Zinsen fallen.

Doch Ray Dalio lässt sich von solchen Stimmen nicht beirren. Er glaubt an sein Modell und tüftelt weiter an seinem Heiligen Gral. Dieser unbeirrbare Glaube an sich und seine Ideen, seine vielen glühenden Anhänger sowie sein exzentrischer Lebensstil brachten Dalio den Titel „Steve Jobs des Finanzsektors“ ein. Der Apple-Chef ließ sich bekanntlich ebenso wenig von seinem Weg abbringen und wie sich am Ende herausstellte, war es der richtige. Ob das auch für Ray Dalio und sein Risk-Parity-Modell gelten wird? Spätestens der nächste Crash wird zeigen, wie krisenfest seine Strategie wirklich ist. Der soll ja bekanntlich schon im Oktober kommen (Siehe: Todesurteil des Euro umdatiert – Neuer Crashtermin ist der 01. Oktober 2015).

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